Ein Lexikon des Haselmäusischen, Teil 2 (20 Monate alt)

Es ist verrückt, aber mit so ziemlich genau Punkt 18 Monaten hat die Haselmaus den Sprachturbo in Sachen Wortschatz erst so richtig aufgedreht.. bis dahin war sie ja schon weit, aber seitdem ist es schlicht zu viel um alles aufzuschreiben. An manchen Tagen kamen fast 50 neue Wörter dazu, im Moment hat sich das wieder etwas reduziert (aber es gibt eben auch nicht mehr gar so viele Dinge im Alltag, die sie nicht benennen kann) auf 5-10 pro Tag. Ich denke sie ist momentan bei locker über 500 Wörtern, alle kriege ich aber beim besten Willen nicht zusammen. Es wird auch zunehmend schwieriger da zu differenzieren, weil sie nun auch Komposita (also zusammengesetzte Wörter) nutzt, manche sind allerdings kreative Eigenschöpfungen oder so Einweg-Wörter wie zum beispiel heute „Gurkenfinger“ und „Gurkenhand“ – da wüsste ich jetzt schon gar nicht ob man das überhaupt als richtiges Wort zählen kann..? Für mich jedoch praktisch, wenn sie mir sagen kann, dass sie heute die „Käfer-Hose“ und nicht die „Katzen-Hose“ anziehen will, oder wenn ich sie auffordern kann doch bitte die „Oma-Jacke“ zu holen.. *schmunzel*

Ich schreibe jetzt einfach nur auf, was mir spontan einfällt, die Liste ist aber wirklich absolut nicht vollständig und wahrscheinlich packe ich mir spätestens morgen an den Kopf, weil ich häufig benutztes Wort a,b,c komplett vergessen habe..

Weil es so viel ist, versuche ich es mal in Kategorien zu fassen:

 

Du und die Familie:
dein voller Name (Vor- und Zuname! Ziemlich gut!)
Mama, Papa, Opa, Oma, Tante

Sonstige Personen:
Mann, Baby, Bäcker, Kind/Kinder, Bauarbeiter, (Zoo)Wärter, Engel, Junge,
sämtliche Namen deiner Bilderbuchhelden (Conni (samt ihrer gesamten Kindergartengruppe), Lars, Bagger Paul, Frederick, Nina, Max, usw…)

Dein Körper:
Arm, Bein, Fuß, Hand, Finger, Daumen, Zeh (außerdem: dicker Zeh, kleiner Zeh), Knie, Popo, Bauch, Hals, Kopf, Ohr, Mund, Nase, Augen, Augenbrauen, Wimpern, Haare, Haut, Rücken, Zähne, Lippen

Was man so trägt:
Jacke, Hose, Pulli/Pullover, Body, Windel, Socken, Schuhe, Mütze, Hut, Sandalen, Strumpfhose, Schlafanzug, Schlafsack

Möbel und Architektur:
Haus, Dach, Wand, Decke, Boden, Bett, Stuhl, Tisch, Sessel, Sofa, Teppich, Lampe, Babybett, Kleiderschrank, Kühlschrank, Waschmaschine, Trockner, Treppe, Bank, Fenster, Tür, Wanne, Kirche, Ofen, Katzenklo, Zimmer, Küche, Bad

Spielzeug:
Bällebad, Ball, (Zeichen)Block, Stift, (Puppen)buggy, Nenna (deine Puppe), Baby (Puppe), Buch, Rutsche Puppe,….

Gebrauchsgegenstände:
Schirm, Koffer, Decke, Kissen, Lappen, Topf, Pfanne, Sieb, Kanne, Tasse, Teller, Gabel, Messer, Löffel, Becher, Glas, Reibe, Schlüssel, Rohr, Tasse, Flasche, Dose, Hammer, Zange, Säge, Seife, Müll, Bild, Deckel, Uhr, Wecker, Papier, Seife, Heizstrahler, Staubsauger, Leiter, Gurkenglas, Heizstrahler, (Hand)Feger, Computer, Bohrer

Draußen:
Himmel, Sonne, Mond, Sterne, Wolken, Regen, Baum (die meisten Laubbäume), Birke, Tanne (alle Nadelbäume), Birnbaum, Busch, Gras, Waja (Wiese), Weg, Straße,Wind, Schnee, Bach, Blume, Butterblume, Tulpe, Ast, Wurzel, Stamm, Rinde, Blatt, Stein, Wald, Tannenwald, Feld, Garten, Erde, Pilze, Dreck, Fluss, Meer, Insel, Berg, Weizen, Winter, Sommer, Sand, Windrad, Kran, Zaun

Die liebe Tierwelt:
Katze, Hund, Kuh, Schwein, Pferd, Huhn, Hahn, Pinguin, Tukan, Papagei, Schaf, Elefant, Giraffe, Wawa (Löwe), Schlange, Ameise, Käfer, Biene, Fliege, Raupe, Wurm, Regenwurm, Schmetterling, Gorilla, Schneeammer, Wal, Hai, Hammerhai, Fisch, Ente, Qualle, Krake, Bär, Hase, Maus, Eule, Schnecke, Libelle, Tiger, Biber, Spinne, Igel, Taube, Robbe, Spatz,…
Fell, Schwanz, Tatze, Schnabel, Flügel, Pfoten

Fahrzeuge:
Auto, Schiff, Boot, (Einkaufs)Wagen, Buggy, Traktor, Bagger, Bahn, Bus, Pflug, Lastwagen

Essen und Trinken:
Brot, Nudeln, Banane, Blaubeeren, Trauben, Paprika, Käse, Milch, Tee, Saft, Wasser, Joghurt, Tomate, Gurke, Birne, Mango, Reis, Butter, Quark, Senf, Ei, Zucker, Keks, Erdbeeren, Apfel, Spinat, Spargel, Brötchen, Kartoffeln, Melone, Schale (z.B. von Apfel/Birne/Melone), Honig, Schokolade, Mehl

Aus der Kategorie „WTF“:
Anker, Schleife, Zimmermann, Punkt, Platz, Streifen, Panama, Loch, Milchkanne, Baumarkt, Blase, Kreis, Karton

Was man so tut:
Spielen, schlafen, malen, bauen, baden, essen, trinken, tragen, fahren, ziehen, schieben, rein/raus steigen, rutschen, schaukeln, klettern, rühren, auf/zu machen, gehen, laufen, gucken, schauen, kochen, fliegen, aufheben, werfen, waschen, verstecken, hinstellen, (hin)setzen, (hin)legen, sitzen, stehen, aufwachen, (um)armen, haben, geben, helfen, halten
(diese Kategorie ist sehr unvollständig, hier fehlen garantiert drei Dutzend Wörter.. finde ich aber schwieriger zu erinnern)

Wie die Dinge so sind:
Groß, klein, dick, niedlich, tot, lecker, rot, blau, gelb, grün, lila, rosa, weiß, schwarz, braun, grau, bunt, orange, dunkel, hoch, schnell, sauber, schmutzig, nass, trocken

+ die üblichen für Kleinkinder unverzichtbaren Worte wie „mehr“, „noch mal“ usw.
+ jede Menge (vor allem örtliche) Präpositionen

 

Was heute neu dazu kam (so gut ich mich erinnern kann): Kratzbaum, Ampel, Abendessen, Pommes, „los geht’s!“ 😀

Nicht alle Wörter werden korrekt ausgesprochen, aber richtig verwendet 🙂

Edit: heute neu: Matsche, Schluck, tauschen, Knäckebrot, Scheibe, Wölkchen, Farben, Olive, Bienenkotze (das hat sie vom Papa 😒🙈), Latzhose, heute, Hochsitz

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7+2: Die Kuh läuft in die falsche Richtung.

Heute Morgen dachte ich noch, wie entspannt das jetzt erstmal ist. Ich bin offiziell schwanger (also, wir haben es noch nicht wirklich verraten, aber ihr wisst, was ich meine), das Herz schlägt, der nächste Vorsorgetermin ist erst in einem Monat.. Und eigentlich hätte ich heute viel lieber endlich den 18-Monats-Post fürs Haselkind geschrieben, den es wirklich arg verdient hat.
Aber dann klingelte das Telefon und die Frauenarztpraxis war dran und man sagte mir, ich solle doch bitte heute oder morgen noch mal vorbei kommen zum Blutabnehmen, Frau Doktor wolle noch mal „zwei aufeinanderfolgende Werte haben zum Vergleichen“. Ääh. Was? Warum? Wozu? Es ist doch alles gut?!

Also packte ich das Haselkind ins Auto und fuhr hin, wurde auch gleich zum Blutabnehmen durchgewunken. Die Dame mit der Spritze sagte, sie wüsste auch nichts Genaueres, ob denn alles gut aussähe? Ob denn der Arzt letzte Woche schon was gesehen hätte?
Ja, sagte ich. Der Wert habe zuletzt bei 20600 gelegen (und das hatte ich auch der Ärztin am Dienstag so gesagt und soweit ich weiß hatte sie das auch in den Computer eingetragen) und es sei eine Fruchthöhle zu sehen gewesen – und Frau Doktor hätte das  plus Herzaktivität vorgestern auch bestätigt.
Aha, sagte sie, und ihrem irritierten Blick entnahm ich, dass sie die Maßnahme eines weiteren Tests dann auch nicht so wirklich nachvollziehen konnte. Dann zuckte sie mit den Schultern. „Na ja. Wird schon einen Grund haben“, sagte sie, und ich nickte. Und fuhr wieder nach Hause.
Natürlich frage ich mich jetzt schon, was Frau Doktor zu dieser plötzlichen Entscheidung geführt hat. Sie hätte mich ja auch von vornherein darum bitten können statt mich urplötzlich zwei Tage später noch mal einzubestellen. Dann hätte ich nachgefragt. Natürlich könnte ich noch mal anrufen und höflich darum bitten, dass sie mir das erklärt. Liegt es daran, dass laut Messung im Ultraschall das Häschen an 7+0 nur so groß war wie es bei 6+3 hätte sein sollen? Aber sie hatte selbst zugegeben, dass es aufgrund der Lage schwer auszumachen und verschwommen, schwer zu messen war, und sie hatte ja auch gesagt: alles gut. Ich hatte auch keinen Grund gesehen, mir da Gedanken zu machen. Oder will sie einfach bloß die Entwicklung des HCGs noch mal selbst anschauen damit es in der Akte nachher hübsch aussieht? (Aber wozu? Wieso sollte man den Wert prüfen, wenn der Embryo ganz offensichtlich dort sitzt, wo er sein soll, und normal entwickelt ist? Dann sollte der Wert doch auf jeden Fall im Normbereich sein – der ja übrigens ziemlich weit gestreut ist, also häh – und wenn sie daran zweifelt, heißt das ja wohl, dass sie vermutet, dass doch irgendwas nicht stimmt??) Ich dachte immer, wenn erstmal der Herzschlag festgestellt wurde wäre soweit alles tutti und der blöde HCG Nebensache, Schrägstrich uninteressant… Aber nun gut, der Wille der Ärzte ist manchmal unergründlich. So oder so kann ich morgen gegen 10 anrufen und mich nach dem Ergebnis erkundigen. Vielleicht lasse ich es auch und warte ab, ob die sich melden. Denn das würden sie, wenn etwas nicht okay wäre. Aber meiner eigenen seelischen Verfassung wäre es wahrscheinlich zuträglicher selbst anzurufen, deshalb entscheide ich mich vermutlich dafür.
Den Rest des Tages versuche ich jetzt einfach nicht weiter zu grübeln. Ich hab ja hier sehr gute Ablenkung. Ich hoffe nur, dass nicht morgen früh die Kuh doch noch durchs Eis kracht. Sondern eher, dass es das dann erstmal war mit irgendwelchen Schwangerschaftsverunsicherungen. Sonst verliere ich irgendwann doch noch meine sonst so ausgeprägte Seelenruhe. Seufz.

Testception.

So. Also mal vorweg: ich wollte euch trollen.
Kennt ihr das, wenn ihr euch denkt, ach, Galgenhumor ist besser als Rumheulen, Lachen ist gesund..? Also hatte ich mir so überlegt, ich schreibe für diesen Eintrag eine Überschrift a la „ÜBERRASCHUNG! Der Test ist…“ und dann untendrunter: „…negativ. Haha. Reingelegt!“
Das war aber offenbar irgendwie schon ein bisschen zu fies von mir, deshalb beschloss mein Unterbewusstsein, mir diesen blöden Plan so richtig heimzuzahlen. Heute Morgen so gegen irgendwann wurde ich wach, schlurfte ins Bad, pinkelte irgendwie so im Halbdunkeln auf diesen Test, guckte drauf… UND JETZT KOMMTS: POSITIV!! Hä, WAS???
Und ich so: Nein, NIEMALS! …und schickte erstmal Fotos per Whatsapp in die virtuelle Runde.
Und alle so: Ja, DOCH!!

Und dann wachte ich auf.
Ohne Scherz jetzt. Ich hab geträumt. Es war ein blöder, arschiger, hundsgemeiner Traum vom Positiv, obwohl ich doch GENAU WUSSTE dass das einfach totaler Quatsch ist. Und als mir das klar wurde, fielen meine Mundwinkel mit einem lauten FLLLOMMMPPP bis auf den Fußboden runter.
Und dann lag ich da so im Bett, das Haselkind schnorchelte noch ganz zufrieden neben mir vor sich hin, und ich wälzte mich, und die Blase war voll und das Hirn irgendwie auch, und ach, mein Gott, ja, dann mach ich jetzt halt diesen blöden Test, dann sehe ich eben nur den einzelnen Strich und es tut ein bisschen weh aber ich bin ja drauf eingerichtet, und dann kann ich vielleicht einfach zurück ins Bett, zwei stille Tränchen drücken und dann noch mal einschlafen…
Ich schlurfte also ab ins Bad, zeigte den Progesteronkapseln auf dem Badezimmerspiegelschrank noch kurz den Finger (hatte gestern schon keine mehr genommen, weil wegen is‘ nich), pinkelte im Hellen auf diesen Test, guckte wie die Farbe sich langsam an dem Teststäbchen hochzog… HA, EIN Strich, ich WUSSTE ES!

…..und wollte den weglegen und ins Bett gehen und dann kam da.. Ja, hier wirds schwer. Da kam ein Schatten. So ein Hauch von einem Strich. Und ich guckte dumm. Und der Schatten wurde dunkler. Und stärker. Und dicker.
Positiv. NEIN!! NIEMALS!! Ich hätte das Ding am liebsten in die Ecke gepfeffert. Denn es war ja wohl sowas von klar, dass das WIEDER nur ein Traum war. Hab ich öfter. Also so Träume, wo ich aufwache weil ich merke dass irgendwas nicht stimmt, und dann aber in Wirklichkeit gar nicht wach bin, oder nur kurz, und mein Unterbewusstsein dann den Fehler in einem weiteren Traum ganz geschickt ausbügelt und ich solange glaube tatsächlich wach zu sein, bis ich dann doch wieder aufwache.. (Ich habe übrigens die letzten 10 Minuten von „Inception“ nicht gesehen und möchte das irgendwann noch  nachholen. Aber ich schweife ab.)
Und dann stand ich also so da mit meinem „zweiten“ Test mit einer mittlerweile wirklich sehr fetten unübersehbaren zweiten Linie und meine Hände zitterten, und ich sagte einfach nur: „Nee.“
…und schickte erstmal Fotos per Whatsapp in die virtuelle Runde. Und ging wieder ins Bett. Und habe tatsächlich nochmal eine Stunde oder so geschlafen (oder gedöst oder genickert, egal), bevor die Haselmaus wach wurde.
Und dann kam ich wieder ins Bad und da lag der Test und die Linie war IMMER NOCH da.
Und ich schwöre, ich bin heute gefühlt dreimal die Stunde hingelaufen und habe nachgeschaut und SIE GEHT EINFACH NICHT WEG.
Ich bin sogar extra zum Drogeriemarkt im Städtchen gefahren (jedesmal ne halbe Weltreise!) und habe noch zwei Billigtests gekauft, weil.. der muss halt einfach kaputt sein. Einen von den neuen hebe ich auf für morgen (also falls dieser Traum so lange dauern sollte), der andere.. zeigt zwei Linien.
Ja. So isses. Jetzt ist es raus.

Und ich freue mich zwar (also streng genommen freue ich mich noch gar nicht so richtig, weil es einfach noch nicht so wirklich in meinem Kopf angekommen ist, was da passiert), aber gleichzeitig ist da dieser Teil von mir, der süffisant den Mundwinkel nach oben zieht, meinem Restteil auf die Schulter klopft und sagt: „Herzlichen Glückwunsch, du hast dich mit Erfolg wieder TOTAL ZUM HORST GEMACHT! Alter!“ und, viel, viel schlimmer: da ist dieser Teil von mir, der einfach nur weint. Es klingt so doof. Aber ich schäme mich. Ich weiß da draußen sind so, so viele, die sich das hier verzweifelt wünschen und es einfach nicht bekommen.. und dann sitze ich hier, drücke erst auf die Tränendrüse dass das ja garantiert alles nicht klappt und zaubere dann doch wieder im ersten verdammten Anlauf ein Positiv aus dem Ärmel. Wie dieses Mädchen, ihr kennt sie alle, das die ganze Zeit rumheult weil es die Klassenarbeit total verhauen hat und dann nachher mit ner 1- nach Hause geht. (Ich glaube die liebe Flora hatte diesen Vergleich auch schon mal verwendet. Ich will wirklich nicht abschreiben aber es geht an dieser Stelle nicht anders.) Also, ja. Ich schäme mich. Und ich stehe hier und zeige dem Universum wütend den Stinkefinger, weil es EINFACH NICHT FAIR IST… und gleichzeitig halte ich die andere Hand auf den Bauch gedrückt und sage ganz leise zum Universum: „Aber bitte lass es mich behalten, ja?“

Ja. Bitte lass es mich behalten. Es tut mir leid.

 

Läuft sie schon? – Die Ungeduld der Mütter.

Seit einigen Monaten fällt in jedem einzelnen Gespräch, das die Haselmaus zum Thema hat – sei es mit Verwandten, Bekannten, Nachbarn, Fremden – irgendwann immer diese eine Frage:

„Läuft sie schon?“

…manchmal auch ersetzt durch Kommentare wie: „Dann läuft sie ja bald!“, „Dann gehts ja jetzt los mit dem Laufen!“, undsoweiter.
Und was soll ich sagen? Es nervt. Es nervt einfach nur.
Speziell dann, wenn da dieser Unterton mitschwingt à la: Das Kind ist (fast) ein Jahr alt, wieso läuft es noch nicht?
Oder wenn meine Mutter – die sonst meist wirklich eine sehr liebe und großartige Oma mit erstaunlich wenig Einmischungspotenzial abgibt, das muss ich an dieser Stelle mal lobend erwähnen! – so Dinge äußert wie: „Sie ist ja so faul. Sie will ja gar nicht laufen. Auch nicht an den Fingern!“
Ähm. Nein.
Mein Kind ist nicht „faul“. Es läuft übrigens durchaus. An Möbeln entlang. Es steht frei. Alles sehr sicher, ohne je dabei hingefallen zu sein, das Gleichgewicht verloren zu haben (so wie sie auch beim Krabbeln und Sitzen von Anfang an absolut sicher war). Aber, Entschuldigung, es krabbelt eben auch nach wie vor gerne und hauptsächlich. Und nein, es will tatsächlich nicht an den Fingern/Händen laufen. Und das finde ich gut. Bin ich nämlich – tut mir leid – absolut kein Fan von. Weder im Sinne meines Rückens noch des ihren.

Wer hat überhaupt das Laufen zur Königsdisziplin ernannt? Was ist so toll daran? Ja, es lässt ein Kind erwachsener, weniger babyhaft wirken. Aber seien wir ehrlich: viel größer ist die Reichweite nicht gegenüber dem Krabbeln. Lediglich draußen ist es angenehmer, aber lange Spaziergänge machen die meisten in den ersten Monaten auch noch nicht. (Vor allem begegnet man irgendwie ziemlich oft Eltern und Großeltern, die die so stolz laufenden Kinder dann am liebsten wieder in den Wagen stecken wollen, weil man ja sonst kaum vorwärts kommt.. Ich sag mal nix.)
Nein, meine Tochter läuft (noch) nicht (frei). Dafür spricht sie (je nachdem wie pingelig man da sein möchte) inzwischen (eine gute Woche nach ihrem ersten Geburtstag!) sieben bis zwölf Worte und beherrscht dazu ein Halbdutzend Babyzeichen/Gebärden – und ständig kommt etwas Neues dazu. Das ist nicht nur viel für ihr Alter, sondern fast nicht zu glauben. Warum interessiert sich niemand DAFÜR? Nie (außer bei der U6) bin ich gefragt worden: „Spricht sie denn schon?“
Wieso ist Laufen wichtiger als Dinge aufeinander Stapeln?
Was ist daran so viel faszinierender als selbst mit dem Löffel zu essen? Oder sich selbst die Haare zu bürsten?
Warum muss ein Kind erst laufen, damit es etwas kann?

Liebe Omas, liebe Nachbarinnen und Kassiererinnen und nette Damen hinter mir an der Supermarktkasse, liebe andere Mütter (ja, seltsam, es sind wirklich fast nur Frauen, die sich da so dringend für die motorische Entwicklung meines Kindes interessieren): Mein Kind läuft dann, wenn es ihm gefällt. Dass es laufen WIRD, daran zweifle ich nicht – und ihr vermutlich auch nicht. Ob das nun einen oder zwei oder drei Tage, Wochen, Monate früher oder später ist: WAYNE INTERESSIERTS? (Ums mal im schönsten Netspeak zu sagen. 😉 )
Ja, liebe Oma, ich, deine eigene Tochter, bin mit neun Monaten frei gelaufen. Ja, das ist früh. Nein, das bedeutet nicht, dass mein Kind das nun automatisch auch tut. Und ich weiß nicht, ob es dir aufgefallen ist, aber: ich laufe heute nicht besser, schneller oder schöner als andere. Weder ist aus mir eine Hochleistungssportlerin geworden noch möchte ich meine (angeblich recht ausgeprägte) Intelligenz dem frühen Laufen anlasten. Was habe ich nun davon? Genau: Nichts. Nichts außer der Befriedigung, irgendetwas schneller beherrscht zu haben als andere. Und na klar kann eine Mutter zu Recht stolz sein, wenn ein Kind mit acht, mit neun, mit zehn Monaten läuft. Natürlich ist das eine Leistung! Natürlich ist das umwerfend niedlich und ganz schön beeindruckend für so einen kleinen Menschen! Aber werde ich weniger stolz sein, werde ich es weniger niedlich finden, werde ich weniger beeindruckt sein, wenn die Haselmaus mit dreizehn, mit vierzehn, mit achtzehn Monaten (oder später) läuft? Nein. Ich werde mich ebenso wahnsinnig freuen, ich werde in die Hände klatschen und jubeln und vor Stolz und Wehmut und Liebe ein Tränchen drücken, und ich werde sie in die Arme schließen um sie noch ein wenig zu halten bevor sie sich stetig weiter von mir fort bewegt. Genauso wie ich mich freue und klatsche und stolz bin, wenn sie wieder etwas anderes gelernt hat. Wenn sie, wie gestern, plötzlich aus heiterem Himmel heraus plötzlich selbständig zwei Lego Duplo-Steine aufeinander stecken kann, obwohl sie am Tag davor noch frustriert heulend daran gescheitert war. Wenn sie an einem einzigen Tag plötzlich drei neue Wörter und eine neue Gebärde heraushaut. Wenn sie mir in ihrem Bilderbuch alle möglichen Tiere zeigen kann, obwohl ich ihr deren Namen nur ein einziges Mal genannt habe.
Unsere Kinder lernen täglich so viele neue Dinge. Kleine Fähigkeiten und große. Auffällige und unauffällige. Schöne (am Familientisch mitessen) und nicht so schöne (Essen mit Schwung gegen die Wand werfen). Und jedes hat dabei sein eigenes Tempo. Und das ist gut und richtig so. Vielleicht vergessen wir das manchmal, aber auch wir Erwachsenen haben unser eigenes Tempo. Auch wir haben Stärken und Schwächen. Wir lösen nicht alle ein und das gleiche Kreuzworträtsel in der gleichen Zeit. Wir laufen nicht gleich schnell eine Runde um den Block. Wir lernen nicht alle gleich gut eine neue Sprache. Warum verlangen wir das dann von unseren Kindern? Warum glauben wir uns rechtfertigen zu müssen, wenn Hans-Otto-Lukas mit acht Monaten „noch“ nicht krabbelt? Warum sagt meine Mutter am Geburtstag der Haselmaus in diesem entschuldigenden Tonfall zu den anderen Großeltern, dass die Maus wohl leider eher sprachlich begabt sei? Muss das sein? Was soll der Quatsch? Warum sitzen wir Mütter beim PEKiP, in der Krabbelgruppe, auf dem Spielplatz und schielen missgünstig zu Cheyenne-Brigitte, die gerade ihre ersten Schritte wagt, während unsere kleine Lyra-Sophie noch krabbelnd ihre Welt erkundet? A propos „PEKiP“: Wieso konnten die Babys in unserer Gruppe ab einem Alter von sechs Monaten schlagartig plötzlich alle sitzen, obwohl ich NIE gesehen habe, wie sich eines von ihnen allein hingesetzt hätte? Warum muss unser Kind immer bloß dann alles können, wenn es das laut irgendeinem Buch/einer Homepage ab jetzt möglicherweise können sollte? Warum lassen wir ihm nicht einfach die Zeit?
Ich sage euch was: ich habe die Haselmaus nie dazu gedrängt, irgendwas zu tun. Ich habe sie nicht hingesetzt. Ich habe sie nicht in den Stand gezogen. Ich habe sie nie auch nur mit Spielzeug gelockt, damit sie sich dreht, damit sie robbt, damit sie krabbelt. Ja, sie hat länger gebraucht als manch anderes Kind. Aber sie hat all das gelernt. Aus eigener Kraft, aus sich selbst heraus. Sie hat es gelernt. Weil sie es wollte. Sie lernen es alle (sofern sie geistig und körperlich gesund sind). Und egal zu welchem Zeitpunkt sie es plötzlich können, es ist eine Leistung. Da hat dieses kleine Hirn, dieser ungeübte Körper es geschafft, aus Nichts Etwas zu machen. Und das allein ist das Wunderbare daran.
Lassen wir es doch einfach geschehen. Lassen wir die Kinder Kinder sein. Sie sind so klein. Die Welt ist so groß. Erdrücken wir sie nicht mit der Last unserer Erwartungen. Lassen wir sie nicht schon Leistung bringen müssen, obwohl sie noch Windeln tragen. Freuen wir uns an dem, was sie können, wenn sie es können, und freuen wir uns auf das, was sie können werden, wenn sie so weit sind.
Ja, meine Tochter ist das wundervollste, hübscheste, liebenswerteste Kind der Welt für mich und ihren Vater. So wie Franz das wundervollste, hübscheste und liebenswerteste Kind der Welt für seine Eltern ist und Nicole für die ihren, egal wann irgendeiner von ihnen irgendwas das erste Mal tat. Und was ich über alles an meiner lieben kleinen Haselmaus schätze und was sie so besonders macht, das ist nicht wann sie das erste Wort gesprochen oder den ersten Schritt getan hat. Das ist ihr Lachen am Morgen, ihr sternenfunkelnder Blick voller Schalk, das ist ihr Temperament und ihr Hang zur Ungeduld. Sie ist so viel mehr als nur eine erworbene Fähigkeit. Und ob sie früh läuft oder spät, ob sie Abitur macht oder „nur“ einen Hauptschulabschluss, ob sie studiert oder hartzt, ich werde sie lieben wie sie ist, weil sie ist wie sie ist.
Soll sie ruhig laufen. Wann und wohin sie möchte. Und wenn sie doch mal fallen sollte, fange ich sie auf. Immer. ❤

Alles auf Anfang

Ich kriege meine Tage. Acht Wochen, also knapp zwei Monate nach Geburt, und ich kriege meine Tage. Ich stille voll, und ich kriege meine Tage. Holy Cow, muss ich fruchtbar sein..
Es bringt nur leider nix, außer weitere hoffnungslos ins Nichts springende Eier.
Ich bin ehrlich: es fehlt mir unglaublich, schwanger zu sein. Es war so wundervoll und regenbogenglitzerfein, ich könnte schon wieder! Keine Sorge: natürlich steht das völlig außer Frage. Aus den verschiedensten Gründen, und alle wären schon einzeln für sich völlig ausreichend um diesen Gedanken voll Nachdruck einen Vogel zu zeigen. Trotzdem ist da diese unglaubliche Sehnsucht, die ich ja ganz ehrlich auch selbst schon total panne finde. Bitte verzeiht mir.
Was ich aber gleichermaßen panne finde und was auch meine Frauenärztin mit vollem Wissen um die Abstrusität dessen ansprach und darum ein halb amüsiertes, halb gequältes Grinsen nicht unterdrücken konnte: die Frage nach der Verhütung. Man möchte hysterisch lachen. Oder weinen. Oder beides.
Ich will nicht verhüten. Never again. Aber muss wohl. Zumindest im Moment.
Banane. Völlig Banane.

Ich sehe schon Rosen um unser Schloss ranken.

…dabei kann ich mich nicht dran erinnern, irgendeine gute Fee vergrätzt zu haben.
Von gestern auf heute hat Fräulein Haselkind knapp 12 (!!!) Stunden geschlafen. Am Stück. Ohne Stillen. Ohne Wickeln. Ohne irgendwas.

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Ich bin noch zwiegespalten, ob ich das gut finde. Kann das noch gesund sein? Werde ich dafür im Ausgleich wieder den ganzen Tag dauerstillen, weil sie die verpassten Mahlzeiten nachholen muss?

Wir werden sehen. Jetzt jedenfalls schläft sie wieder.

Der Tag kann nur besser werden

Da sitzt man nachts bei schummriger Nachtlichtbeleuchtung im Bett und pumpt Milch ab, weil das Kind ja lieber schläft und nach 8 Stunden ohne Stillen die Brüste langsam wirklich sehr unschön wehtun, und man pumpt und pumpt und wundert sich, dass die Flasche diesmal so gar nicht voll werden mag, und dann wundert man sich, warum es eigentlich so warm im Schoß wird, und man stellt entsetzt fest, dass die Flasche wohl nicht korrekt zusammen geschraubt war (wir haben diese an sich sehr netten Flaschen von MAM, ihr wisst schon, die mit dem abschraubbaren Boden) und die ganze schöne Milch gerade die Bettdecke durchtränkt, und zwar nicht zu knapp, und man springt verzweifelt mit der weiterhin unbeeindruckt weitertropfenden Flasche (und ebensolchen Brüsten) aus dem Bett und durch die halbe Wohnung in die Küche und saut auf dem Weg den kompletten Flur und die völlig irritierten Katzen ein, und wenn man dann endlich deprimiert und nass ins milchfeuchte Bett zurückkehrt und sich verzweifelt fragt, ob man denn so noch ein paar Stunden schlafen kann oder ob man vielleicht besser ins Gästebett ausweichen sollte, dann wird natürlich plötzlich das sonst tief und fest schlafende Kind wach und bettelt quiekend wie ein Wurf allerliebster Ferkelchen um Fütterung, und man sitzt bei immer noch schummriger Nachtlichtbeleuchtung im nassen Bett und stillt und denkt sich, dass man das gleich hätte wissen und sich den ganzen Driss hätte sparen mögen…
Ob dieser Eintrag und seine Formulierung Sinn ergibt? Keine Ahnung und gute Nacht!

32+4 – 32+6: Hallo, Krankenhaus! – Tschüß, Krankenhaus!

Vielen Dank erstmal für die vielen lieben Wünsche und ganz besonders natürlich an diejenigen Mädels, die mich in der Zeit per WhatsApp unterhalten haben! ❤
So langsam finde ich zu meiner alten Form zurück und starte wieder voll durch. Wenigstens konnte ich jetzt mal eins der beiden Krankenhäuser, die ich für eine Entbindung in Erwägung ziehen würde, sozusagen auf Herz und Nieren testen. (Ich glaube aber, ich werde mich trotzdem für das andere entscheiden. Aber dazu ein andermal mehr.)

Wie es dazu kam:

Ich hatte am Mittwoch Nachmittag die reguläre VU – die letzte im 4-Wochen-Abstand. Da meine Ärztin derzeit im Urlaub ist, übernahm ihre Praxiskollegin die Untersuchung, und die hängte mich direkt am Anfang erstmal ans CTG.
Da saß ich dann, blätterte müde in  meiner Zeitschrift und warf hin und wieder einen abwesenden Blick auf das Gerät, das da eifrig seine Kurven kritzelte.
Beim letzten Mal hatte die Arzthelferin nur die Herztöne aufzeichnen lassen und die Wehenkurve aus gelassen. Diesmal liefen beide. Und auf der Spalte mit der Wehenkurve waren gleichmäßige, sehr deutliche Zacken. Ich dachte noch so: Hmm, muss das so aussehen? Dann sagte ich mir, dass das vermutlich schon alles richtig so sein wird und schmökerte ruhig weiter. Schließlich fühlte sich ja alles ganz normal an. Wahrscheinlich musste das einfach so.

Dann kam zwischendrin mal die Arzthelferin rein und guckte. „Hmm, hmm, hmm“ machte sie. Ob es mir gut ginge? Ja, alles bestens, danke!

Nachdem ich also eine halbe Stunde brav CTGt hatte, holte mich die Ärztin ins Behandlungszimmer. Auch hier die Frage: alles gut? Ja, alles gut! „Hm, tja, “ sagte sie, „laut der Kurve hier haben Sie aber Wehen!“
Äh, was? Wie? Nochmal für Doofe bitte?
Sie hielt mir das Papier unter die Nase. Ja, doch, da war so ein Muster. Zacke, Tal, Zacke, Tal. Schön gleichmäßig. Mit ziemlich hohen Zacken. Hatte ich ja vorher auch schon so aus dem Augenwinkel gesehen. Hm. Ja, und nu?
Ob ich denn nix spüren würde. Nää, irgendwie nich so. Auch nicht, dass der Bauch hart wird? Nö. Krämpfe? Nö. Kein Ziehen oder Ähnliches? Echt nicht!
Hm.
Na ja, dann solle ich doch bitte mal kurz ins Kabinchen und mich untenrum frei machen, sie würde mal per Ultraschall nach dem Gebärmutterhals und Co gucken.
Also ging ich brav ins „Kabinchen“, durfte anschließend mein Popöchen auf dem Stühlchen parken (ja, ehrlich, das ist O-Ton! Ich hab mir gedanklich dafür auf die Schulter geklopft, dass ich normalerweise bei ihrer Kollegin bin und dass die nicht so redet!) und dann guckte sie mal „rein“. Ergebnis: Muttermund bombenfest verschlossen, GMH unverändert, alles – wie sonst auch – bestens.
Tja. Nachdem ich dann meine Klamöttchen wieder angezogen hatte, eröffnete sie mir, dass sie mich so nicht einfach nach Hause lassen könne. Ich solle auf jeden Fall sofort ins Krankenhaus. Auf unbestimmte Zeit.
Uff. Na gut?
Sie zeigte sich einigermaßen erstaunt, dass ich nicht auf der Stelle in Tränen ausbrach. Normalerweise würden die Frauen dann immer gleich weinen.
Ja, gut, begeistert war ich nicht – hatte ich doch für den nächsten Tag ein Zugticket nach Bremen und hatte mich schon Wochen auf diesen Mini-Urlaub gefreut, und es war mir schon klar, dass ich nicht zeitgleich im Krankenhaus liegen und im Zug sitzen kann. Aber wenns halt sein muss? Und so dramatisch war ja jetzt die Situation auch wieder nicht, dass ich mir großartig hätte Sorgen machen müssen. Mir gings ja prima, und der Haselmaus auch. Wehen, na gut. Hat mich jetzt aber auch nicht SO überrascht – als meine Mutter damals mit mir schwanger war, musste sie auch Anfang des neunten Monats zwei Wochen im Krankenhaus liegen. Ja, genau, wegen vorzeitiger Wehen, die sie selbst gar nicht wahrgenommen hatte. So there. Liegt also praktisch in der Familie!

Ich hab mir also ne Überweisung – nee, Moment, EINweisung heißt das dann, oder? – ausstellen lassen, habe meinen Mann informiert, bin nach Hause gefahren, habe ein paar Sachen gepackt (viel zu viel, wie sich später rausstellte, aber ich wusste ja nicht, wie lang ich bleiben muss), meiner Mutter Bescheid gesagt, schnell noch ein Glas Wasser getrunken und dann stand auch schon mein Mann in der Tür um mich ins Krankenhaus zu bringen. Er war übrigens ob der Situation deutlich gestresster als ich es war. 😉 (Das obligatorische „Geht es los?“ durfte natürlich nicht fehlen…)

Im Krankenhaus klingelten wir schnurstracks im Kreißsaal an, ich winkte mit meiner Über-Ein-Weisung und schilderte die Lage. Dann saßen wir ein Weilchen herum, bis jemand Zeit für uns hatte. Eine nette Hebamme legte mich – na, ratet mal – erstmal ans CTG. Und da lag ich dann. Und lag. Und lag.

Leider funktionierte das mit der Herztonkurve irgendwie nicht so gut. Der Kontakt war ständig weg und so dauerte es ewig, bis da mal was Auswertbares zustande kam. Mein Mann war ein Nervenbündel. Irgendwie tat er mir leid. Eigentlich hätte er an dem Abend zu seinen Eltern fahren wollen sollen, um sich die instand gesetzte Wiege anzusehen. Statt dessen war er völlig überhastet von der Arbeit aufgebrochen, um mich ins Krankenhaus zu fahren, und jetzt musste er da stundenlang blöd rumsitzen. Es war mittlerweile schon etwas später (acht Uhr oder so?), ich hatte den ganzen Tag außer einer Milchschnitte und einem Liter Wasser noch nichts im Magen (ausgerechnet an dem Tag hatte ich das Essen und Trinken sträflich vernachlässigt) und irgendwie war alles doof. Dann rief auch noch Schwiegerpapa auf dem Handy an und musste erstmal beruhigt werden.
Irgendwann wurden wir dann vorläufig erlöst und durften wieder vorne im Wartebereich Platz nehmen. Nach weiterer, längerer Wartezeit kam eine sehr nette junge Ärztin, ließ sich den Tathergang noch einmal von mir schildern und schaute sich die ganze Sache genauer an. Das frischgeschriebene CTG war eigentlich relativ unauffällig. Ja, da waren ein paar höhere Ausschläge, aber nix Beängstigendes eigentlich. Und ansonsten mehr so ein unspektakuläres Herumgezackel. Alles gut. Sie zeigte mir die Kurve: ja, sieht wirklich nicht so wild aus. Ganz anders als die bei der Ärztin. Hm.
Sie zapfte dann mal vorsichtshalber Blut ab. Dann gabs erstmal einen Bauch-Ultraschall, um nach dem Haselmädchen zu gucken. Dem ging es prima. (Und es war tatsächlich immer noch ein Mädchen. So wie vorher bei der Praxiskollegin meiner Ärztin auch schon.) Dann hieß es nochmal: rauf auf den Stuhl, GMH und Konsorten anschauen.
Hmm, hmm. Das sähe ein bisschen nach einer leichten Pilzinfektion aus da drinnen. Ob es denn jucken oder brennen würde? Nein, eigentlich nicht. (Wie sich das anfühlt, weiß ich ja eigentlich. Zu den Zeiten, als ich noch die Pille nahm, durfte ich mich gelegentlich damit herumschlagen.) Ein Abstrich wurde gemacht. Sie meinte, das mit dem Pilz wäre schon sehr wahrscheinlich, sie würde mir auf jeden Fall was dagegen verschreiben, das wäre sinnvoll. Okay!
Der GMH war aber super (wie ja vorher auch schon). Ganze 4 Zentimeter. Muttermund so zu wie man es sich nur wünschen kann. Also eigentlich alles gut!
Tja, hm. Also festzustellen wäre da jetzt eigentlich nix, es sähe (bis auf den vermuteten Pilz) alles prima aus, CTG wäre unauffällig, ich würde mich ja auch gesund fühlen, theoretisch gäbe es keinen Grund, warum ich nicht einfach wieder nach Hause dürfe (an dieser Stelle gingen meine Mundwinkel nach oben!), ABER sie könne mich natürlich nicht einfach auf Verdacht gehen lassen. Normalerweise müssten sie mich bis 34+0 dabehalten. (An dieser Stelle gingen meine Mundwinkel nach unten.) Sie würde jetzt allerdings keinen Anlass sehen, mit Wehenhemmer, Lungenreife und ähnlichem zu hantieren, und wenn sich mein Zustand nicht plötzlich deutlich verschlechtern sollte, würden sie mich auch früher wieder heim gehen lassen (Mundwinkel hoch!).

Mittlerweile war der Abend schon weiter fortgeschritten. Ich wurde auf Station geschickt, bekam ein Bett in einem Zimmer mit zwei schon etwas älteren Damen, sogar noch ein spätes Abendessen (zwei Scheiben Brot mit Wurst und Käse, Mann, hab ich gefeiert!), diversen Papierkram zum Ausfüllen und ein paar nette Vaginaltabletten gegen den ominösen Pilz, dann durfte mein Mann nach Hause und ich schlafen.
Die Nacht war beschissen. Ich hab mich nur hin und her gewälzt.
Zum Frühstück gab es Brötchen und noch mehr Papierkram. Und lange, enge Strümpfe. 😉 Dann kam mein Mann noch für ein Stündchen (vor der Arbeit!) vorbei, das fand ich sehr lieb. ❤ Als er gerade gehen wollte, wurde ich auf ein anderes Zimmer zu zwei anderen Schwangeren verlegt – beide sehr nett, die eine wurde dann aber tatsächlich am gleichen Nachmittag noch entlassen – und anschließend gings dann auch wieder zum CTG. Da ich ja so wenig geschlafen hatte, war es eher ein CTGähn. Und unbequem noch dazu, ich lag irgendwie blöd und konnte mich aber leider nicht anders einrichten, weil sonst die ganze Maschinerie von meinem Bauch gerutscht wäre. Auch diesmal lief es nicht so optimal und ich musste wieder über eine Stunde ausharren. Als ich dann endlich gehen durfte, gab es auch schon fast Mittag. Leider wurde ich von meinem Teller weg geholt und in die Pränatalmedizin geschickt, was mich verwirrte. Wieso das jetzt? Dem Haselkind gehts doch gut? Hilfe?
Es war dann aber doch einfach ne zusätzliche Untersuchung, um sicher zu gehen, dass mit dem Kind alles in Ordnung ist. (Und, ha!, die Ärztin hat dann auch festgestellt, dass meine FA sich beim Errechnen des ET um einen Tag vertan hat. Ich triumphiere!) Es gab nochmal einen ausführlichen Ultraschall (und Junge, die Qualitätsunterschiede in der Darstellung zwischen den Krankenhausgeräten und dem meiner Ärztin sind ja wohl kaum in Worte zu fassen) mit allem Drum und Dran – da wurde so ziemlich jeder Knochen dreimal vermessen, jedes Organ gesichtet und das Haselkind war auch hier – Überraschung! – wieder ein Mädchen. 😉 Nachdem das jetzt fünf Ärzte mit fünf unterschiedlichen Geräten so gesehen haben, halte ich eine Verwechslung für ziemlich ausgeschlossen. Ein nettes Foto im Profil habe ich dann sogar auch noch bekommen. ❤ …und noch mehr Papierkram. Aber ich will mal nicht meckern.

Übrigens hatte das Haselfräulein bei beiden Ultraschalluntersuchungen im Krankenhaus wieder den Fuß im Gesicht. Die Ärzte finden das immer ganz drollig. Ich hingegen mache mir langsam Gedanken, ob sie womöglich beabsichtigt auch so auf die Welt zu kommen. Dann werden wir aber keine Freunde! 😛

Der Rest des Tages war für mich ziemlich ereignislos. Ich habe gelesen, ein bisschen gebastelt, mit der Bettnachbarin gequatscht, mein noch nicht ganz kalt gewordenes Mittagessen fertig verspeist, mich für das Gewitter mit heftigem Regen (und Sonnenschein!)  begeistert und mich tierisch gefreut, dass mein Mann nach der Arbeit noch vorbei kam um mir Gesellschaft zu leisten. Die zweite Nacht war dann auch irgendwie ganz okay.
Freitag war ich dann ein bisschen wibbelig, weil es ja geheißen hatte, dass ich eventuell an diesem Tag gehen könne, wenn alles gut wäre – und es war ja bislang alles gut! Aber erstmal passierte ewig NICHTS.
Dann, endlich: CTG, juchhe! Und das klappte diesmal sogar. Nach nur einer halben Stunde war der Fisch gegessen und die Hebamme meinte sogar schon, das sei ja mal ein TOTAL unauffälliges CTG und damit dürfe ich garantiert nach Hause. Hurra!
Dann passierte erstmal wieder nichts. Ich saß auf dem Zimmer herum und packte schonmal fröhlich die wenigen Dinge, die ich ausgepackt hatte, wieder ein. Dann durfte ich nochmal eine vaginale Untersuchung über mich ergehen lassen – GMH immer noch bei 4 cm, Muttermund immer noch bombenfest verschlossen – und pünktlich zum Mittagessen hieß es dann: Hier, bitte schön, Ihr Entlassungsschreiben, bitte beehren Sie uns doch zur Geburt wieder!

Leider musste ich dann noch auf meinen Mann warten, der von der Arbeit aus ja immerhin auch eine knappe Stunde Fahrt hatte, aber dann konnte ich ennnndlich heim in meine geliebten vier Wände und mich von den ob meiner unangekündigten Abwesenheit leicht beleidigten Katzen ignorieren lassen.

Alles in allem war das also ein streng genommen sehr ereignisloses, praktisch überflüssiges Zwischenspiel. Zum Glück. Ich bin sehr froh, dass alles so harmlos und unproblematisch war und ich nach noch nicht mal 48 Stunden wieder entlassen wurde – ich habe und hatte ein wahnsinniges Glück mit dieser Schwangerschaft und bin dankbar, dass bislang alles so positiv verläuft.

Das einzige, was ich nicht verstehe: wie zum Henker kam dieses Wehen-CTG bei der FA zustande? WIE?

 

Ich bin fort, aber noch hier (Suchbegriffe XII)

Kurz aus der Versenkung, speziell für Pippilottta: die besten Suchbegriffe seit.. öh.. Anfang Juni.

– zeichnerisch ausgelastet (hmm nein, ich könnte mal wieder ein bauchbild anfertigen?)

– ist mir egal ich lass das jetzt so antwort (was für ne antwort? mir doch egal, ich lass das jetzt so…)

– quasselige mutter (ja, leider.)

– kein ansprechen gonal (ich habe nicht mit meinem gonal gesprochen, gewirkt hats trotzdem!)

– sperma anfangs dunkel (das wollte ich so genau jetzt gar nicht wissen.)

– ein unmensch mit weiser lehr (und damit kommt man auf MEINEN blog? muss ich mich angesprochen fühlen? 😦 )

– sekt sieht dunkel aus (dann vielleicht lieber nicht trinken?)

– streichle deinen bär (*hust* okay, mach ich wenn er von der arbeit nach hause kommt! 😉 )