Einmal Tagesmutter und zurück.

Hurra, das Kind hält Mittagsschlaf, alleine in seinem Bett und hoffentlich so lange, dass ich ein paar Wörter getippt bekomme um hier mal wieder ein bisschen ins Aktuelle zu wechseln. Dafür muss aber einiges nachgeholt werden.

Und zwar ging ja eigentlich mit dem Oktober auch meine Elternzeit dem Ende entgegen. Ab November sollte/wollte/musste/durfte ich mein Referendariat fortsetzen. Damit verbunden war ein riesiges Schlamassel durch den von mir gewünschten Standortwechsel (jeden Tag 120 km Auto fahren ist einfach nicht mehr drin!), aber das lasse ich mal außen vor, denn eigentlich hat das nichts mit dem zu tun, was ich eigentlich erzählen möchte.
Die Rückkehr ins Arbeitsleben setzte natürlich voraus, dass das Haselkind von da an tagsüber statt meiner eine andere Betreuungsperson haben müssen würde.
Nun ist es hier in unserem Städtchen so geregelt, dass in den Kitas/Krippen/wasauchimmer die Kinder frühestens ab Beginn des 3. Lebensjahres betreut,  für die Zeit vorher vom „Familienservice“ der Stadt eine Tagesmutter (oder Tagesvater, jedenfalls theoretisch) vermittelt und die Kosten  – je nach Höhe des eigenen Einkommens – anteilig übernommen werden.
Wir haben das wirklich unschätzbar große Glück, dass in unserer direkten Nachbarschaft (um genau zu sein: zwei Häuser weiter) eine sehr nette Tagesmutter lebt und arbeitet, was schon allein deshalb so wertvoll für uns ist, weil wir ja doch etwas weitab vom Schuss wohnen und sonst wieder stundenlang durch die Gegend gondeln müssten, um das Kind zu bringen und abzuholen – womöglich entgegengesetzt der Richtung unseres Arbeitswegs. Wir nahmen also bereits irgendwann im Frühjahr Kontakt zu ihr auf ;), und sie war so lieb uns einen Betreuungsplatz ab November freizuhalten. 20 Stunden die Woche sollten von der Stadt anteilig übernommen werden (mehr bekommt man als Referendar nicht bewilligt! Was ich sch… finde, denn das deckt maximal die in Seminar und Schule verbrachte Zeit ab, nicht aber die zusätzlich für die Unterrichtsvorbereitung nötige Arbeitszeit zuhause, was locker nochmal 20 Stunden sind, eher mehr), 10 weitere wollten wir aus eigener Tasche zahlen. Theoretisch hätten wir mehr benötigt, aber das wäre finanziell schon ziemlich heftig geworden und irgendwie konnte ich mich auch gar nicht mit dem Gedanken anfreunden, mein Kind tagsüber so gar nicht mehr zu Gesicht zu bekommen und dachte, ich würde dann eben nötigenfalls bis spät in die Nacht am Schreibtisch sitzen.. Egal, ich schweife ab.
Jedenfalls: der Vertrag war gemacht, die Stadt hatte ihr Okay gegeben, der Zeitpunkt der Eingewöhnung wurde festgesetzt. Ich trauerte furchtbar ob der bevorstehenden täglichen Trennung.
Irgendwann (um genau zu sein: wenige Tage vor Ende der Elternzeit, wir waren schon in der Eingewöhnung!) erfuhr ich auch, welchem Seminar ich ab sofort zugeteilt sein und an welcher Schule ich arbeiten würde. Schule: super, weil praktisch nebenan. Seminar: eine Stunde Fahrzeit und die einzelnen Seminarkurse nur zweiwöchentlich, aber dafür dann in doppelter Länge. Bedeutete für mich in Verbindung mit meinem (vorläufigen) Stundenplan: in den geraden Wochen zweimal morgens um 7 Uhr das Haus verlassen, abends um 19 Uhr frühestens zurück sein. Also 12 Stunden am Stück ohne Kind, bzw. das Kind ohne mich. Da musste ich schon schlucken. Ob das mal funktioniert? Denn die Haselmaus hing ja nunmal furchtbar an mir, meist war ihr ja eine Stunde allein beim Papa schon zu lang. Und dann solche Zeiten?
Aber es ließ sich nicht ändern. Es würde schon irgendwie gehen.
Die Eingewöhnung lief unerwartet gut. Ich hatte natürlich – eben weil die Maus zuvor so ungern von mir getrennt war – schon ein bisschen mit dem Schlimmsten gerechnet, mich aber selbst ermahnt das Ganze gelassen anzugehen, unserer Tagesmutter zu vertrauen und dem Haselkind so viel Sicherheit und Zuversicht als möglich zukommen zu lassen. Und es lief. Binnen weniger Tage blieb sie allein für einige Stunden bei „Lalla“, spielte, schlief (alleine und ohne vorheriges Stillen!) dort, aß, trank und freute sich jeden Morgen schon darauf, wieder dorthin zu gehen. Ich war erleichtert. Die volle Zeit von 6 Stunden täglich hatten wir zwar letztendlich zum Ende meiner Elternzeit noch nicht erreicht, aber mein Mann hatte sich für den November noch einen Monat zuhause (zwar in Elternteilzeit im Homeoffice, aber hey) eingeplant und somit musste ich mir keine Sorgen machen, dass womöglich ich irgendwo im Unterricht  und bei der Tagesmutter ein heulendes Kind sitzen würde. Wir könnten uns ganz gemütlich unserem Ziel annähern und bis Dezember würde das dann schon laufen.

Dachte ich. In der Realität war es dann leider so, dass bereits in meiner ersten Arbeitswoche mein Mann die Kleine früher abholen musste, weil sie nur noch weinte. Und als dann statt Mama nur Papa zur Verfügung stand, weinte sie noch mehr. Dann kamen die ersten zwei langen Seminartage. Ich sprang, kaum war die Sitzung beendet, fluchtartig auf, verließ das Gebäude und fuhr wie eine gesengte Sau im Stockdustern durch die unbeleuchteten Haarnadelkurven der bergischen Pampa, um pünktlich um 19 Uhr bei meinem Kind zu sein, das eigentlich um diese Zeit schon ins Bett gehörte.
Aber es half alles nichts. Jeden Tag wurde die Zeit, die die Haselmaus bei der Tagesmutter verbrachte, kürzer und ihr Elend größer. Nach gerade mal zwei Wochen war mir bereits klar, dass das so nicht funktionieren würde, zumal die Maus in ihrer Zeit zuhause nur noch mehr klammerte als vorher sowieso schon und schlechter schlief. Tagsüber am Schreibtisch sitzen, Unterricht und Unterrichtsbesuche vorbereiten, Arbeiten und Klausuren korrigieren, Bilder benoten? Nicht möglich. Abends vielleicht mal eine Stunde. Mit Not. Niemals genug, um halbwegs vernünftige Leistungen zu bringen. Und ein unglückliches Kind wollte ich schon gar nicht. Der Monat Elternzeit meines Mannes würde bald vorbei sein, und dann? Jeden Tag vorzeitig den Unterricht verlassen um das Kind abzuholen? Oder es weinend bei der Tagesmutter lassen? Beides keine Option. Mein Mann konnte und wollte es nicht verstehen, aber ich setzte mich durch. Und reichte erneut Elternzeit ein. Ab sofort.

Zum Glück. Niemals würde die Haselmaus sechs Stunden am Stück drüben bleiben, das war mir klar. Vier Stunden schaffte sie anfangs ganz gut, und so war der Plan zunächst, sie eben weiterhin – aber kürzer – betreuen zu lassen, damit sie sich an die neue Situation gewöhnen könnte. Und auch, damit uns der ideale Betreuungsplatz direkt neben unserer Haustür erhalten bliebe. Ich wollte mir irgendeinen kleinen Job in Elternteilzeit suchen, damit wir die fortdauernde Betreuung auch bezahlen könnten.
Aber: Nenu denkt, die Haselmaus lenkt. Es wurde einfach nicht besser. Sondern schlechter. Die Tagesmutter und ich gaben uns alle Mühe. Wir starteten Eingewöhnung 2.0. Ich ging morgens gemeinsam mit der Maus hin, blieb mit ihr dort, ging gemeinsam mit ihr wieder zurück. Sie klebte an mir. Es lag nicht an der Tagesmutter – die mag und mochte sie. Aber sie wollte nicht ohne Mama sein. Und nicht ein Kind unter vieren. Mein Kind, mein ewig forderndes Kind. Sie braucht einfach ständige Rückmeldung, jemanden, der ihr die Welt erklärt, jemanden, der ihr zuhört und ihre Entdeckungen verifiziert oder berichtigt. Sie war noch nie eins dieser Kinder, die versonnen lächelnd auf einer Krabbeldecke liegen und stundenlang mit einer Rassel spielen, während die Mutter in Ruhe kocht, putzt, bügelt oder mal eine Zeitschrift liest oder – Gott bewahre! – in Ruhe ihr Mittagessen einnimmt. Als Baby schon nicht und  auch jetzt nicht. Mein Kind braucht die Dauerkommunikation, ständigen Input. Und wenn sie dann mal ganz versunken mit einem Spielzeug da sitzt und forscht, dann gibt es nichts Schlimmeres als dass ein anderes Kind hinter, neben oder vor ihr Krach macht, ihr das Forschungsobjekt wegnimmt oder unachtsam über sie drüber stolpert… was sich aber in Gesellschaft dreier weiterer Tageskinder (alles Jungs, zwei von ihnen ein knappes halbes Jahr älter als die Haselmaus und alle mehr so die Tobefüchse als die Fingerspiel-und-Bastel-Fraktion) als Dauerzustand erwies. Kurz: es war ihr zu unruhig und sie bekam zu wenig Zuwendung. Wir mühten uns nach Leibeskräften, aber es half alles nichts. Sie mochte nur in meiner Begleitung dort bleiben und selbst das war ihr oft zu viel.
Dann kam der Tag, an dem ich – völlig übermüdet und zermürbt und durch die langen Tage allein ohne Hilfe mit eben diesem fordernden Kind auch nicht mehr ganz bei mir – mit der Haselmaus auf dem Arm morgens zur Tagesmutter ging. Sie machte uns die Tür auf, schaute mich an und sagte: „Komm, gib sie mir, leg du dich noch eine halbe Stunde hin. Du siehst zum Fürchten aus!“
Und ich, ich stieß einen tiefen Seufzer aus, reichte ihr die Haselmaus, die weinte und brüllte und sich mit Händen und Füßen an mir festzuklammern suchte.. und ging.
Es war Verrat. Nicht mehr und nicht weniger. So viele Monate hatte ich mich bemüht das extreme Nähebedürfnis meiner Tochter zu stillen, so anstrengend es auch sein mochte, hatte ihr immer wieder und wieder versprochen, dass ich immer da sein und auf sie aufpassen würde. Und dann habe ich dieses Versprechen um einer halben Stunde Schlaf willen gebrochen.
Nach 20 Minuten – ich war gerade in den Tiefschlaf geglitten – klingelte das Telefon. Schon beim Abheben klang mir das verzweifelte Weinen meiner Tochter ans Ohr. Es täte ihr sehr leid, sagte die Tagesmutter. Aber es ginge nicht. Die Haselmaus würde nur noch vor der Tür sitzen und nach Mama weinen und würde sich auch nicht mehr von ihr trösten lassen, wollte nicht angefasst werden und würde sie nur noch wegstoßen. Natürlich stand ich sofort drüben vor der Tür und schloss mein völlig aufgelöstes Kind in die Arme. Und es war ab diesem Zeitpunkt völlig klar – sowohl mir als auch der Tagesmutter -: das wird nix mehr. Heute nicht, morgen nicht, übermorgen nicht. Gar nicht. Jedenfalls nicht innerhalb der nächsten Wochen und Monate. Es tat uns beiden sehr leid, aber wir mussten da gar nicht drüber diskutieren: die Haselmaus würde dort nicht bleiben können. Und vermutlich auch nirgendwo sonst. Sie ist noch nicht so weit.

Wir ließen den Vertrag zum Ende des Monats auslaufen. Ich ging die verbliebene Zeit noch täglich mit dem Haselkind für ein, zwei Stunden hinüber. Wir wollten, dass es für sie auf einer versöhnlichen Note endet und nicht Knall auf Fall mit dieser letzten, unangenehmen Erfahrung. Und ich denke, das war gut so. Ab und zu begegnen wir der Tagesmutter mit ihrer Rasselbande auf ihrem Spaziergang, wenn wir auch gerade unterwegs sind. Oder wir dürfen zum Spielen ein Weilchen mit in den Garten. Und es ist okay, für uns alle.

Seit diesem letzten Fremdbetreuungstag war es bei uns zuhause eine Weile nicht so gut. Wie sehr ich das kleine Haselherz verletzt habe, kann ich nur ahnen. Aber sie klammerte eine ziemlich lange Zeit noch extremer als zuvor, und in jener ersten Nacht lag sie stundenlang wie ein Neugeborenes auf meiner Brust, klammerte sich an mich, drückte ihr tränennasses Gesicht an meinen Hals und schluchzte und weinte ununterbrochen „Mama, nein, Mama, Mama, MAMA“.. Das werde ich mit Sicherheit nie vergessen. Ich weiß, andere Kinder bleiben problemlos beim Papa, bei der Oma, bei den Nachbarn, beim Babysitter, bei der Tagesmutter. Und das ist super. Aber meines, meines braucht MICH. Ich bin ihr Anker, ihr einziger Halt auf dieser Welt. So lange, bis sie bereit ist, ein wenig loszulassen. Und das ist auch okay. Auch wenn es mich einschränkt. Auch wenn man mich überbesorgt schimpft, mir unterstellt, ich wolle mein Kind nicht gehen lassen, oder mir einreden möchte, die Haselmaus müsse bloß mal radikal für ein paar Tage von mir getrennt werden, damit sie selbständig wird. Sie ist wie sie ist – und ich bin sicher, je mehr Sicherheit und Halt ich ihr jetzt zu geben vermag, desto stärker und selbstsicherer wird sie werden.
Ja, es war schön, mal wieder etwas Schul-Luft zu schnuppern. (Meine neue Schule hat einen ganz fantastisch ausgestatteten Kunst-Fachbereich. Ich bin ziemlich verliebt!) Ja, es war wunderbar und bereichernd, mal wieder mit Kollegen über Schule, Schüler, Unterricht zu sprechen. Ja, ich habe die paar Stunden in meinen Fachseminare unglaublich genossen und habe ein paar heimliche Tränen gedrückt, weil ich so schnell wieder „raus“ war…
Aber die Arbeit läuft mir nicht weg. Mein kleines Mädchen braucht mich, und solange das so ist, ist mein Platz bei ihr. Sie werden so schnell groß.

 

P.S.: Für diesen Beitrag habe ich nun tatsächlich über zwei Wochen gebraucht. So viel zum Thema „das Kind schläft und ich kann schreiben“. Wir lachen alle mal herzlich. 😉

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Geschützt: Eltern informieren: abgehakt.

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There and back again.

Ich war heute in der Schule.
Ich habe die Schulleitung über meine Schwangerschaft aufgeklärt.
Auch die Ausbildungskoordinatorin hat es erfahren, weil sie nämlich gestern schon eine Mail schrieb, wie es mir ginge.
Ich hab mich allen andern gegenüber mit der Ausrede „Krankheit“ rausgewunden.
Ich war im Anschluss noch im Seminar und habe mit dem Seminarleiter darüber gesprochen, wie es jetzt sinnvoll weiter geht. (Ist nämlich alles gar nicht so einfach.)
Ich habe mich anschließend noch von der netten Dame im Büro nebenan, die sich „um die Schwangeren kümmert“, über die Möglichkeiten unterhalten.
Und ja, ich bin sogar anschließend ohne Unfall wieder heil nach Hause gekommen – auch wenn ich zwischendrin anhalten und ne halbe Stunde schlafen musste.

Und ich hätte jetzt so viel zu erzählen, so viele Kommentare zu beantworten und Einträge meiner Blogschwestern zu kommentieren, aber… ich schaffs grad nicht. Und morgen vermutlich auch nicht, weil da der lange Seminartag ist und ich danach wahrscheinlich so hinüber bin, dass ich direkt ins Bett falle. Das alles muss also mindestens bis Mittwoch warten. Aber dann bin ich hoffentlich ausgeschlafen genug, um all das nachzuholen.
Jetzt bin ich jedenfalls erstmal SAUmüde – und das ist irgendwie gut, denn manchmal merk ich echt so wenig von meinem kleinen Bauchbewohner, dass ich mich wirklich frage, ob er überhaupt noch da ist. Deswegen freu ich mich grad.
Machts gut – mein Sofa ruft nach mir.

Die Segel streichen.

So, langsam gehts ans Eingemachte. Der schönere Teil der Warteschleife ist jetzt wohl offiziell vorbei. Seit gestern habe ich den – sorry – üblichen flüssigen, klaren Ausfluss, der mir immer das baldige Zyklusende ankündigt (glaub irgendwer hatte mir mal erzählt, dass das damit zusammenhängt, dass die Schleimhaut sich anfängt wieder abzubauen? Keine Ahnung, obs stimmt..) – wie ich es auch sonst wenige Tage vor Eintreffen der Mens immer beobachten kann. Ich würde schätzen, so Samstag oder Sonntag wird die Blutung einsetzen. Natürlich ist noch nichts in Stein gemeißelt und vielleicht irre ich mich auch, aber innerlich bin ich dabei, mich zu verabschieden. Die Tage seit dem Transfer waren nett und ich hätte gern noch ein wenig mehr Zeit in dieser Zwischenwelt verbracht. Ich will einfach nicht wieder zurück ins Planschbecken! Aus dem Planschbeckenalter bin ich doch schon lange raus!

Noch dazu habe ich heute erfahren, dass mir übermorgen ein sehr unangenehmer Termin bevorsteht – der zwar direkt nichts mit dem Kinderwunsch, sondern nur mit meiner Arbeit zu tun hat, aber wohl trotzdem für einiges Durcheinander sorgen wird. Ich weiß noch nicht, ob ich anschließend darüber bloggen mag, aber wenn, dann vermutlich nur passwortgeschützt. Sorry.

So, und jetzt werd ich mal ganz energisch irgendwas nicht tun. Ich bin seit 4:15 Uhr auf den Beinen und gerade eben erst von der Arbeit nach Hause gekommen. Ich finde, einen ruhigen Abend des Nichtstuns habe ich mir damit irgendwie verdient.

Gedankenkirmes.

…hatte ich letzte Nacht, aber holla! Dabei war ich eh schon reichlich spät im Bett, nämlich erst um halb zwölf. Und um viertel nach vier sollte schon wieder der Wecker gehen.

Was hab ich mich rumgewälzt. In meinem Kopf ging alles durcheinander. Allerdings, äh, keine Warteschleifendinge. Oder fast keine. Eher so die übliche „OMG-OMG-Ich-hab-meinen-Kram-für-morgen-nicht-ausreichend-gut-vorbereitet-ich-muss-unbedingt-ganz-mega-pünktlich-aus-dem-Bett-fallen-und-das-dann-noch-ganz-fix-fertig-machen-aber-was-mach-ich-wenn-es-gefroren-hat-und-das-Auto-zu-ist-und-die-Straßen-glatt-sind-und-dann-wieder-Stau-ist-und-ich-deswegen-spätestens-um-halb-fünf-losfahren-muss-OMG-OMG-STRESSSTRESSSTREEEEEEEEEEEEEESSSS!!!“-Kiste. Verbunden mit der ständigen Ermahnung an mich, doch jetzt bitte SCHNELLSTENS einzuschlafen, um noch möglichst viel Schlaf zu bekommen und dadurch so fit wie möglich zu sein und vor allem NICHT ZU VERSCHLAFEN. Und dann geriet ich irgendwie in Panik und wälzte mich noch mehr rum, stand zwischendrin dreimal auf, legte mich wieder hin, hatte Herzrasen, mir war heiß, mir war kalt, mir war übel, und mein Mann lag seelenruhig neben mir und schnorchelte vor sich hin… Um kurz nach eins hab ich dann beschlossen, dass ich einen Tapetenwechsel brauche, und bin ins Gästezimmer umgezogen. Um kurz nach zwei kam ich dann – reichlich spät- nachdem autogenes Training, tief Durchatmen, Kissen übern Kopf Ziehen und alles andere nicht geholfen hatte, auf die glorreiche Idee mir einfach vorzustellen, dass ich am nächsten Morgen a) ausschlafen könne und b) sowieso Ferien wären und ich einfach den ganzen Tag gechillt zuhause rumsitzen und nichts zu würde. Und BUMS! – schon war ich eingeschlafen.

Und dafür, dass ich nur zwei Stunden Schlaf hatte, geht es mir heute erstaunlich gut. Ich bin überrascht.