37+0: Time flies

Mein liebes Haselhäschen,

es ist kaum zu glauben, aber die Zeit in deiner Kuschelhöhle neigt sich jetzt rasant dem Ende zu. Wie lange es noch dauert, bis ich dich im Arm halten darf, weiß ich nicht zu sagen, aber eins ist klar: es ist absehbar. Wir schreiben 37+0, das bedeutet: ab jetzt wärest du offiziell kein Frühchen mehr. (Na gut, offiziell erst ab übermorgen. Meine erste Ärztin hatte dich anfangs mal anhand des Ultraschalls 2 Tage zurück datiert und deswegen ist der errechnete ET jetzt offiziell eben erst am 17. 11. statt am 15. – was ich Quatsch finde, weil ja das Datum deiner Zeugung hundertprozentig sicher vorliegt und danach sollte man sich ja wohl eigentlich richten, aber na gut. Was sind schon zwei Tage.. Tu mir nur bitte den Gefallen und halte noch bis übermorgen die Füße still, sonst muss ich dich nämlich vermutlich woanders als im Wunschkrankenhaus zur Welt bringen und das fände ich persönlich sehr, sehr schade..)
Du bist nun also theoretisch bereit, die große bunte Welt hier draußen kennen zu lernen, und wir freuen uns schon sehr auf dich. Aber du darfst dir gern noch ein wenig Zeit lassen, wir warten auch. Ich muss zwar gestehen, dass es im Moment recht beschwerlich ist mit dem großen Bauch (zumal ich diesmal ja nicht einfach die Zeit bis zur Geburt gemütlich auf dem Sofa fläzend verbringen kann, sondern den ganzen Tag hinter deiner verteufelt agilen Schwester her hechte 😉 ), aber ich weiß auch, dass ich es später vermissen werde, und daher koste ich diese letzten Tage so gut wie möglich aus, streichle deinen Rücken, wenn du dich mal wieder von rechts nach links und von links nach rechts drehst, schmunzle wenn du mal wieder Schluckauf hast und genieße einfach diese riesige irre Vorfreude auf dich kleinen Menschen.
Und ich habe Glück: es geht mir gut. Zwar bin ich recht schwerfällig geworden und oft wahnsinnig müde (was aber eben auch daran liegt, dass ich deine Schwester den ganzen Tag bespaße – das ist schon unschwanger nicht unanstrengend, in meinem aktuellen Zustand aber wirklich oft eine Herausforderung), ansonsten bin ich aber auch diesmal von größeren unangenehmen Begleiterscheinungen/Schmerzen verschont geblieben. Nicht mal Wasser eingelagert habe ich diesmal, jedenfalls nicht in nennenswerten Mengen, ich kann also mit etwas Glück bis zum Tag X weiter meine normalen Schuhe tragen und muss nicht in Flipflops durch den Herbstregen watscheln. 😉
Ja, der Bauch ist wohl recht groß, wie ich aus den Reaktionen meiner Mitmenschen schließen muss (hört doch bitte auf zu glotzen?!), es sind mittlerweile auch zwei bis drei Zentimeter mehr Umfang als zum Ende der ersten Schwangerschaft, die Umstandsklamotten sind recht knapp, aber hey. Ich kann mir noch immer die Zehennägel selbst schneiden, die Schuhe anziehen und ich passe noch hinters Steuer meines Autos, also stört mich das herzlich wenig. Deine Schwester muss jetzt leider damit leben, dass längere Spaziergänge erstmal (sie würde sagen: „erbsmal“) gestrichen sind, weil man hier ja nach wenigen Minuten mitten in der Pampa steht wo mit etwas Pech tagelang kein Mensch vorbei kommt, und das ist mir so, hochschwanger und in Begleitung eines – wenn auch sehr ausdauernd laufenden und kooperativen – Kleinkinds, etwas zu heikel. Wir sind trotzdem täglich an der frischen Luft und bewegen uns so viel wie möglich.

Du bist immer noch ein eher ruhiges Kind. Zwei oder drei Mal hast du da im Bauch ein paar Minuten Party gefeiert, ansonsten begnügst du dich im Wesentlichen damit, ab und zu mal ein wenig die Position zu verändern, was ich dann aber aufgrund deiner aktuellen Größe mittlerweile schon sehr deutlich spüre.
Du warst auch so lieb und hast dich irgendwann (in der 35. Woche oder so?) aus der von dir bis dahin bevorzugten Beckenendlage bewegt und dich mit dem Kopf nach unten gedreht, was mich wirklich sehr gefreut hat. Zwar hätte die BEL nicht unbedingt zwingend einen Kaiserschnitt bedeutet, aber das Risiko wäre schon höher gewesen. Sorge hatte ich allerdings tatsächlich nicht mehr wirklich deswegen, schließlich habe ich – so scheint mir – dass für mich, für uns perfekte Krankenhaus als Geburtsort gefunden und dort ist man sehr erfahren mit spontaner Entbindung nach Sectio sowie auch mit BEL-Geburten. Überhaupt, ich war nun dreimal dort (zum Informationsabend, zur Geburtsanmeldung und zur Geburtsplanung) und war wirklich immer angetan vom Gesamtpaket dort – ich freue mich unheimlich darauf, dich dort zum ersten Mal in die Arme schließen zu dürfen. (Und wer weiß, vielleicht blogge ich auch noch mal ausführlich darüber, was ich alles toll finde dort. Ich würde gerne. Aber wenn, dann tue ich das nach der Geburt, wenn sich das Haus im Praxistest bewährt hat. 😉 )
Zurück zu dir: du bist zwar ruhig, aber augenscheinlich zeitgemäß entwickelt und fit. Beim Ultraschall, der im Rahmen der Geburtsplanung im Krankenhaus in der 36. Woche stattfand, wurdest du auf etwa 2600 Gramm geschätzt, also total im Rahmen. Und: wir haben sogar überraschend noch ein Outing bekommen. Nachdem du dich wirklich bei allen vorherigen Gelegenheiten immer ganz verschämt herumgedrückt hast, hast du der Ärztin dort (und damit auch mir) doch noch einen recht eindeutigen Blick gewährt. So ganz hundertprozentig darauf verlassen möchte ich mich nun nicht mehr, aber ich muss ganz ehrlich gestehen dass es mir auch gar nicht mehr wichtig war. Ich war sogar fast ein wenig enttäuscht, dass nun der Überraschungseffekt bei der Geburt (wahrscheinlich) weg fällt.. aber es hat einige Familienmitglieder sehr gefreut, es doch noch vorher zu erfahren, von daher war es doch ganz schön. 🙂 Da du aber dein Geheimnis so lange Zeit so gut verborgen hast, werde ich es zumindest hier noch nicht verraten, versprochen.

Ein ganz kleines bisschen Sorge in diesem ganzen Unkomplizierte-Endschwangerschaftskram muss aber wohl sein. So wurde bei eben diesem Ultraschall auch festgestellt, dass die Fruchtwassermenge sich mittlerweile eher in der unteren Norm bewegt und deswegen weiterhin im Auge behalten werden sollte.. und das hat sich dann leider auch bei der Vorsorge vergangene Woche bestätigt. Es ist zwar nicht kritisch bisher, aber eben auch nicht optimal, und wenn man dann noch die Weisung bekommt, verstärkt auf die Kindsbewegungen zu achten, dann muss man schon ein wenig aufpassen, deswegen nicht in Sorge zu geraten. Übermorgen ist der nächste Termin, da wird dann noch einmal drauf geschaut, und ich muss gestehen, dass ich schon ein wenig Schiss davor habe, dass es plötzlich heißt: Einleitung. Oder sonstwas.
Klar, das Wichtigste ist, dass es dir gut geht, dass du gesund bist. Aber ich würde mir noch dazu wünschen, dass du selbst entscheidest, wann du so weit bist geboren zu werden. Für dich – und für mich. Plötzlich rausgeschmissen zu werden ist mit Sicherheit nicht so toll, und ich.. tja, ich habe einfach etwas Sorge, dass eine Einleitung auch diesmal wieder so laufen würde wie beim letzten Mal, und die Ansage habe ich schon bekommen: Wehensturm ist nicht drin, dann heißt es: Kaiserschnitt. Und das fände ich dann schon etwas traurig, für dich, für mich und auch für deine Schwester, die dann wohl etwas länger auf die Mama verzichten müsste, denn dann werde ich wohl wieder länger im Krankenhaus bleiben müssen als mir lieb ist.
Deswegen hoffe ich einfach, es ist am Donnerstag alles noch gut und wir können einfach so weitermachen wie bisher. Und wer weiß, vielleicht ziehst du ja dann vor dem nächsten Termin auch von alleine aus..
Auf jeden Fall sind wir nun auf der Zielgeraden. In sehr wenigen Wochen, vielleicht auch nur Tagen, bist du bei uns, und um ehrlich zu sein kann ich mir das immer noch nicht so wirklich vorstellen und es auch nicht so recht glauben. Real wird es wohl erst, wenn ich dich dann im Arm halte. Wann immer das auch sein mag. Ich freue mich sehr darauf, mein kleines Hasenkind. ❤

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24+0: Wieder ein Meilenstein geschafft.

Es ist ein Wunder, dass ich gerade am Rechner sitze – die Haselmaus schläft nämlich, obwohl es erst früher Nachmittag ist. 😛 Echt erholsam, muss ich sagen.
Die letzten Wochen hatte ich ziemlich zu kämpfen. Ich weiß, irgendwie ist das schon albern, dass so ein fehlender Mittagsschlaf so dermaßen reinhaut und mich phasenweise wirklich so an den Rand der Erschöpfung bringt, dass ich wirklich das Gefühl hatte zusammenzubrechen.. aber es ist so. Ich laste das auch der Schwangerschaft an. Ich bin im Moment einfach nicht so leistungsfähig wie ich es sein sollte, aber es gibt eben auch keine Möglichkeit mich zu entlasten (ne Haushaltshilfe vielleicht, aber wer will das bezahlen..), und wenn dann die Haselmaus – wie gerade geschehen – mal wieder eine Ich-will-aber-rund-um-die-Uhr-bespaßt-und-herumgetragen-werden-Phase hat und mich keine fünf Minuten mal was anderes machen lässt, dann geht das ganz schön an die Substanz.
Mittlerweile haben wir uns aber einigermaßen eingegroovt. Sie ist wieder etwas entspannter (und ich damit auch!) und ich habe gelernt, die müde Phase in der Mittagszeit mit möglichst viel Action zu bestreiten – das hält uns beide wach und bei Laune. Wenn andere Kinder schlafen springen wir eben draußen durch die Wiesen und Wälder, sind auf dem Spielplatz oder gehen einkaufen. Allerdings bin ich dann abends so erschöpft, dass nach Kind-ins-Bett-bringen (21 Uhr) und Haushalt-Notrettung (22 Uhr) die Kraft zum Bloggen oder für sonstige Erheiterungen fehlt. Tut mir wirklich leid, und ich fürchte, wenn das Haselhäschen dann irgenwann auf der Welt ist, wird hier erst recht Flaute herrschen, aber ich kanns nicht ändern..
Und ja, die Schwangerschaft, die läuft halt wirklich so nebenher. Zum Glück bisher halbwegs beschwerdefrei, bis eben auf die Müdigkeit, gelegentliche Kreislaufprobleme (speziell bei heißem Wetter) und wirklich ziemlich häufigen, nervigen, tagelang anhaltenden Kopfschmerzen.. Ich muss aber sagen, dass meine Kondition dieses Mal vermutlich sogar noch besser ist als beim ersten Mal – da die Haselmaus ja ein ausgesprochenes Draußenkind ist und mich bei Wind und Wetter durch die Pampa traben lässt (ihr doch egal ob es schüttet oder die Sonne bei 30° vom Himmel knallt), habe ich wirklich immer genug Bewegung. Vorhin haben wir auch wieder 8+ km hinter uns gelassen und davon ist sie zwar über die Hälfte selber gelaufen, aber den Rest habe ich sie getragen (gelobet sei der Ring Sling, ich werde ihm bei Gelegenheit einen eigenen Beitrag widmen, so dankbar bin ich für das Teil), und auch wenn sie mit ihren etwas über 10 Kilo gar nicht mehr so mopsig ist, weiß man dann anschließend doch, was man getan hat..
Ja, jedenfalls: die Schwangerschaft. Schreitet voran, würde ich sagen. Das Haselhäschen ist immer noch ein sehr, sehr, SEHR ruhiger Charakter, aber WENN es sich dann mal muckst, tritt es schon ordentliche Beulen in den Bauch.
Selbiger ist auch schon ganz ordentlich gewachsen, jedenfalls wenn ich mir vergleichsweise die Fotos vom ersten Mal angucke.. da sah ich Ende Juli ähnlich aus, war aber schon 6 Wochen weiter. Die Leute gucken auch schon mal recht irritiert, wenn ich sage, dass das Kind erst für Mitte November ausgerechnet ist, aber nun. Es ist eben das zweite. Und da ich mich, wenn ich mich an die erste Schwangerschaft zurück erinnere, meist des Endumfangs des Bauches damals entsinne und weniger des Zustandes in der 25. Woche, kommt mir die Kugel auch noch gar nicht so extrem vor.
Allerdings fühle ich mich die meiste Zeit auch gar nicht so sehr schwanger, eher unförmig..

Bei 23+3 war übrigens wieder Vorsorge, das erste Mal bei meiner neuen Ärztin. Ich muss sagen, bis jetzt finde ich es da gut. Ich hoffe das bleibt auch so, schließlich muss ich ja noch das ein oder andere Mal dort hin.
Sie war auch so lieb und hat- außer der Reihe – tatsächlich mal kurz den Ultraschall hochgefahren „um sich einen Überblick zu verschaffen“. Das Häschen war wie immer völlig unbeeindruckt, hielt die Hände vors Gesicht (kein schönes Foto!) und kniff die Beine zusammen. Wir wissen also immer noch nicht, ob wir schlussendlich einen Jungen- oder einen Mädchennamen brauchen, aber auch die neue Ärztin tendierte eher zum Mädchen. Ende August ist dann der dritte große Ultraschall (SCHON!! Unglaublich..), vielleicht lüftet sich ja dann das Geheimnis. Sonst müssen wir uns eben überraschen lassen. Wäre auch okay. Ich schätze dem Haselhäschen wird es ziemlich egal sein, dass es auf jeden Fall rosa Socken tragen wird – die hat nämlich seine Schwester letztens für es ausgesucht und da gabs leider überhaupt kein Vertun: es MUSSTEN die rosanen sein. Wer weiß, vielleicht weiß sie ja auch etwas das wir nicht wissen. 😉
Jedenfalls gehts dem Häschen soweit gut, der Haselmaus ebenfalls, und mir.. na ja, doch, auch wieder besser. Und ich hätte wirklich so Lust wieder mehr zu bloggen, aber.. siehe oben. Es ergibt sich im Moment einfach nicht. Vielleicht mal am Wochenende. Vielleicht sogar mal mit Bauchbild(ern). Ach, mal gucken..

19+2: Das Reh springt hoch, das Reh springt weit – warum auch nicht, es hat ja Zeit..

Gestern stand wieder Vorsorge an – inklusive Ultraschall. Ihr wisst schon: zweiter großer, also ganz ausführlich.
Meine Mutter kam extra früh morgens zu uns gedüst, sie wollte nämlich gerne mal Enkel Zwo in Aktion sehen. So hatte ich auch jemanden, der für den ersten Teil des Arztbesuchs (das übliche Prozedere: Pipi, Waage, Blutdruck und anschließend – das war neu für mich! – für 10 Minuten Wehenschreiber, nur zur Sicherheit, das machen die dort ab der 20. Woche so) die Haselmaus beaufsichtigte. Ich hörte sie (die Haselmaus, nicht meine Mutter :P) dann auch die ganze Zeit fröhlich aus dem Wartezimmer plappern. Zweimal büchste sie unerwartet aus und rannte auf der Suche nach mir (aber weiterhin gut gelaunt) durch die ganze Praxis.
Nach kurzem Gespräch mit der Ärztin durften dann Oma und Haselmaus uns Gesellschaft leisten und wir schritten zum spannenden Teil des Termins: rauf auf die Liege, Bauch frei machen, Bildschirm an, Bühne frei!

Das Haselhäschen lag da – wie bis jetzt immer – friedlich eingemummelt und tat nichts außer mit ruhiger Gelassenheit zwischendrin am Daumen zu lutschen und im kritischen Moment (Frau Doktor wollte das Nasenbein begutachten) den Kopf wegzudrehen.. Ausmessen ließ es sich dadurch problemlos (21 cm und 300 gr), alle wichtigen Organe sind – soweit erkennbar – vorhanden und arbeiten ordnungsgemäß, es hat zwei Arme, zwei Beine, hinreichend viele Finger und Zehen und ja, auch eine Nase, auch wenn es die nicht wirklich zeigen wollte. Was es AUCH nicht so wirklich zeigen wollte, war der Genitalbereich, was ich ja irgendwie verstehen kann (ich mags auch nicht soo gern wenn man mir zwischen die Beine guckt!), aber doch einigermaßen schade finde in diesem Fall. Denn neugierig war – bzw. bin –  ich ja schon. Die Ärztin gab aufgrund dessen, dass „nichts zu sehen“ war erstmal eine Tendenz Richtung Mädchen ab, allerdings lag die Nabelschnur halt auch noch ganz blöd im Weg herum und hat möglicherweise doch was verdeckt, man weiß es nicht.. Ich bin damit jetzt nicht klüger als vorher, denn bei der letzten VU vor einem Monat hatte ich mal außer der Reihe einen Ultraschall gebucht, bei dem sich auch nicht wirklich was erkennen ließ (und das Haselhäschen GENAUSO ruhig, aber unkooperativ herumlag), sie aber eine ganz vorsichtige Tendenz Richtung „Junge“ gab… Tja.
Was es auch sein mag, vielleicht klärt es sich beim nächsten Mal. Oder auch nicht. Spätestens in 20 Wochen +/- ein paar Tage werden wir es wohl rausfinden – und uns in jedem Fall freuen. ❤ Ich freue mich nämlich jetzt schon. Wahnsinnig. Auf alles was noch kommt. Auch wenn ich mir ehrlich gesagt manchmal derbe den Kopf zerbreche wie das hier eigentlich alles funktionieren soll, so ganz allein den ganzen Tag mit zwei Kindern und mitten in der Pampa.. aber wir werden uns da schon irgendwie rein finden auf kurz oder lang.

Den nächsten Termin habe ich übrigens Ende Juli in einer anderen Praxis – obwohl ich ehrlich sagen muss, dass es gestern eigentlich ganz okay war und mein Entschluss zu wechseln doch etwas ins Wanken geriet. Aber ich denke ich ziehe es durch.

Mittagsschlaf braucht doch kein Mensch

– das scheint sich jedenfalls die Haselmaus zu denken.
Gut, zugegeben, Tagschlaf war, seit sie auf der Welt ist, noch nie so wirklich ihr Ding. Schon als Baby nicht. Während andere Kinder friedlich stundenlang im Kinderwagen, im Bettchen, auf der Krabbeldecke oder sonstwo vor sich hin ratzten, nickerte sie in der Regel höchstens mal ne halbe Stunde auf meinem Schoß oder anfangs auch im Tragetuch. Zu Beginn noch mehrmals täglich, dann zunehmend seltener, bis wir irgendwann (mit neun Monaten oder so?) bei ungefähr 30 Minuten täglich waren (oft auch weniger) – die schlief sie dann aber irgendwann auch mal alleine im Bett.
Mit einem guten Jahr kam dann irgendwann der Umbruch. Da ging Mittagsschlaf dann irgendwie alleine und so ein bis zwei Stunden (manchmal sogar drei!). Und boah, war das SCHÖN. Also, für mich jetzt hauptsächlich. Denn plötzlich hatte ich mittags eine Pause. Ich konnte mal ganz in Ruhe etwas im Haushalt tun, kochen.. oder einfach mal ein bisschen die Füße hochlegen und ausruhen. Dinge, die sonst eher nicht so gut funktionierten, weil die Haselmaus nun mal sehr dringend immer meine volle Aufmerksamkeit benötigte und ja auch sonst niemand da war, der sich ersatzweise um sie hätte kümmern können.
Ich muss gestehen, ich habe das sehr genossen. Diese meist ein bis zwei Stunden täglich, über die ich selbst bestimmen konnte.
Aber in den letzten Wochen und Monaten zeichnete sich schon ab, dass das nicht von langer Dauer sein würde. Die Haselmaus sträubte sich zunehmend dagegen, tagsüber schlafen zu wollen. Es bedurfte stundenlanger Vorarbeit, bis sie dann endlich – mit etwas Glück – einschlief. Manchmal war es dann schon arg spät, was natürlich wiederum dann zur Folge hatte, dass sie abends noch später ins Bett ging als eh schon. Und das tägliche stundenlange Hoffen, das Kind möge nun endlich den Mittagsschlaf beginnen, das gut Zureden und Vorsingen und Vorlesen und Im-Arm-Halten und was ich nicht noch alles getan habe, das fraß ganz schön an meinem Nervenkostüm. Wenn sie dann endlich schlief, war ich meist selbst so erschöpft, dass ich mit der hart erkämpften Pause nicht mehr viel anfangen konnte.
Und dann kam es leider auch immer häufiger vor, dass sie trotz aller Mühen nicht einschlief und der Mittagsschlaf dann eben komplett ausfiel. Das war dann, gerade nachdem ich mich so lange bemüht hatte und eh schon ziemlich frustriert war, dreifach anstrengend für mich. In den letzten zwei Wochen oder so war Mittagsschlaf dann wirklich schon eher die Ausnahme. Und was blieb mir anderes übrig, als es letztendlich zu akzeptieren, dass mein Kind – obwohl noch nicht mal zwei Jahre alt – mittags nun mal einfach nicht schlafen möchte. Jetzt biete ich es ihr an, wir gehen für ein Weilchen ins abgedunkelte Schlafzimmer und lesen ins Bett gekuschelt ein wenig, manchmal spielt sie anschließend noch ein wenig alleine dort und schläft dabei ein, meistens stehen wir dann aber nach einer Stunde wieder auf und ich koche dann eben in ihrem Beisein, oft mit ihr auf dem Arm, aber was solls, der Tag geht dann eben ganz normal weiter. Sie hält sich (das muss ich zugeben!) auch wirklich ganz gut, ist meist gut gelaunt und aktiv, nicht knatschig oder quengelig (klar, so Tage gibt es auch, wo ich denke: Kind, du bist hundemüde, du hättest besser mal geschlafen!) und findet – das ist das Unglaubliche daran – trotzdem abends nicht wirklich soo viel früher ins Bett.
Gegen 19 Uhr kommt meistens der Papa nach Hause, dann mache ich Abendbrot, wir essen gemeinsam, anschließend mache ich die Haselmaus bettfertig und dann soll sie theoretisch schlafen. Praktisch dauert es dann aber doch meist bis 21 Uhr oder länger, bis sie endlich aufhört herum zu turnen, zu plappern und ein ums andere Mal „noch ein Buch“ zu verlangen… Sie schläft dann idR so zwischen 20:30 Uhr und 21:30 ein und wacht morgens zwischen 7 Uhr und maximal 8 Uhr auf, nach etwa 10 Stunden Schlaf. Und das reicht ihr offenbar.
Einerseits ist das ja schon ganz nett, nicht mehr ständig bei der Tagesplanung den eventuellen Mittagsschlaf berücksichtigen zu müssen, andererseits tut es mir aber einfach wahnsinnig leid um meine kleine Pause. Speziell an den Tagen, an denen ich sie ins Bett bringe (mein Mann und ich wechseln uns jetzt meist ab – es ist allerdings super, dass sie jetzt bei ihm überhaupt auch mal einschläft, das ist nämlich neu 😉 ). Da bin ich dann nämlich von morgens 7 bis Abends 21 meist nonstop hauptsächlich mit ihr beschäftigt, und so lieb ich sie hab: das ist ganz schön anstrengend. Wenn sie dann endlich schläft, bin ich meist so groggy, dass ich nur noch das allerALLERnötigste über den Tag liegen Gebliebene erledige (falls ich mich aufraffen kann) und sonst wirklich nur noch völlig hinüber über dem Sofa hänge.
Tja, und deswegen ist es so still hier. Tut mir wirklich leid. Ich würde gerne bloggen. Schaffe es im Moment aber einfach nicht. Und mir schwant, dass das in den kommenden Zeiten wohl eher noch schwieriger denn einfacher werden wird.. aber wir werden sehen. Danke fürs Zulesen. 🙂

 

…ach ja. Ab sofort bin ich in der 20. Schwangerschaftswoche. Also unmittelbar vor Halbzeit. Übermorgen ist der zweite große Ultraschall, ich bin wahnsinnig gespannt. Der Bauch… ist schon ziemlich sichtbar, ich würde ihn gern mal wieder zeichnen, aber siehe oben. Und jetzt muss ich dringend ins Bett, so ein Ohne-Mittagsschlaf-Tag ist nämlich auch mit unausgeschlafener Mutter nicht so besonders schön.. 😉

11+1: Ein Wiedersehen.

Es war an 8+5, wir waren da gerade zu Besuch bei einer lieben Freundin im fernen Bayern, da spürte ich ein vertrautes, aber noch völlig unerwartetes Gemurkel in meinem Bauch. Ganz tief unten und ganz, ganz sacht.
„Oh“, dachte ich. „Kann ja nicht sein. Ist doch noch viel zu früh?“
Aber es murkelte noch ein kleines bisschen weiter, ehe es wieder verschwand.
Ich fragte das Internet: „Kindsbewegungen 9. SSW?“
Und das Internet sagte: „Totaler Quatsch!“
Zwar könne sich der Embryo tatsächlich schon bewegen, sei aber noch viel zu klein als dass die Mutter das spüren könne.
„Ja“, dachte ich, „das sehe ich eigentlich auch so.“

Am nächsten Tag war es wieder da. An der gleichen Stelle. Nur kurz, ganz zart, aber da. Und so, so schön. Dieses zarte Flattern, dieses kaum beschreibbare Gefühl, als wenn im Bauch ein kleiner Fisch seine Kreise dreht.. Luft im Darm fühlt sich definitiv anders an. (Und unter uns: nein, ich musste auch nicht pupsen. Also wenn das Luft war, dann hat sie sich einen andern Ausgang gesucht.)
„Hmm“, dachte ich. „Nee, komm.“
Dann passierte ein paar Tage lang gar nichts. Hah. Aber ein bisschen enttäuscht war ich doch.
Und dann, dann spürte ich es wieder. Ein kleines bisschen stärker. Und wieder. Und wieder. Und wieder.
Immer nur kurz, immer nur sacht, immer nur im Sitzen (nie im Liegen). Nicht täglich, längst nicht täglich! Aber eben doch hin und wieder.
Und da kapitulierte ich dann. Die Vorstellung, dass das Haselhäschen das sein könnte, war nämlich irgendwie doch ganz beruhigend, wo doch sonst jegliche Schwangerschaftsgedönse sich einfach so verabschiedet hatten und die Zeit zum Ultraschall noch so lang war und ich ja gar nicht wissen konnte ob da überhaupt noch was ist. Aber wenn man davon ausgeht, dass da jemand stupst, dann muss ja alles gut sein. Also tröstete ich mich einfach damit. Und das hat echt geholfen.

Heute sollte dann also der große Tag sein. Und einerseits war ich froh, andererseits wollte ich wieder am liebsten den Rückzug antreten. Aber in solchen Situationen hilft ja nur die Flucht nach vorne, also noch mal tief Luft geholt, Augen zu und durch!
Dummerweise war mein Termin erst um 10 Uhr. Um 7:30 warf mich die Haselmaus aus dem Bett. Die Zeit bis zum Aufbruch kam mir endlos lang vor.
Dann saß ich endlich im Wartezimmer. Die Formalitäten (Pipi-Blutdruck-Gewicht) waren erledigt, nur die eigentliche Untersuchung stand noch aus. Und ich wartete. Und wartete. Und wartete. Eine Dreiviertelstunde lang. Dann wurde ich in die heiligen Hallen des Untersuchungszimmers gebeten.
Kurzes Vorgeplänkel zu meinem Gesundheitszustand: Übelkeit? Nö. Nix!
Okay, Hose runter und rauf auf den Stuhl.
Dann aber erst noch Abstrich. Dann dauerte es drei Stunden bis das Ultraschallgerät lief. Dann schallte die Ärztin erst in aller Seelenruhe meinen linken Eierstock, meinen rechten Eierstock, meine Mandeln und den Kölner Dom, ohne dabei ein Wort zu sagen. Und dann kam der große Moment. Oder sollte kommen. Gebärmutter. Hmm. Nix zu sehen. Ja, wie?
„Die ist ja so hoch!“ beschwerte sie sich. ?!? Hab ich mir das ausgesucht?
Der Ultraschallstab bohrte sich gefühlt hoch bis in meinen Magen. „Tut mir leid wenn das unangenehm ist, aber ich sehe sonst nichts.“
Und dann: doch, da ist was. Echt schwer zu erkennen und dann steht auch noch der Monitor für mich ungünstig, aber da ist was Knubbeliges. Ich kann nicht genau erkennen, ob es sich bewegt und bekomme schon mal provisorisch ein bisschen Panik.
Die Ärztin bohrt noch ein bisschen links und ein bisschen rechts, bis sie schließlich sagt: „Da kann man wirklich nicht viel erkennen, aber scheint alles okay zu sein. Das Kind liegt ganz weit oben.“
Und ich sehe einen kurzen Moment wieder das beruhigende Glitzern, und dann drückt sie einen Knopf und plötzlich ist das Bumpern auch zu hören und mir fallen drei Tonnen Steine von meinem eigenen, viel größeren Herzen. Sie schiebt und misst und brummelt so vor sich hin, ohne sich groß dazu zu äußern und druckt ein paar Bildchen.
„Versuchen Sie es doch mal über den Bauch…?“ schlage ich ganz zaghaft vor. Immerhin hat der Kollege bei 5+6 auf diese Weise schon mehr erkennen können als vaginal. Wenn das bei so einem kleinen Minimini-Embryo geht, dann doch wohl bei einem etwa 4cm großen Baby erst recht…?
„Ja, kann ich machen“, brummt sie, „aber da wird man noch nichts erkennen können.“
Gut, ich mag es auch nicht, wenn mir jemand (der, freundlich gesagt, keine Ahnung hat) sagt, wie ich meinen Job zu machen habe (als Lehrer erlebt man das ja leider echt häufig 😛 ). Ich kann den Unwillen verstehen und ich möchte mir hier auch gar keinen Wissensvorsprung unterstellen. Aber wie gesagt. Wenn der Kollege….
Sie schiebt und misst und brummelt noch ein bisschen weiter, dann darf ich den Pulli hochschieben und sie schallt über den Bauch.
Und was soll ich sagen? Ein glasklares Bild. Hallo, Baby!

Leider ist die Ärztin wenig motiviert, mich mal in Ruhe gucken zu lassen, sondern misst einfach nur noch ratzfatz aus. Die Zeit, ein schönes Foto zu schießen, nimmt sie sich auch nicht (ja, okay, dafür bin ich ja auch nicht da und dafür wird sie auch nicht bezahlt, aber… ach egal), wirklich etwas erklärt bekomme ich auch nicht, aber es ist anscheinend alles so, wie es sein soll und ich kann auch erkennen, dass Klein-Haselhase Arme, Beine usw besitzt. Knapp 15 Minuten nachdem ich aufgerufen wurde stehe ich schon wieder auf der Straße, habe einen neuen Eintrag im Mutterpass und einen Termin in einem Monat. Und ein paar wirklich sehr nicht schöne Fotos, auf denen man irgendwie sogar noch weniger erkennen kann als auf denen damals von meiner alten Ärztin (obwohl die das deutlich schlechtere Ultraschallgerät besaß. Irgendwie habe ich echt kein Glück was Ultraschallbilder angeht. Seufz). Deswegen lade ich jetzt hier auch keins hoch, weil… ganz ehrlich, ihr wäret enttäuscht. 🙂 Aber in meinem Bauch ist ein Haselhäschen mit Herzschlag und Extremitäten, und offensichtlich weiß es die auch zu benutzen, auch wenn es scheinbar die gesamte Untersuchung verschlafen und sich nicht ein Mal gemuckst hat. Alles ist gut, und das bleibt es jetzt auch. Erleichterung!

7+0: Es ist klein, es glitzert – ich behalte es!

Heute (bzw. ist es, bis ich den Beitrag veröffentliche, vermutlich schon gestern) war noch mal Kontrolle bei meiner Frauenärztin. Diesmal ohne Haselkind im Schlepptau, was doch deutlich entspannter war.
Diesmal begann der Besuch sogar mit dem üblichen Prozedere Blutdruck-Pipi-Waage 😉
Recht schnell wurde ich dann auch schon ins Behandlungszimmer durchgewunken, Frau Doktor ließ sich einen kurzen Überblick über die Arbeit ihres Kollegen und seiner Untersuchungsergebnisse geben, und dann ging es rauf auf den Stuhl..
Ich muss gestehen, ich war dieses Mal relativ entspannt. Schließlich sah ja letzte Woche doch alles gut aus und außerdem bin ich mittlerweile so mit Übelkeit und Müdigkeit versehen (voll gut! Das beruhigt!), dass ich mir irgendwie nicht vorstellen konnte, dass da jetzt etwas schieflaufen könnte.. Und siehe da: es dauerte nur ein paar Sekunden und ein unglaublich schöner schwarzer Fleck erschien auf dem Monitor. Kurz rangezoomt – und da war es: das Glitzern. „Da ist auf jeden Fall eine Herzaktivität“, stellte Frau Doktor dann auch fest. Und war auch schon wieder anderswo, beziehungsweise beschäftigt mit Ausmessen. Mein Blick auf Glitzerböhnchen 2.0 in Action hat vielleicht drei Sekunden gewährt, aber ich habe es gesehen. Und es hat auch beim zweiten Kind nichts von seinem Zauber verloren. ❤
Alles ist gut. Es ist da, es hat einen Herzschlag. Und mein nächster Termin ist erst ganz regulär in vier Wochen. (Einen Tag nach meinem 35.  Geburtstag! 🙂 ) An 11+1, wenn ich mich nicht verrechnet habe. Also quasi so fünf Minuten vor Buffalo  – falls sich daran noch jemand erinnert. 😉
Diese vier Wochen werden sich wahrscheinlich wieder ewig lang anfühlen, aber sie werden vorüber gehen. Und dann werde ich – hoffentlich – ein niedliches, strampelndes, kleines Menschlein anschauen dürfen.
Bis dahin werde ich ab und zu verträumt durch meinen alten Mutterpass blättern, den jetzt ein neuer Eintrag schmückt (was für ein Gefühl. Meine BEIDEN Kinder. In einem Mutterpass. Wahnsinn!), und in dem ganz hinten ein neues, schwarzweißes Schneegestöberbild liegt, auf dem das Glitzerböhnchen – wenn auch nur verschwommen – zu erkennen ist. Und gleich werde ich noch einen Ticker fürs Haselhäschen einrichten und hier im Blog installieren, um ab und zu einen sehnsüchtigen Blick darauf zu werfen.. 😉 Und sollte das alles dann in vier Wochen für die Katz gewesen sein und der große Traum doch noch den Bach runter gehen.. dann habe ich die Zeit wenigstens genossen. ❤
Danke für euer aller Zauberdaumen! Ihr seid großartig!

5+6: „Ich sehe eine Fruchthöhle.“

Pünktlich 8:35 Uhr stand ich in der (ausgesprochen gediegenen) Praxis des Vertretungsarztes. Die Wände des Wartezimmers waren komplett mit Babyfotos und Danksagungskarten tapeziert. Ein Lebenswerk, könnte man sagen. Trotzdem war ich zugegeben doch ein wenig über den älteren Herrn, der sich mir schließlich vorstellte, überrascht. (Und mit „älter“ meine ich hier: so steinalt, dass er vermutlich schon Neandertaler-Babys im Ultraschall angeguckt hat..)
Er war freundlich und interessiert und hörte sich aufmerksam, mit wenigen sachlichen Zwischenfragen, meine Geschichte an, um mich dann ohne lange zu fackeln auf die Untersuchungsliege zu bitten. Zack!  – hochmodernes Ultraschallgerät, das aussieht wie etwas aus einem TV-Raumschiff, an! Zack! – Ultraschallstab in Position gebracht! Zack! – „Hier haben wir die Eierstöcke! Ja, die sind noch sehr groß von der Stimulation!“ Zack! – Gebärmutter. Mit nichts drin. Wackeln, schieben, drehen: nichts.
Kurzes Kopfschütteln. „Nein, an eine Eileiterschwangerschaft glaube ich unter den Umständen nicht. Ihre Gebärmutter ist sehr stark nach vorn geknickt. Wir schallen mal über den Bauch!“
Zack! – zwanzig Liter Ultraschallgel über meinen gesamten Unterkörper verteilt (erst später beim Anziehen fiel mir auf, dass keiner von uns es abgewischt hatte). Zack! – Ultraschallkopf auf den Bauch gedrückt. Bisschen drehen, bisschen suchen… „Da ist doch was! Ich sehe eine Fruchthöhle!“
Noch ein bisschen hier gedrückt und da gedrückt. „Also eine Anlage kann ich noch nicht sicher erkennen. Ach doch, hier vielleicht. Kann man nicht so genau sehen. Müssen Sie abwarten! Aber eine Fruchthöhle sehe ich!“
Und schwups, Gerät ausgeschaltet, mit großen Schritten zurück ins Sprechzimmer gestiefelt. „Wir nehmen nochmal Beta-HCG! Ob sich der Wert verbessert! Alles Gute!“ …und weg war er.
Und ich, ich fühlte mich etwas überfahren, aber erleichtert. Keine Eileiterschwangerschaft. Ob das Häschen (unglaublich: ich hatte tatsächlich erst versehentlich „Höschen“ getippt, peinlich!) gesund und munter ist, wird sich noch zeigen müssen (Mittwoch kann ich anrufen und den Wert erfragen), aber zumindest ist es da, wo es hingehört.
Nächste Woche Dienstag habe ich noch einen Termin bei meiner Ärztin, da wird man dann wohl sehen können, wohin die Reise geht.. Und falls sie dann wieder nichts findet, kann ich ihr zumindest einen Tipp geben, wie es vielleicht doch funktioniert. (Also ehrlich, in der 6. Woche über den Bauch schallen, auf die Idee wäre ICH auch niemals gekommen..)

Ich bin jetzt jedenfalls erstmal beruhigt. Nicht federleicht und ohne Sorge, aber zumindest hat sich die schwerste Last von meinem Herzen gehoben. An dieser Stelle sage ich auch einmal DANKE für all die aufmunternden Worte, die unzähligen gedrückten Daumen und so viele liebe Nachrichten über sämtliche Kanäle (falls jemand gemailt hat: Asche auf mein Haupt, aber ich schaue nur ganz, ganzzz selten in meine Mails, bitte seht es mir nach! Wenn es dringend ist, schreibt mir lieber hier irgendwo einen Kommentar und weist mich darauf hin, dass ich bitte meine Mailbox leeren soll, ja?). Ich weiß das sehr zu schätzen. ❤
Jetzt muss ich ins Bett, auf den Schock erstmal so 20-30 Stunden schlafen um die guten Neuigkeiten zu verdauen…

5+2: Eigentlich. Vielleicht.

Eigentlich wollte ich gar nicht so früh zum Arzt. Eigentlich hätte ich am liebsten noch ganz lange gewartet. So bis zur achten Woche oder so. Dann habe ich aber einfach mal angerufen wegen eines Termins  (ich musste mir eine neue Ärztin suchen, mit Kleinkind ist es einfach zu aufwändig jedesmal eine Dreiviertelstunde hin und anschließend wieder zurück zu fahren), und irgendwie war die Dame am Apparat dann sehr darauf erpicht mir sofort einen zu geben, und nächste Woche ist geschlossen wegen Ostern, also dann vielleicht doch diese Woche noch, kommen Sie doch am 17. vorbei!

Ja.
Und heute ist ganz wunderbar zauberhaftes sonniges Wetter und es schnuppert nach Frühling, die Vöglein vögeln.. Entschuldigung!… sie tirilieren, und alles da draußen verlangt nach superguter Laune, ich bin schwanger, hurra, ich sollte fröhlich sein und total aufgeregt und ich hätte mich auf diesen Termin freuen sollen.
Statt dessen stieg ich frierend und zitternd und nur unter Widerwillen aus meinem Bett, mit dem rabenschwärzesten Gefühl, das man nur haben kann. Und kriegte nur so mit Ach und Krach die Zeit bis zum Termin herum, packte das Haselkind ein, fuhr los. Nach viel Hickhack und Warterei landete ich irgendwann auf dem Stuhl, und die Ärztin schallte..
Aha, hmmhm.. ganz viele dicke fette Eierstockzysten und freie Flüssigkeit. Und in der Gebärmutter: nichts. Nichts, nichts, nichts. So viel Nichts, dass einem davon schier schwindelig werden könnte.
Gut, ich gebe zu, es war ein etwas hastiger und komplizierter Ultraschall, weil ich ein zappelndes, jammerndes, nörgelndes, unzufriedenes Haselmädchen auf meinem Bauch sitzen hatte, aber doch: nichts. Sehr eindeutig und auch für mich klar zu erkennen.
Und was die Ärztin dann sagte, war dann wirklich kein sehr großer Schock mehr. Verdacht auf Eileiterschwangerschaft.
VIELLEICHT ist es einfach noch zu früh, sagte sie, aber ganz ehrlich, 5+2 (und im Gegensatz zu den meisten anderen Frauen ist bei mir diese Angabe ja wirklich sicher), da sollte eigentlich schon irgendwas zu sehen sein. Nicht viel, das hätte ich auch niemals erwartet, aber irgendwas halt.
Und es passt leider nur zu gut zu meinem Gefühl. Und dazu, dass ich NICHTS spüre, kein Zwicken, kein Zwacken, keine Übelkeit, keine Müdigkeit (ich glaube beim letzten Mal um die Zeit habe ich vor lauter Müdemüdemüde schon das Auto in die Leitplanke gefahren), nichts.
Und nun heißt es: warten. Ich habe Blut abgegeben, das Ergebnis kann ich morgen früh nachfragen. Leider hat die Praxis nächste Woche geschlossen, aber ich kann zur Kontrolle zum Vertretungsarzt gehen. Ja, hmm. Weiß ich noch nicht. Mit Haselkind im Schlepptau wohl eher nicht. Und da niemand da ist der aufpassen kann..
Bei heftigen Unterleibsschmerzen soll ich sofort ins Krankenhaus. Ja. Natürlich. Wie sofort ist „sofort“? Kann ich noch die ein, zwei Stunden warten, die mein Mann von der Arbeit nach Hause braucht? Oder muss ich ein Taxi rufen und mit Kind allein da hinfahren? Ich fühle mich ein bisschen wie eine Zeitbombe. Ich will das nicht.
Und ich denke an den kleinen Wurm da in meinem Bauch und weine. Du hast mir einmal bewiesen, dass ich mich täuschen kann. Bitte, BITTE, tu es wieder. Es täte mir so weh zu wissen, dass du wächst und gedeihst, dass du dich durchgekämpft hast, nur um schließlich zwangsweise aus meinem Bauch gerissen zu werden, weil es sonst für uns beide keine Chance gibt.. Ich möchte doch so gern irgendwann dein Gesicht sehen.
Wenn du einfach noch zu klein warst heute, dann ist es okay. Wenn es einfach noch zu früh war, oder wenn irgend etwas nicht stimmt und du nicht wachsen kannst wie du solltest, und wenn du gehen musst.. Und wenn ich jetzt knapp zwei Wochen mit diesem miesen Gefühl herumlaufen muss und nachher war es umsonst, ich ertrage es alles gern. Nur bitte, ich möchte nicht, dass es im Krankenhaus endet. Oder höchstens mit einer entspannten, wunderschönen Entbindung und mit dir als feuchtem, quäkenden Bündel auf meiner Brust.
„Mama weint“ – das musste ich vorhin deiner Schwester erklären.
Mama weint.

ZT 10: Et kütt wie et kütt…

Tja. Ich habe nicht viel Zeit, aber meine Statistik zeigt, dass einige neugierige Leser da draußen sind ;), also:

Der Ultraschall war für mich etwas ernüchternd. Diesmal habe ich von Anfang an höher dosiert gespritzt (drei Tage 200 IE, dann je 225) und eigentlich war meine Erwartung, dass dabei dann vielleicht auch etwas mehr rausspringen würde als die 8 Eizellen vom letzten Mal.. Denn zum einen hätte ich wirklich gerne was übrig zum Einfrieren (denn bei der kurzen Zeit, die uns bleibt, werden wir vermutlich keine drei Vollversuche schaffen und ich hätte einfach gern ein bisschen was auf der hohen Kante, ein paar Zusatzversuche), zum anderen wollten wir diesmal auch lieber Blastos – denn so wie es aussieht möchte ich mir lieber nur einen Embryo einsetzen lassen und da wäre es mir schon lieb gewesen es mit einer Blastozyste zu versuchen, um die Erfolgschancen noch ein wenig nach oben zu schrauben. Denn es ist leider so, dass wir kein Zwillingsrisiko eingehen wollen.. können.. sollten. Bevor ich das erste Mal schwanger war fand ich Zwillinge toll, und im Grunde finde ich das auch immer noch, aber seien wir ehrlich: das würde in die Hose gehen. Ich habe hier keine Unterstützung, weder von der Familie noch von Freunden, noch von irgendwem und mein Mann ist nun mal eben sehr wenig zuhause. Und Zwillinge UND ein Kleinkind allein zu managen – das traue ich mir nicht zu. Also: mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit gibt es diesmal einen SET. Außer, wenn nur zwei Embryonen übrig blieben.. dann wäre ich doch in Versuchung beide zu nehmen.. Ach, keine Ahnung.
Ich schwoff ab.
Also. Der Ultraschall war ernüchternd. Die Ärztin schallte rechts: ein Follikel mit 16 mm und „jede Menge Kleingemüse, so wird das aber nichts!“. Ja, leider leider wirklich nur Mini-mini-mini-Eier, bei denen keine Hoffnung besteht, dass sie noch aufholen.. Dann schwenkte sie rüber nach links: „Aha. Sie werden eindeutig mit links schwanger!“ Drei weitere Follikel.. kleiner als der große von rechts, aber größer als die ganz kleinen.. Und mehr war nicht drin. Vier Stück. Vier lumpige Eierchen.
Ja, ich weiß. Vier Stück können reichen. Es gibt Frauen, die haben nur eine Eizelle oder zwei und schaffen es auch. Und im Grunde reicht es ja wenn DIE EINE dabei ist. Und, wie die Ärztin so schön sagte: ich werde offenbar leicht schwanger und wenn es schon mal geklappt hat sind die Chancen auch höher, dass es wieder klappt…
Trotzdem bin ich etwas, ein winziges bisschen, traurig. Und mache mir so meine Gedanken. Beim letzten Mal hatten wir 8 Eizellen, aber nur 4 waren reif. 3 ließen sich befruchten. 2 bekam ich zurück. 1 liegt jetzt unten im Bett und plappert selbst noch im Schlaf vor sich hin. Alles in allem eine gute Bilanz. Aber wenn jetzt, in diesem Versuch, wieder nur die Hälfte reif ist? Oder nur drei von vieren? Sich eine oder zwei gar nicht erst befruchten lassen..? Und dann kommt ja die nächste große Hürde: sie müssen sich weiterentwickeln. Und sich einnisten. Wobei: was die Einnistung angeht mache ich mir weniger Gedanken. Denn meine Schleimhaut ist mal wieder super-duper 1++ mit Sternchen. Die bringt wirklich immer und überall die Ärzte zum Schwärmen. 😛 Da wird ja so ein kleines Muckelchen, wenn es denn soweit fit ist, wohl sicher der gleichen Meinung sein und es sich gemütlich machen. (Nur hoffentlich bitte nicht an der Kaiserschnitt-Narbe.)
Jedenfalls: Blastos werden das wohl relativ wahrscheinlich nicht. Und eingefroren wird auch wieder nix. Und das bedeutet, wenn am Ende dieser Chose kein Positiv steht, können wir vielleicht noch eine ICSI machen (natürlich auch wieder ohne Kryos) – und dann ist die Zeit wahrscheinlich um und der Traum ausgeträumt. Das finde ich dann doch plötzlich irgendwie ernüchternd. Aber was will man machen? Es lässt sich nicht ändern. Es ist wie es ist. Es kommt wie es kommt. Jetzt heißt es: Kopf hoch und Arsch in den Sattel. Solange die dicke Frau noch singt, ist die Oper nicht vorbei. Und sie singt noch! Gut, im Moment eher so Adele-bei-den-Grammys-2016-mäßig, aber auch eine Adele darf ja mal nen schlechten Tag haben, also klopfe ich ihr jetzt mal aufmunternd auf die Schulter und schaue nach vorne. Auf Sonntag. Sonntag gibts ein bisschen Brevactid zum späten Abendbrot und Dienstag wird dann punktiert. Alles was da ist. Und dann kann ich ja nochmal ein bisschen zittern, bis wir die Befruchtungsrate erfahren. Und DANACH kehrt dann hoffentlich die alte Lässigkeit zurück (zumindest, wenn noch ein Transfer in Aussicht steht) und ich genieße meine wundervolle Warteschleife. Deal? Deal.

ZT 9: Nur dabei statt mittendrin.

Schon seltsam irgendwie. Seit vergangenem Freitag gibts hier jeden Abend eine ordentliche Portion Flüssighamster. Und neuerdings noch ein leckeres Spritzchen Orgalutran hinterher. (Ich habe darauf bestanden diesmal das kurze Protokoll zu versuchen statt wie beim letzten Mal das lange.. in der Hoffnung, dass wir diesmal ein paar Eierchen mehr ernten können. Aber dazu vielleicht demnächst mehr.) Ich freue mich jeden Abend auf diesen kurzen Moment, aber irgendwie… ist es noch nicht so ganz real. Morgen gehts zum Ultraschall, aber die Vorstellung, dass in ein paar Tagen bereits eine Punktion und noch einige Tage später ein Transfer stattfinden könnte.. und ich dann zwei Wochen später entweder schwanger bin oder der ganze Spaß wahrscheinlich von vorne anfängt.. das ist irgendwie seltsam. Es ist noch nicht so ganz in meinem Kopf angekommen, dass es wirklich passiert und nicht nur so eine Vorstellung ist. Es fühlt sich eher an, als ob das jemand anderem passiert. Einer anderen Frau, der ich zwar ordentlich aus grundsätzlicher Sympathie die Daumen drücke, die ich aber eigentlich gar nicht so wirklich kenne. Es fühlt sich alles ein bisschen kilometerweit entfernt an. Plötzlich womöglich wieder schwanger sein. Die Müdigkeit, dieses wunderbare schwere Gefühl im Bauch, die ersten leisen Bewegungen, die Kugel, die Geburt, die Babyzeit. Kann ich mir irgendwie gerade gar nicht vorstellen. Oder ein Negativ. Eine einsame Linie auf dem Test.. und dann? Werde ich traurig sein? Verzweifelt? Enttäuscht? Können wir sofort weitermachen? Haben wir vielleicht ein paar Kryos (das wäre mein Traum)? Werden wir überhaupt Erfolg haben? Wie wird es mir gehen wenn die fünf Monate verrinnen und ich nicht schwanger werde? Wird es mir den Boden unter den Füßen wegreißen? Oder wird die große Traurigkeit und Enttäuschung erst später kommen? Oder wird es irgendwie okay sein?
Ich sollte, glaube ich, irgendwie aufgeregter sein. Gespannter, angespannter? Neugierig auf morgen, auf alles was danach passiert? Bin ich aber gerade gar nicht. Aus mir nicht bekannten Gründen. Es ist mehr so ein Dämmerzustand, und ich warte darauf, aufzuwachen. Aber eigentlich ist es ja auch ganz nett so. Warten wir mal morgen ab. 🙂