5+3: Marianen.

Die letzte Nacht war nicht so erbaulich. Punkt 8:30 Uhr heute Morgen habe ich dann versucht bei meiner Ärztin anzurufen und den HcG-Wert nachzufragen. Natürlich erstmal ewig niemanden erreicht. Dann ja, aber das Ergebnis lag noch nicht vor. Dann lag es vor, aber sie wollten nichts dazu sagen, ehe die Ärztin nicht drauf geschaut hatte. Dann – endlich – stellte man mich zu Frau Doktor durch.
Der Wert liegt (bzw. lag) bei 4700.
„Sie sind sehr eindeutig schwanger“, sagte sie.
Aber sie sagte auch, dass bei diesem Wert eindeutig etwas im Ultraschall zu erkennen sein müsste. Kein Herzschlag, kein Embryo an sich, aber wenigstens eine Fruchthöhle muss da zu sehen sein.
Was uns mit zwei Möglichkeiten zurück lässt:

Entweder der kleine Osterhase hat sich wirklich ganz geschickt versteckt und sie hat ihn übersehen.
Oder er steckt da, wo er nicht sein sollte.

Im Moment möchte ich gern an Möglichkeit 1 glauben. Ich meine. Eine Blastozyste, die an Tag 6 transferiert wird. Die sollte sich doch eigentlich subito presto einnisten und nicht erst noch Ewigkeiten irgendwo herumwandern. Und, vielleicht vertue ich mich da, aber ist der Wert für eine Eileiterschwangerschaft nicht vielleicht etwas hoch? Ich dachte immer, der wäre dann eher vergleichsweise niedrig..
Andererseits ist nichts unmöglich und sie hatte sich – auch wenn alles etwas wuselig war dank meines seine akute Arztabneigung pflegenden Kindes – wirklich Mühe gegeben beim Schallen, und im Gegensatz zu mir hatte sie ja auch freie Sicht auf den Bildschirm..
Wie man es dreht: wir wissen nicht, welche Möglichkeit zutrifft. Daher hat sie mir nachdrücklich empfohlen nächste Woche ihre Vertretung aufzusuchen und dort noch einmal nachschauen zu lassen, mit eventueller Blutabnahme im Anschluss. Und das werde ich tun. Ich habe dort angerufen, für Montag Morgen einen Termin gemacht und außerdem veranlasst, dass der Befund über die gestrigen Blutwerte dorthin gefaxt wird, damit sie dann vorliegen. (Ich hoffe letzteres funktioniert. Ich habe etwas den Eindruck die Damen in der Praxis sind zwar wirklich alle sehr, sehr nett, aber doch ein wenig.. zerstreuter als bei meiner alten Ärztin.) Bis dahin heißt es abwarten – und hoffen, dass, FALLS der Keks es sich im Eileiter gemütlich gemacht haben sollte, nichts passiert. Ein bisschen nervös bin ich schon, zumal ich morgen den kompletten Tag bis womöglich tief in die Nacht hier mit dem Haselkind allein sein werde.. und ich die ganze Zeit darüber nachdenke was ich bloß mit ihr machen soll, wenn ich plötzlich notfallmäßig ins Krankenhaus muss – es ist ja keiner da, bei dem ich sie besten Gewissens lassen könnte (außer vielleicht unsere ehemalige Tagesmutter, aber ich schätze auch das wäre wirklich nur eine absolute Notfalllösung).. mitnehmen wäre ja wahrscheinlich auch nicht so die Option.. Aber es hilft alles nichts, ich kann einfach nur hoffen dass alles gut geht und wir einfach einen ganz stinknormalen Tag erleben werden.
Und Montag muss mein Mann dann eben etwas später zur Arbeit fahren und das Kind hüten,  bis ich von meinem Termin wieder zurück bin. Mit hoffentlich guten Neuigkeiten. Oder auch nicht.
Also: abwarten. Und am Montag werden wir dann erfahren, ob es mich in meinen persönlichen Kinderwunsch-Marianengraben verschlagen hat – oder auf die gleichnamigen Inseln. Urlaubsreif wäre ich jedenfalls.

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ZT 10: Et kütt wie et kütt…

Tja. Ich habe nicht viel Zeit, aber meine Statistik zeigt, dass einige neugierige Leser da draußen sind ;), also:

Der Ultraschall war für mich etwas ernüchternd. Diesmal habe ich von Anfang an höher dosiert gespritzt (drei Tage 200 IE, dann je 225) und eigentlich war meine Erwartung, dass dabei dann vielleicht auch etwas mehr rausspringen würde als die 8 Eizellen vom letzten Mal.. Denn zum einen hätte ich wirklich gerne was übrig zum Einfrieren (denn bei der kurzen Zeit, die uns bleibt, werden wir vermutlich keine drei Vollversuche schaffen und ich hätte einfach gern ein bisschen was auf der hohen Kante, ein paar Zusatzversuche), zum anderen wollten wir diesmal auch lieber Blastos – denn so wie es aussieht möchte ich mir lieber nur einen Embryo einsetzen lassen und da wäre es mir schon lieb gewesen es mit einer Blastozyste zu versuchen, um die Erfolgschancen noch ein wenig nach oben zu schrauben. Denn es ist leider so, dass wir kein Zwillingsrisiko eingehen wollen.. können.. sollten. Bevor ich das erste Mal schwanger war fand ich Zwillinge toll, und im Grunde finde ich das auch immer noch, aber seien wir ehrlich: das würde in die Hose gehen. Ich habe hier keine Unterstützung, weder von der Familie noch von Freunden, noch von irgendwem und mein Mann ist nun mal eben sehr wenig zuhause. Und Zwillinge UND ein Kleinkind allein zu managen – das traue ich mir nicht zu. Also: mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit gibt es diesmal einen SET. Außer, wenn nur zwei Embryonen übrig blieben.. dann wäre ich doch in Versuchung beide zu nehmen.. Ach, keine Ahnung.
Ich schwoff ab.
Also. Der Ultraschall war ernüchternd. Die Ärztin schallte rechts: ein Follikel mit 16 mm und „jede Menge Kleingemüse, so wird das aber nichts!“. Ja, leider leider wirklich nur Mini-mini-mini-Eier, bei denen keine Hoffnung besteht, dass sie noch aufholen.. Dann schwenkte sie rüber nach links: „Aha. Sie werden eindeutig mit links schwanger!“ Drei weitere Follikel.. kleiner als der große von rechts, aber größer als die ganz kleinen.. Und mehr war nicht drin. Vier Stück. Vier lumpige Eierchen.
Ja, ich weiß. Vier Stück können reichen. Es gibt Frauen, die haben nur eine Eizelle oder zwei und schaffen es auch. Und im Grunde reicht es ja wenn DIE EINE dabei ist. Und, wie die Ärztin so schön sagte: ich werde offenbar leicht schwanger und wenn es schon mal geklappt hat sind die Chancen auch höher, dass es wieder klappt…
Trotzdem bin ich etwas, ein winziges bisschen, traurig. Und mache mir so meine Gedanken. Beim letzten Mal hatten wir 8 Eizellen, aber nur 4 waren reif. 3 ließen sich befruchten. 2 bekam ich zurück. 1 liegt jetzt unten im Bett und plappert selbst noch im Schlaf vor sich hin. Alles in allem eine gute Bilanz. Aber wenn jetzt, in diesem Versuch, wieder nur die Hälfte reif ist? Oder nur drei von vieren? Sich eine oder zwei gar nicht erst befruchten lassen..? Und dann kommt ja die nächste große Hürde: sie müssen sich weiterentwickeln. Und sich einnisten. Wobei: was die Einnistung angeht mache ich mir weniger Gedanken. Denn meine Schleimhaut ist mal wieder super-duper 1++ mit Sternchen. Die bringt wirklich immer und überall die Ärzte zum Schwärmen. 😛 Da wird ja so ein kleines Muckelchen, wenn es denn soweit fit ist, wohl sicher der gleichen Meinung sein und es sich gemütlich machen. (Nur hoffentlich bitte nicht an der Kaiserschnitt-Narbe.)
Jedenfalls: Blastos werden das wohl relativ wahrscheinlich nicht. Und eingefroren wird auch wieder nix. Und das bedeutet, wenn am Ende dieser Chose kein Positiv steht, können wir vielleicht noch eine ICSI machen (natürlich auch wieder ohne Kryos) – und dann ist die Zeit wahrscheinlich um und der Traum ausgeträumt. Das finde ich dann doch plötzlich irgendwie ernüchternd. Aber was will man machen? Es lässt sich nicht ändern. Es ist wie es ist. Es kommt wie es kommt. Jetzt heißt es: Kopf hoch und Arsch in den Sattel. Solange die dicke Frau noch singt, ist die Oper nicht vorbei. Und sie singt noch! Gut, im Moment eher so Adele-bei-den-Grammys-2016-mäßig, aber auch eine Adele darf ja mal nen schlechten Tag haben, also klopfe ich ihr jetzt mal aufmunternd auf die Schulter und schaue nach vorne. Auf Sonntag. Sonntag gibts ein bisschen Brevactid zum späten Abendbrot und Dienstag wird dann punktiert. Alles was da ist. Und dann kann ich ja nochmal ein bisschen zittern, bis wir die Befruchtungsrate erfahren. Und DANACH kehrt dann hoffentlich die alte Lässigkeit zurück (zumindest, wenn noch ein Transfer in Aussicht steht) und ich genieße meine wundervolle Warteschleife. Deal? Deal.

ZT 12 – Place your bets!

Heute ist meine Kampfeslaune schon wieder mehr oder weniger verflogen. Ich habe einfach nicht das Gefühl, dass sich etwas tut – abgesehen von einem leichten Zwicken im Bauch gestern beim Einkaufen, was sich aber eher nach EiSPRUNG als nach Eiwachstum anfühlte – und rechne mit dem Schlimmsten. Außerdem habe ich seit Freitag Nachmittag Schmierblutungen. Das sollte vermutlich auch nicht so sein und langsam denke ich mir, dass ich mich vielleicht einfach mit allem abfinden sollte. Mein Mann versteht nicht, warum es mir schlecht geht, und das lässt mich einmal mehr vermuten, dass wir keinen zweiten Anlauf starten werden. Eine gemeinsame Freundin, mit der ich mich letztens über das Thema Kinderwunsch unterhielt, meinte, dass er sich wahrscheinlich einfach schon vor Jahren damit abgefunden hat, keine Kinder zu bekommen, und es ihn daher einfach nicht mehr wirklich betrifft. Ich bin geneigt, dieser Theorie Glauben zu schenken. Die Frage ist: werde ICH mich jemals damit abfinden können? Und meine Antwort ist: Nein. Ich kann und will mir ein Leben ohne Kinder nicht vorstellen. Aber ein Leben ohne ihn genauso wenig.
Ich weiß noch nicht, wo diese ganze Scheiße hinführen wird, aber im Moment sehe ich nur ein großes schwarzes Loch und keine Möglichkeit ihm auszuweichen. Aber andererseits habe ich ja in den letzten ~20 Jahren schon das ein oder andere schwarze Loch hinter mir gelassen und weiß, dass ich eine Menge mehr ertragen kann als mein Gefühl mir sagt. Vielleicht schaffe ich es ja auch in diesem Fall. Jetzt warte ich jedenfalls erstmal den Montag ab, auch wenn das miese Gefühl dominiert und ich mir insgeheim wünsche, die Zeit würde stehenbleiben, um den unausweichlichen Moment der Enttäuschung nicht erleben zu müssen. Meine innere Pessimistin ist da sehr präsent. Ich würde sie gern mal in den Urlaub schicken.

Jetzt bleibt mir nichts anderes zu tun als zu warten. Und die Wohnung aufzuräumen. Und zu hoffen.
Liebes Universum, wenn ich mir eines von dir wünschen darf: Lass es mich wenigstens bis zu Punktion schaffen. Gib mir diese eine kleine Chance.

Wenns mal wieder länger dauert…

Gestern Abend, wir waren gerade ins Bett gekrochen und ich döste schon so langsam weg, stupste mich mein Mann plötzlich an und fragte: „Und was ist jetzt mit unserem Baby?“

Ich, halb weg gepennt, nichts schnallend: „Häh? Wie jetzt?“

Ja, ob das schon da wäre und so…

Öhm. Da hab ich ihm erstmal ganz sachte erklärt, dass es noch ein bisschen früh sei für solche Fragen und dass er mich frühestens in einer Woche nochmal fragen solle, ob das was wird dieses Mal. Aber ich hab mich dann doch ein bisschen in den Schlaf geschmunzelt. Er äußert sich ja nicht so oft zum Kinderwunsch; ich finde es immer schön, wenn er Interesse zeigt. Und diesen Monat brauche ich mich da echt nicht beklagen.. 🙂

Ich weiß: man kann es nicht zwingen. Aber es wäre wirklich, wirklich, wirklich das perfekte Geburtstagsgeschenk, oder…?

Vielleicht sollte ich abergläubisch werden.

Im Moment würde sich das echt anbieten. Gestern gab es schon wieder so einen wunderschönen Regenbogen über unserm Haus – das war jetzt schon der dritte innerhalb kurzer Zeit. Und im Moment begegnen mir auch häufiger mal Störche, die könnte ich dann ja auch positiv deuten.

Aber gabs da nicht auch so einen Aberglauben, dass es Unglück bringt, wenn einem eine schwarze Katze über den Weg  läuft…? …dann bleib ich lieber unabergläubig, denn die Flauschprinzessin ist schwarz wie die Nacht (außer im direkten Sonnenlicht, da hat ihr Fell eine wunderbare schokoladenbraune Farbe!) und läuft mir sowas von dermaßen häufig vor die Füße, dass das selbst ein Regenbogen nicht mehr retten kann. Nee nee, lassen wir das lieber. Ich genieße jetzt erstmal meinen Freitag Abend und freu mich aufs Wochenende. 😀

Mens Meier.

Und da isse wieder. Pünktlich wie die Feuerwehr. Wäre ja auch zu schön gewesen. Können wir uns vielleicht drauf einigen, dass wir im kommenden ÜZ endlich Glück haben? Und ich wünsche mir das weniger für mich selbst als für meinen Mann, der in ein paar Wochen 47 wird. Siebenundvierzig. Da darf mann doch wirklich langsam mal Vater werden.

 

Und sonst? Die  – eigentlich nett gemeinte – Frage meiner Besten am Samstag: „Versucht ihr es etwa immer noch??“ ….ja sischa datt. Was ist das bitte für ne Frage? Seitdem fühl ich mich wieder komplett im Paralleluniversum..

Worauf ich mich freue.

Es klingt vielleicht seltsam, aber ich freue mich darauf, mir irgendwann in der hoffentlich nicht allzu fernen Zukunft vielleicht wochenlang die Seele aus dem Leib zu kotzen, ständig aufs Klo zu rennen, tausendundeine Sache nicht essen zu dürfen, die ich gerne essen würde, und im Gegenzug die Dinge, die ich essen dürfte, gar nicht essen zu wollen. Ich freue mich darauf, nachts von meinem ungeborenen Kind wach gehalten zu werden und dann tagsüber zu grübeln, ob es ihm denn gut geht, weil es sich die ganze Zeit nicht muckst. Ich freue mich darauf, dass sowohl die Waage als auch mein hohlkreuzgeplagter Rücken unter dem Gewicht meines Bauches zusammenbrechen werden. Ich freue mich darauf, jedes nur mögliche Schwangerschaftszipperlein mitzunehmen. Ich freue mich auf die Geburt, die bei meinem Glück wahrscheinlich drei Tage dauern, aber trotzdem wundervoll sein wird. Ich freue mich auf Baby-Geschrei und volle Windeln. Ich freue mich darauf, monatelang nicht ausgeschlafen und von der Fülle der neuen Eindrücke und Aufgaben völlig überfordert zu sein. Ich freue mich auf Scherben, zerrissene Kleider und matschige Fußspuren kreuz und quer durchs Haus. Ich freue mich auf anstrengende Autofahrten zu Freunden und Verwandtschaft, einschließlich Hunger-Pipi-kalt. Ich freue mich darauf, eines Tages streitende Geschwister hinten im Auto zu haben. Ich freue mich auf Quängeln und Tobsuchtsanfälle im Supermarkt, weil wir an der Kasse keine Schokolade zusätzlich aufs Band legen. Ich freue mich auf nicht gemachte Hausaufgaben und unaufgeräumte Kinderzimmer. Ich freue mich besonders auf alles, was ein pubertierender Teenager mit sich bringt, und ich freue mich auf den Tag, an dem ich weinen werde, weil mein Kind das Haus verlässt und von nun an auf eigenen Füßen steht.

Wenn es irgendwann so weit ist, werde ich diese Vorfreude wahrscheinlich vergessen haben und nur noch entsetzt die Hände über dem Kopf zusammen schlagen, aber jetzt gerade hoffe ich so sehr, dass ich all das erleben darf – und tausend wunderwunderschöne Momente dazu.

 

Familienidylle.

Sonntage können so schön sein. Draußen rieselt der Schnee, und wir vier hängen gemütlich zusammen im Wohnzimmer ab. Auf dem Tisch eine Kanne frisch aufgebrühten milden Schwarztee (ich nehme ihn mit Milch und Kandis <3) und ein paar Kekse, mein Liebär spielt mal wieder am Laptop herum, die Flauschmadame und ich fläzen uns lässig mit der Kuscheldecke auf dem Sofa, und die Flauschprinzessin – ganz der Nesthaken! – tobt begeistert einem Papierknäuel hinterher und schlägt dabei Purzelbäume. Es ist alles so harmonisch und friedlich und glücklich, dass es mich ganz rührselig macht. 🙂 Jetzt noch ein Baby dazu, das wäre Perfektion. ❤