Haselmops: Vier Monate Haselprinzessin

Ich poste das jetzt einfach. Liegt seit drei Wochen auf Halde. Demnächst ist schon der Fünf-Monats-Eintrag fällig und da sollte dieser ja wohl durch sein!

 

Und schon ist wieder ein Monat rum. Die Zeit rast. Jeden Abend frage ich mich, wo denn der Tag wieder hin ist, jedes Wochenende schaue ich verdutzt aus der Wäsche – es war doch gerade erst Montag? – und an jedem 26. eines Monats kriege ich ein wenig Gänsehaut: mein Baby wächst und wächst und wächst.

Was hat sich im vergangenen vierten Lebensmonat getan?

– sie wird immer gesprächiger. Ein richtiges kleines Plappermaul. Kaum, dass sie morgens die Augen aufschlägt, erzählt sie schon die ersten Romane. Stundenlange Monologe sind an der Tagesordnung und dabei freut sie sich zwar, wenn ihr jemand zuhört und gelegentlich antwortet, aber ansonsten ist sie eben selbst ihr bester Zuhörer. Schön ist, dass nicht nur die benutzten Laute immer stärker (auch in der Lautstärke) variieren, sondern dass sie ihre Stimmungen damit ausdrückt. Statt, wenn sie etwas ärgert, direkt loszubrüllen, wird nun erstmal gemault, genölt, gemeckert. Gute Laune hört man ihr ebenso an wie schlechte. Sie kann frech klingen oder begeistert oder missmutig. Hilflos und neugierig. Und manchmal legt sie ihren Kopf an meine Schulter und gibt diese leisen, zärtlichen Geräusche von sich, die nur an mich gerichtet sind. In diesen Momenten tut mir alles weh vor Liebe.

Um jetzt nicht wieder endlos kitschig zu werden: vielleicht noch eine kleine Anekdote? Kürzlich saß ich morgens mit ihr im Bett und alberte mit ihr herum, da wurde sie zwischenzeitlich kurz still. Und dann… „Ma-ma!“ klang es klar und deutlich aus der kleinen Schnute. Ich bin fast rückwärts von der Matratze gekippt.
Zum Glück weiß ich, dass das ein Glückstreffer war. Sie ist noch zu klein um bewusst zu sprechen, auf ihr erstes richtiges Wort werden wir hier noch ein ganzes Weilchen warten müssen (und selbst diese gedoppelten Silben sind eigentlich noch gar nicht dran. Macht sie sonst auch nicht). Es war ein Zufall, der sie diese Lautkombination bilden ließ – weiter nichts. Aber es hörte sich unglaublich entzückend an. Rückblickend. Im Moment des Geschehens war es fast etwas gruselig. 😛

– wo wir schon gerade beim Thema „Bett“ und „Schlafen“ sind: Sie schläft noch immer brav. In der Regel 12 Stunden. In den letzten Tagen allerdings auch gelegentlich weniger. „Nur“ 10 Stunden. Als mir das kürzlich mal ganz geschmeidig von den Lippen ging, war es mir im gleichen Moment schon peinlich. Klingt schon irgendwie doof, oder? Ähem. Letzte Woche wurde sie tatsächlich zwei oder drei Mal morgens gegen fünf wach um kurz zu trinken und anschließend eine Runde zu plaudern. Dann durfte sie mit bei mir im Bett liegen und schlief nach einer kurzen Weile seelenruhig noch einmal für zwei oder drei Stunden ein, ihr kleines Händchen in meiner Hand oder sachte auf meiner Wange liegend. So schön. Ich muss auch gestehen, ich mag es, wenn sie so früh Hunger hat. Denn das erspart mir das Abpumpen. Wenn ich die Wahl habe zwischen zehn Minuten im Bett Stillen (wenn auch nicht im Liegen, weil sonst alles komplett in Milch getränkt wird) und aufstehen-Licht anmachen-pumpen-Milch wegschütten-wieder ins Bett dackeln… dann gewinnt das Stillen mit ziemlich großem Vorsprung. Sorry.
Sie schläft nun also nachts etwas weniger und will gelegentlich nochmal eine Mahlzeit. Das ist fein. Dafür schläft sie auch ab und zu mal tagsüber ein Stündchen. Zwar oft nur auf meinem Schoß/Arm und am liebsten nuckelnd an der Brust (dazu vielleicht demnächst mehr), aber: sie schläft. Gut, ich kann dann die Zeit eben meist nicht „nutzen“. Manchmal wurmt mich das schon ein wenig, wäre es doch die perfekte Gelegenheit, mal das ein oder andere im Haushalt in Ruhe zu erledigen, oder mir selbst mal was zu gönnen: eine ruhige Tasse Tee, ein paar Kapitel in einem Buch lesen, ein bisschen basteln, Mails schreiben, bloggen.. (was hier noch alles auf Halde liegt, unglaublich. Unter anderem immer noch die Award-Sachen. Peinlich.) Das alles geht nicht so wirklich. Bloggen könnte ich übers Handy, aber ich finde es unbequem und nutze es höchstens für kurze Beiträge. Also sitze ich da und schaue statt dessen mein schlafendes Kind an. Und dann denke ich manchmal: eigentlich ist das alles Quatsch. Ich kann mich doch sowieso nicht an ihr satt sehen. Statt zu lesen würde ich doch – selbst wenn ich die Wahl hätte – vermutlich eh wieder mit dem Blick an ihr hängenbleiben. Ich komme einfach nicht von ihr weg. Schwerst verliebt, immer noch. Und wie lange werde ich sie noch schlafend im Arm halten und anschauen können? Ein paar Monate, Jahre.. dann wird das eines Tages vorbei sein und niemals wieder kommen. Und dann wird es mir fehlen. Also: Scheiß auf das Buch, auf den Tee, auf die Mails. Ich liebe diese ruhigen Momente mit meiner Tochter, ihr schlafendes Gesicht, die warme, träge Masse ihres ruhenden Körpers, ihren gleichmäßigen Atem, die kleinen Finger, die sie oft genug um die meinen geschlossen hält. Und es ist auf eine Weise schön, dass ich eine perfekte Ausrede habe, um diese Momente ganz mit ihr auszufüllen und sie nicht für etwas anders aufzugeben.

– aufmerksam ist sie geworden. Vor allem wenn ich an die ersten Wochen zurück denke. Da ist so vieles, was sie nun aufmerksam betrachtet. Die Katzen werden nun interessant. (Auch zum Thema Katzen möchte ich noch bloggen, demnächst, irgendwann.) Der Papa (und ich natürlich) wird mit einem Lächeln begrüßt. Bücher, Küchengeräte, Autos, die draußen die Straße entlang fahren: plötzlich alles todspannend! Das Sofa-Mobile hat dafür nun langsam ausgedient; daran hat sie sich satt gesehen. Das über dem Laufstall geht aber noch, und das am Wickeltisch erst recht. Auch Spielzeuge sind jetzt deutlich interessanter. Der OBall mit der Rassel zum Beispiel. Der ist toll – manchmal SO toll, dass sie sich darüber schlapp lacht. Wütend wird sie aber manchmal, weil der doofe Ball sich einfach nicht in den Mund stecken lässt. Verräter! Sie probiert es trotzdem energisch weiter. Irgendwann wirds schon klappen!
Das mit dem Greifen geht jetzt auch schon richtig gut und meist recht zielsicher. Plötzlich streckt sie auch interessiert nach allem die Hand aus, was ihr ins Auge fällt – und motzt, wenn sie es nicht bekommt. Sie betrachtet die Gegenstände, wenn sie sie in Händen hält, eingehend. Lutscht sie ab (jetzt doch). Betastet, befühlt, be-greift die Dinge. Das ist wunderschön zu beobachten, ich kann mich daran gar nicht satt sehen. Wie selbstverständlich gibt sie nun auch Gegenstände von einer Hand in die andere.

Dafür hat sie das Drehen – zumindest mit der ursprünglichen Methode (Beine hoch, umkippen) zunächst wieder aufgegeben. War ihr wohl zu umständlich, langweilig, anstrengend.. wer weiß. In Bauchlage hält sie es (endlich!) zunehmend länger aus und staunt manchmal richtig, was sich da so alles entdecken lässt. Allerdings wird es ihr noch immer sehr plötzlich alles zu blöd und dann ist aber die Hölle am Brennen! Da wird geschimpft und gebrüllt, dass mir die Ohren klingeln. Es hilft auch nichts, sie dann einfach wieder auf den Rücken zu drehen, sie hochzunehmen oder ablenken zu wollen. Da hilft nur Stillen. Oder Wickeln. Denn auf dem Wickeltisch ist sie glücklich. Da kann sie dann – egal wie mies ihre Laune vorher war – auch plötzlich drauflos lachen und sich gar nicht mehr einkriegen vor Freude. Und das liebe ich. ❤ …mal abgesehen davon, dass ich dann auch selber lachen muss, weil sich ihr Lachen manchmal einfach wirklich zu lustig anhört. Wie ein verrücktes Eichhörnchen. 😛

– das mit dem Spucken wird wirklich langsam besser. Wir müssen nicht mehr unzählige Male am Tag den Schlabberlatz austauschen. Auch der wirklich beängstigende Spucktuchverbrauch der vergangenen Monate ist mittlerweile Vergangenheit. Eins am Tag reicht. (Und ich durchnässe auch nicht mehr bei jedem Stillvorgang eines. Hurra!) Na gut, manchmal sind es auch zwei. Aber es ist überschaubar.

– Wir sind ein richtig gutes Team geworden, sie und ich. Ich hatte in den ersten Wochen oft Sorge, dass da irgendwas nicht so ganz funktionieren könnte, da das mit dem Bonding am Anfang nicht so ganz ideal war (dazu dann aber mehr im letzten Teil des Geburtsberichtes, den ich irgendwann hoffentlich wirklich noch poste). Aber jetzt mache ich mir da keine Gedanken mehr. Dass ich sie abgöttisch liebe, ist eh klar – und wenn ich mir anschaue, wie positiv sie auf mich reagiert, wie schnell und problemlos sie sich meist von mir beruhigen lässt (sie schreit ja gern mal wegen irgendwas los, aber eben nur kurz), dann muss ich mir wohl echt keine Sorgen machen, was sie wohl von mir hält..
Auch wenn der Papa nach Hause kommt, freut sie sich sehr, und sie albert auch gern mal mit ihm herum. Allerdings ist bei schlechter Laune meist doch nur die Mama richtig.
Sie reagiert aber auch fröhlich und aufgeschlossen auf andere Menschen – Freunde, Verwandte, Bekannte, aber auch völlig Fremde – und flirtet und lacht mit ihnen. Ich weiß, dass das in ein paar Monaten (wenn sie anfängt zu fremdeln) wieder ganz anders aussehen kann, aber für den Moment freue ich mich sehr darüber.

– Sie ist gut im Futter. Wohlgenährt. Hamsterbäckig. Babyspeckig. Eine kleine Pummelfee. Und das nur vom Stillen! Bei der zweiten Impfung vor einer Woche wog sie gut 6,7 kg. Wahrscheinlich hat sie mittlerweile die 7-Kilo-Marke geknackt. Seit ein paar Tagen ziehe ich ihr nun die ganzen wunderschönen 68er-Klamotten an, von denen ich vor jedem ersten Anziehen denke: Mannomann, das ist doch viel zu groß! Sie wird drin versinken! – weit gefehlt. Am Kind sitzen leider viele Teile schon ganz schön stramm und einiges musste ich sogar direkt aussortieren. Wah? Ich glaube ich muss wohl doch schon die ersten Teile in 74 besorgen.. dabei ist sie doch erst 63 cm groß – wie kann das sein?? (Wieso können sich die Babymode-Hersteller denn nicht an den Zentimeter-Größenangaben auch orientieren, wenn sie sie schon verwenden? Grummel.)

 

….an dieser Stelle kam ich nicht mehr zum Weiterschreiben. Seis drum.
Es tut mir leid, dass der Blog derzeit so wenig neue Einträge vorweisen kann. Aber ich komme echt nicht dazu. Es sei denn ich würde meinen Schlaf opfern. Und das will ich nicht – denn wer weiß, wie lange ich ihn noch in so hinreichender Menge bekomme.
Es gäbe viel zu erzählen. Viele, viele Dinge will ich ja schon ewig geschrieben haben, möchte sie aber gern in einer vernünftigen Reihenfolge abfrühstücken und vorher wird auch nichts anderes vorgezogen. Ich hoffe sehr, dass ich es IRGENDWIE demnächst auf die Kette bekomme, denn, ganz ehrlich: das Bloggen fehlt mir und vor allem hat es auch eine Erinnerungsfunktion für mich. Ich merke nämlich, dass ich ganz viele ganz tolle Dinge aus dem Leben mit Maus wieder vergesse, wenn ich sie hier nicht festhalte. Und das möchte ich eigentlich nicht. Also: toi, toi, toi, dass hier bald wieder mehr passiert.

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Verweile doch, du bist so schön! – Drei Monate Haselprinzessin.

Getippt machts um halb vier mit der rechten Hand, während die linke die Milchpumpe bedient. 😛 Aber was will man machen? Sonst finde ich die Zeit nicht dazu, denn wir haben bis zum Beginn des neuen Jahres noch ein straffes Programm. Deswegen werde ich versuchen mich kurz zu halten und orientiere mich mal grob am Zweimonats-Eintrag…

Mobiles stehen hier immer noch hoch im Kurs. Weihnachtsbeleuchtung in jeglicher Form findet sie aber auch toll, und zu Weihnachten hat sie von meiner Mutter einen hübschen Spielebogen aus Holz bekommen, unter dem sie offenbar mit großem Vergnügen liegt und mit dem sie sich am zweiten Weihnachtsfeiertag problemlos den Großteil des Tages beschäftigen ließ – was mich zugegeben hoffen lässt, dass ich mich in naher Zukunft dann vielleicht auch mal fünf Minuten von ihr entfernen kann um zum Beispiel eine Kleinigkeit nicht nur zu kochen, sondern anschließend – whoa! – auch zu essen. 😉 Von mir aus auch im Schneidersitz neben ihr auf dem Fußboden (essen, nicht kochen!) und mit Unterbrechungen. Wobei sie gestern zwar auch Spaß mit dem Bogen hatte, aber trotzdem unglaublich anhänglich war. Da scheint sich der nächste Schub anzubahnen, denn sie wollte am liebsten den ganzen Tag nuckelnd an meiner Brust verbringen. Ich hoffe, dass dadurch bei mir jetzt nicht wieder die Milchproduktion explodiert (bitte nicht!), denn es hatte sich nun gerade endlich mal begonnen ein wenig zu reduzieren, was auch für die Haselmaus durchaus von Vorteil war – die letzte Woche hat sie lang nicht mehr so viel gespuckt wie zuvor. Aber wer weiß, ob das nun so bleibt.
Tagsüber schlafen ist nun offenbar endgültig out. Insgesamt ist es vielleicht ein Stündchen, aber meist nur fünf bis zehn Minuten am Stück. Einzige Ausnahme ist die Zeit im Tragetuch, da schläft sie dann tatsächlich auch mal eine ganze Stunde oder länger – letztens habe ich mich sogar mit ihr im Tuch, nachdem sie eingeschlafen war, mal gaaanz vorsichtig aufs Sofa gelegt und sie hat selig weitergeratzt (und das, obwohl sie sonst niemals auf meinem Bauch schlafen würde. NIE.MALS). Nachts hat sie sich derzeit bei 12-14 Stunden eingependelt und ich denke, dass es mehr nun wirklich nicht mehr wird. Meistens sind es ziemlich genau zwölf Stunden, auch dann, wenn es außer der Reihe mal etwas später ins Bett geht (wie vorgestern, als wir erst gegen halb elf wieder daheim waren).
ESSEN ist – oder war? Hallo, Schub! – die letzten zwei Wochen ein etwas entspannteres Thema. Sie wollte nun nicht mehr unbedingt stündlich, sondern eher alle zwei Stunden gestillt werden, was ich ganz okay finde. Sie trinkt dann ungefähr zehn bist fünfzehn Minuten, dann ist sie voll bis Oberkante Unterlippe (es schwappt dann sozusagen oben schon wieder raus 😛 ), und ich genieße das Stillen ehrlich gesagt sehr. (Ein eigener Post zum Thema ist seit über zwei Monaten in der Mache, aber ich wette bis der mal fertig ist gehen noch zwei Monate ins Land.) Was ich sehr, SEHR süß finde und sie seit einer Weile gelegentlich macht, ist, wenn sie zwischendrin einen Moment abdockt um mich anzustrahlen. Manchmal kommentiert sie das auch kurz. („EöööhMMMMHH!“) Sie legt nun noch häufiger die Hände an und „streichelt“ beim Stillen die Brust. Ich weiß, dass es keine bewusste Handlung ist, aber es tut trotzdem der Seele gut und sie wirkt einfach so zufrieden dabei. ❤
Sie packt außerdem recht energisch alles, was ihr zwischen die Finger gerät, und befördert es dann zielstrebig in den Mund – schiebt es dann allerdings meist auch sofort mit der Zunge wieder hinaus und verzieht das Gesicht. Ausgiebiges Ablutschen ist wohl noch nicht so das Thema; Dinge, die nicht nach Milch schmecken, sind einfach nichts! Meine Hände sind aber ein beliebtes Spielzeug und die werden auch gerne häufiger mal vorsichtig „beschmeckt“. Andere Spielsachen interessieren sie nur mäßig.
Worauf sie aber nun mit großem Interesse reagiert, ist Musik. Die Spieluhr von Oma ist dazu geeignet, sie schlagartig abzulenken, wenn sie eigentlich gerade losknatschen möchte, und auch Gesang ist offenbar etwas, das ihr zusagt. Ich habe schon in der Schwangerschaft viel für sie gesungen und habe das nach der Geburt fortgeführt. Zugehört hat sie schon immer recht gerne, aber an Heiligabend machte sie mir dann ein ganz besonderes Geschenk: sie fing spontan an, „mitzusingen“. Das ist so unglaublich niedlich und unterscheidet sich tatsächlich ein wenig von ihren sonstigen Lautäußerungen – die aber auch zunehmend ausgefeilter werden und mich immer noch zum Schmunzeln und Staunen bringen.

Auch was die Körperbeherrschung angeht scheint sich nun einiges zu tun. Sie scheint noch immer kein größeres Interesse an gezieltem Greifen zu haben – ich habe nicht den Eindruck, dass sie etwas ins Auge fasst und sich bemüht, es zu bekommen, sondern es ist meist eher so ein beiläufiges Zupacken. Dafür scheint sie aber zunehmend eine aufrechte Körperhaltung anzustreben. Sie wird immer noch gern viel von mir auf dem Arm durch die Gegend getragen, aber seit zwei, drei Wochen bitte nicht mehr im Liegen, sondern ausschließlich aufrecht an der Schulter, da sieht man besser! Den Kopf muss ich nun auch schon eine ganze Weile praktisch nicht mehr stützen, sie hält ihn sehr selbstverständlich aufrecht, in Bauchlage auch bereits eine ganze Weile im 90-Grad-Winkel. Das Thema „Bauchlage“ ist langsam auch nicht mehr so dramatisch. Bis vor kurzem hatte sie es gehasst. (Ich überlege, ob es vielleicht auch daran liegt, dass sie in den ersten Wochen kaum auf dem Bauch lag – auf meinen konnte ich sie zu Beginn wegen der frischen Kaiserschnittnarbe nicht wirklich legen und ich hatte sie ja immer sehr viel auf dem Arm…) Seit einigen Tagen entwickelt sie aber zunehmend ein Interesse daran, die Welt aus dieser Perspektive zu betrachten. Allerdings nur für ein, zwei, manchmal drei Minuten. Sie versucht nach wie vor vergeblich, sich auf ihren Ärmchen hochzustützen, schiebt auch mit den Beinen, aber es klappt einfach noch nicht so, die Arme tragen sie noch nicht, und dann ist sie schnell frustriert und äußert ihren Unmut. Auf dem Rücken liegend strampelt sie mit viel Elan, und ich denke, dass da die ersten Ansätze für den Versuch einer Drehung zu erkennen sind. Bis das klappt, dauert es aber bestimmt noch ein Weilchen, und das finde ich auch ganz okay so. 🙂 Wenn man sie auf dem Schoß hat, macht sie seit einigen Tagen Anstalten, sich nach vorne aufzurichten, zumindest wirkt es so, als wolle sie sich in eine sitzende Position bringen. …meine liebe Haselmaus! Sitzen?  Nein, nein, bitte lass dir damit noch ein wenig Zeit! Das kann ja wohl nicht sein! – Ich bin aber schon erstaunt, welche Bewegungen sie da zum Teil zustande bringt. Das Kind hat, wie es scheint, eine ausgeprägtere Bauchmuskulatur als ich. (Okay, ist wahrscheinlich auch nicht schwer. *g*)

Vor anderthalb Wochen hat sie die U4 gut hinter sich gebracht. Sie ist tüchtig gewachsen, schon knapp 61 Zentimeter groß (bei der Geburt waren es 53) und gute sechs Kilo schwer, also durchaus gut im Futter. 🙂 So langsam können wir nun schon die ersten 62er Klamotten aussortieren, bis Ende Januar trägt sie vermutlich durchgängig 68.. es ist unglaublich, wie schnell das geht, sie war doch vor gar nicht so langer Zeit noch sooo winzig??
Bei der U4 gab es auch die ersten Spritzen – wir impfen nach STIKO -, die sie zwar nicht schön fand, aber mit erstaunlich wenig Geschrei quittiert hat. Bis zum Abend stieg ihre Temperatur auf 39,5° und dann gab es ein Fieberzäpfchen, aber sie wirkte dafür noch erstaunlich munter und schlief dann auch ganz normal die Nacht durch. Kein Geschrei, kein Gejammer. Alles gut.

Sie ist so ein liebes Kind. Ich kann unser Glück noch immer nicht fassen. Es geht alles so rasend schnell und einerseits wünschte ich wirklich, sie könnte für immer so klein bleiben, andererseits ist es so faszinierend, ihr beim Wachsen und Lernen zuzusehen, und jeder kleine Schritt bereitet mir und ihr so viel Freude.
Kleine Haselmaus, du bist der größte Schatz, den diese Welt birgt, und das Strahlen deiner Augen ist das, was ich fortan jeden Tag sehen möchte. Ich liebe dich. Rock on.
Deine Mama. ❤

59 Tage ODER „Lllauuwlll“.

Letzte Nacht war das Haselkind sehr unruhig. Sie schnaubte und schniefte im Schlaf und warf den Kopf hin und her und zappelte und wachte offenbar immer wieder auf. Um vier Uhr (ich hatte GERADE abgepumpt und die Milch eingefroren und war zurück ins Bett gekrabbelt) wurde sie sogar wach und hatte Hunger. Richtig schlafen konnte sie danach auch scheinbar nicht, also wanderte sie zu uns auf die Besucherritze. Da ging es dann halbwegs.

Heute früh fand ich dann aber auch heraus, warum die Nacht so unruhig gewesen war: das Haselkind hatte Worte gefunden.

Wenn die Haselmaus wach wird, strahlt sie mich immer an, zappelt vergnügt herum und freut sich ganz offensichtlich. Heute überraschte mich mein bis dahin eher stumm gebliebenes Kind mit freudigem Gebrabbel. Das, was sie von sich gibt, sind nicht mehr instinktiv ausgestoßene, kurze Laute. Nein, sie artikuliert. Sie formt Töne in ihrem Mund, lässt sie heraus flattern wie flügge werdende Vögelchen und schaut selber ganz erstaunt und begeistert über das, was sie da zustande bringt. Es sind die ersten feinen Fäden lautlicher Kommunikation, die sie knüpft, und ihre Augen strahlen, wenn ich darauf reagiere. Vorhin unterbrach sie sich sogar selbst beim Stillen, um mir schnell noch etwas zu erzählen.
Ich bin völlig überwältigt und muss bei jeder ihrer Äußerungen lachen – gleichzeitig stehen mir einmal mehr die Tränen in den Augen, weil es so unglaublich ist. Gestern konnte sie das doch noch nicht? Wo kommt das so plötzlich her? Wie seltsam das ist, dass sie – über Nacht – diesen riesigen Schritt getan hat, der so unscheinbar wirkt und doch so viel bedeutet.
Es tat mir richtig weh, als mein Mann sie vorhin ins Bett brachte. Ich hätte am liebsten noch stundenlang ihrem niedlichen Geplauder gelauscht. Aber ich tröste mich damit, dass ich es morgen wieder hören werde. Von jetzt an jeden Tag. Und ich freue mich darauf.

Ohje, sie wächst!

Das Haselkind ist jetzt fast acht Wochen alt. Und gerade tut sich da ganz schön was. Leider mit Nebenwirkungen.

Zwar schläft die Mauseprinzessin nachts nach wie vor friedlich ihre acht bis zehn Stunden durch, ist aber dafür tagsüber ständig unzufrieden-  und wenn sie nicht unzufrieden ist, dann nur weil sie gerade trinkt. Gerade eben hat sie eine geschlagene Dreiviertelstunde an meiner Brust verbracht. Klar, das war zumindest die letzte halbe Stunde wohl eher Beruhigungsnuckeln, aber eigentlich ist das egal. Tatsache ist: sie braucht meine Nähe und ablegen ist einfach nicht. Deshalb sitze ich momentan den Großteil des Tages (wenn wir nicht mit Auto und/oder Kinderwagen unterwegs sind, was ebenfalls ganz gut funktioniert) im Dunkeln, Klamotten auf Halbmast, Kind auf dem Arm und chatte nebenher ab und zu ein wenig über WhatsApp. Ab und zu packe ich sie auch ins Tragetuch – dann, wenn ich den Haushalt morgens früh, wenn sie noch schläft, nicht ausreichend erledigt kriege und das einfach erledigt werden muss. Klappt aber nur gut, so lange ich mich hinreichend bewege und keine Handlungen ausführen muss, bei denen ich mich ständig bücken müsste (Katzenklos säubern) oder die womöglich gefährlich für das Haselmädchen wären (Hantieren mit heißem Wasser, Messern o.ä., Kochen).
Schreien tut sie letztendlich nur sehr wenig – ein paar Minuten am Tag höchstens. Ich kann sie mittlerweile sehr gut „lesen“ und weiß, was ich tun muss, damit sie sich nicht richtig sie in Rage brüllt (Ausnahme: Sonntag Abend. Da hat sie zwei Stunden lang hochdramatisch geschrien, da half später gar nix mehr.) – vor allem heißt es: schnell sein. Sobald sie bestimmte Geräusche von sich gibt, weiß ich: gleich gehts los. Und dann muss möglichst schnell der Quell des Unbills entdeckt und beseitigt werden. Hunger, volle Windel, Bauchweh, Langeweile, Reizüberflutung oder einfach schlechte Laune. Oder Sehnsucht nach Mama. Das lässt sich relativ gut bewältigen. Sie schreit dann nicht. Aber dafür komme ich eben auch zu nichts. Zum Beispiel auch nicht dazu, die mittlerweile 6 (!) Award-Nominierungen fertig zu bearbeiten. (Sind aber FAST fertig, versprochen. Und einfach wegfallen lassen mag ich die nicht. Freue mich zu sehr darüber, nominiert worden zu sein. 😉 )Oder die längst überfälligen Danksagungskarten endlich fertig zu erstellen. Oder mal die ganzen Blogeinträge zu verfassen, die noch darauf warten (auch wenn ich einige „angefangene“ in der Pipeline habe). Oder einfach mal was Warmes zu essen zwischendurch.

 

So, und jetzt regt sich das sorgfältig gepuckte, an meinen Oberschenkel gekuschelte Bündel und quiekt.. und pupst. Ich glaube, dieser Eintrag ist jetzt zuend…..

Jetzt und Immer.

Ich habe mir nie ein Baby gewünscht – ich habe mir ein Kind gewünscht. Das ist ein Unterschied.
Mit Babys konnte ich nie viel anfangen. Klar, die sind süß. Aber das war’s doch auch schon. Die liegen nur rum, strampeln, pupsen, trinken, und manchmal schreien sie auch. Mein Ding waren eher die grösseren Kinder – die, mit denen man spielen und kommunizieren kann. Da hatte ich echt ein Händchen für. Kinder mögen mich.
Dementsprechend habe ich nie so sehr auf das Haselkind als Baby hingefiebert. Eher auf die Zeit, wenn es anfinge zu laufen, zu sprechen, die Welt zu entdecken.
Und nun sitze ich hier mit diesem Wesen mit den winzigen, aber schon so kräftigen Händchen, das sich noch nicht klar artikulieren kann, blicke in sein schlafendes Gesicht oder in seine strahlenden Augen, wenn es lacht, und möchte sagen: Bitte bleib so. Bitte werde nie erwachsen.

Jeder Moment mit unserer Haselmaus ist so besonders und sie ist so hinreissend süß, dass ich nicht möchte, dass diese Zeit irgendwann vorbei ist. Ich weiß, dass es so sein muss und dass es gut und richtig so ist, dass es toll sein wird zu sehen wie sie sich entwickelt und sich die Welt zueigen macht (ich frage mich oft, was für ein Charakter sie wohl als erwachsene Frau sein wird und versuche sie mir vorzustellen), aber ein Teil von mir trauert darum, dass wir das Baby verlieren müssen, um das Kleinkind zu sehen, das Kleinkind gegen das Schulkind einlösen müssen und dieses wiederum dem Teenager wird Platz machen müssen. Ich möchte die Zeit, diese perfekten Momente, für immer festhalten, ich will nicht, dass sie vorübergehen, auch wenn sie durch etwas anderes, genauso Schönes ersetzt werden. Irgendwann werde ich vergessen haben, wie sich die kleinen Fingerchen beim Stillen um meine schliessen, wie dieses breite, lautlose Babylächeln aussieht, das da im Schlaf über ihr Gesicht huscht, wie munter ihre Beinchen strampeln, wenn sie wach und gut gelaunt ist. Es gibt Fotos und Videos, aber dieses warme, unvergleichliche Gefühl des Augenblicks wird für immer verloren sein, genau wie ihr Duft, ihre grenzenlose Hingabe an mich als ihre Mutter. Sie wird selbständig, erwachsen werden, eine Persönlichkeit entwickeln und das wird spannend und unbegreiflich und wunderschön sein. Aber gleichzeitig wird sie sich Schritt für Schritt auch von mir entfernen, und das tut weh, jetzt schon. Ich sehe sie an und weine (ja, immer noch, täglich!), weil das alles so verrückt und voller Glück ist und ich am liebsten die Zeit für immer in diesem perfekten Augenblick einfrieren würde. Aber vielleicht sind diese Momente auch deshalb so besonders – weil wir wissen, dass sie einmalig und vergänglich sind, und dass wir sie ganz fest in unseren Herzen bewahren müssen.

Kinder sind uns ja nur für kurze Zeit gelieh‘n,
Und sie sind ja gekommen, um weiterzuzieh‘n.
Doch sie gehen zu lassen, ist die schwerste Lektion.
Geduld, kleines Mädchen, ich lern‘ sie ja schon.

(Reinhard Mey: Kleines Mädchen)

The power of Mama.

Unsere kleine Haselprinzessin steckt wohl gerade in ihrem ersten Wachstumsschub.. Die Nächte sind nach wie vor ruhig und erholsam, aber tagsüber ist sie sehr anhänglich, nörgelig, ständig hungrig und verlangt volle Aufmerksamkeit. Das ist zwar  anstrengend, aber für mich völlig okay – sehe ich doch gleichzeitig, wie sie sich rasant entwickelt. Sie kann schon wahnsinnig lang selbst den Kopf halten, sie erkennt mein Gesicht und meine Stimme, folgt mir mit den Augen und versucht bereits, sich in Bauchlage auf den Armen abzustützen. Unser großes Mädchen!

Vorhin nun – wir waren gerade beim Abendessen – fing sie lautstark an zu nörgeln. Hunger hatte sie keinen, frisch gewickelt war sie auch.. ich zog mich mit ihr ins abgedunkelte Schlafzimmer zurück, damit sie zur Ruhe kommen und ich sie anschließend ins Bett legen könnte. Es half aber alles nichts – sie jankte und meckerte. Nach wenigen Minuten kam mein Mann, um sie mir abzunehmen, damit ich mein halb gegessenes Abendessen endgültig vernichten könnte. Ich ließ die beiden allein, leerte meinen Teller und wollte schlussendlich einen Blick in meine Mails werfen, als sich das unzufriedene Quäken zu ohrenbetäubendem Gebrüll steigerte. Ich lief zurück ins Schlafzimmer, mein Mann kam mir mit der Kleinen im Arm bereits auf dem Flur entgegen – meinte, dass sie wohl doch noch Hunger hätte. Ich stimmte zu, streckte die Arme aus, um das lauthals schreiende Kind entgegenzunehmen…. im gleichen Moment, in dem sie meine Stimme hörte, verstummte sie schlagartig und drehte den Kopf in meine Richtung.
Ich setzte mich mit ihr aufs Bett, wollte sie noch anlegen – da war sie bereits eingeschlafen. Tief und fest. Und jetzt sitze ich seit einer geschlagenen Stunde hier, das kleine warme Bündel auf dem Arm, betrachte ihr schlafendes Gesichtchen und möchte sie am liebsten nie wieder loslassen. Mein Baby hat mich vermisst. Ach Gott, wie ich dieses kleine Menschlein liebe!