Ich bin so faul, in meinem Fell wachsen schon Algen…

Huch, oh nein, was ist das? Achso, nur ne stinkend faule Nenu, die sich auch mal wieder zu einem Lebenszeichen bequemt..

Tja, hier ist im Moment nicht viel Berichtenswertes los. Oder ich bin zu faul um es in die Tastatur zu hacken.

Ein paar Tage lang war es verdächtig still in meinem Bauch und ich hab mir zur Abwechslung mal wieder ein bisschen Sorgen gemacht. Seit Sonntag versucht das Haselkind aber offenbar alles nachzuholen und turnt mit unbremsbarem Elan da drinnen herum, dass es eine Freude ist. Noch sieht und fühlt man es von außen nicht, aber ich bin sicher, dass das auch nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt. (Mein Mann meint ja, er hätte mal wo gelesen, dass das Quatsch wäre, dass man von außen was mitkriegen könne… na, dem werden wir mal hübsch das Gegenteil beweisen!) Auf jeden Fall freue ich mich nach wie vor über jeden kleinen Stupser und bin insgesamt doch eine ganze Ecke entspannter als vorher. Es stimmt schon: das zweite Trimester ist ziemlich prima. Keine Beschwerden (nur meine Brüste bringen mich um, aber was solls, könnte schlimmer sein), ich schlafe tief und entspannt, der Bauch wächst allmählich vor sich hin (uuuuh und ich hab immer noch keine neuen Bauchbilder im Blog, ich Böse, ich..), dem Kind gehts fühlbar gut (ist jedenfalls meine Interpretation) und insgesamt ist im Moment einfach alles ziemlich shiny, locker und vorfreudig. Und am Samstag sind wir schon bei 20+0, also Halbzeit. Unglaublich, oder? Und jetzt kommt der Teil, wo alle mit den Augen rollen und stöhnen dürfen: ich glaub das immer noch nicht! Trotz Stupsern, trotz Bauch, trotz der ersten zaghaften Mini-Anschaffungen (hier und da mal ein Klamöttchen, nur um ein Gefühl dafür zu kriegen.. größere Dinge gibts erst ab der 24. Woche) denke ich immer noch regelmäßig, ich bilde mir das alles nur ein. Übrigens hab ich tatsächlich noch immer den Behandlungsplan von der ICSI in meinem Portemonnaie. Ich behaupte mir selbst gegenüber gerne, das sei quasi nur ein Glücksbringer, aber ich glaube eigentlich liegt es daran, dass ich die Behandlung immer noch nicht als abgeschlossen betrachte. Schon komisch. Letztens stand ich auch geschlagene fünf Minuten im Supermarkt vor dem Regal mit den Damenhygieneartikeln und dachte ganz ernsthaft darüber nach, ob ich eigentlich noch genug Tampons daheim hätte oder ob es mal wieder Zeit wäre eine Packung nachzukaufen.. (Die Antwort ist: ich habe noch eine ungeöffnete Packung hier stehen, die ich ein paar Tage vor dem BT gekauft hatte.. weil ich ja das dringende Gefühl hatte, die bald zu benötigen.) Na gut, irgendwann wird der Groschen schon fallen. Vermutlich spätestens bei der Geburt. 😉

Worauf ich mich im Moment freue: übermorgen ist der nächste FA-Termin fällig. Diesmal bin ich ganz vorbehaltlos positiv eingestellt, hab ja schließlich einen fleißigen Stupser im Bauch, der mir Lebenszeichen morst. Mein Mann kommt auch mit und freut sich glaube ich auch ziemlich.. er macht das übrigens alles super, ich glaube er wächst ganz gut in diese Vater-werden-Sache rein. 🙂 (So, und jetzt hat die Flauschprinzessin grad mal nebenher schwungvoll zweimal auf den Läufer im Flur gekotzt.. toll, den hab ich doch letzte Woche erst gewaschen… ARGL.)
Natürlich wartet die halbe Welt gespannt, ob wir nach dem Termin Aussagen über das Geschlecht des Kindes machen können. Und wir sind zugegeben ja auch selbst ziemlich neugierig. Mein Mann wünscht sich übrigens ein Mädchen. 😉 Mir ist es egal – ich habe sowieso nicht vor, dann plötzlich rosafarbene oder blaue Sachen zu kaufen. Rosa mag ich als Farbe eh nicht besonders (keine Ahnung, warum das so ist, war aber schon immer so), und mir geht diese strenge Zu- und Aufteilung „Mädchen: rosa, Jungs: blau“ sowieso total auf die Nerven. Aber dazu gibts sicher irgendwann auch mal nen eigenen Blogpost, den Schuh zieh ich mir jetzt nicht an. Ich möchte auf jeden Fall gern alles so gut wie möglich kunterbunt und geschlechtsneutral. Geht mir weg mit Blümchen und Autos. In den 80ern hatten wir das auch nicht und ich war trotzdem ein glückliches Kind. 😛  (Wer das mag, soll  natürlich gern Freude daran haben. Nur mir gefällt es nunmal nicht und es nervt mich, dass es momentan kaum Alternativen gibt.)
So, und bevor ich jetzt weiter sinnlos anfange mich hier über irgendwelche Dinge auszulassen, fahre ich mal lieber schnell einkaufen und bringe dann endlich die Wohnung auf Vordermann. Wir kriegen nämlich heute Abend recht spontan Besuch von einem Bekannten, der selten in der Gegend weilt, und da sollte es schon halbwegs ordentlich aussehen und ein leckeres Essen auf dem Tisch stehen…

Advertisements

On the road to find out.

So. Nach einer Nacht drüber schlafen fasse ich es immer noch nicht. Ganz ehrlich? Wenn es hier im Blog nicht schwarz auf weiß stünde (bzw., äh, weiß auf schwarz), würde ich denken, ich hätte das alles nur geträumt. Aber es steht ja hier, also muss es wohl stimmen. Schwanger fühlen tu ich mich nicht. Es ist alles genau wie immer, bis auf leicht druckempfindliche Brüste (ich glaube, ich habe meine Brüste noch nie so oft angefasst wie heute *g*) – und dieses eklige Ziepen im Bauch, das sich eigentlich sehr nach Mens anfühlt und mich jedesmal zusammenzucken lässt, weil da plötzlich die Angst ist, das könnte es jetzt schon wieder gewesen sein. Denn eins ist mir schmerzlich bewusst: die Kuh ist noch lange nicht vom Eis. Da kann noch so viel schiefgehen (hurra, meine innere Pessimistin kriegt genug zu tun!), und das Problem ist einfach, ich habe diesen winzigen Zellpups in mir einfach schon total ins Herz geschlossen und will den nicht mehr abgeben! Höchstens so in ein paar Jahren, wenn er (oder sie) in die Pubertät kommt und nur noch rumpöbelt. ;P Scherz.
Im Moment schwanke ich also zwischen „ich bin doch nie im Leben schwanger, das muss ein Irrtum sein!“ und „ohmeingottohmeingottohmeinGOOOOTT, was, wenn da vielleicht schon gar nix mehr ist???“. Aber egal wie, ich habe einen hCG-Wert, und der ist (bzw. war) gut, und einen Arzttermin nächste Woche, und das ist auch gut, und das muss jetzt einfach erstmal reichen. Gedankenkarussell kann ich auch ein andermal noch fahren. Kost ja nix. (Nur Nerven.)

Was mich so konfus macht, ist die Tatsache, dass ich eigentlich zu keiner Zeit in diesem Versuch ernsthaft davon ausgegangen bin, am Ende tatsächlich ein Positiv zu bekommen. Ich konnte es mir einfach nicht vorstellen. Es ist so: es gibt da diese Statistiken (eigentlich find ich Statistiken ja ziemlich doof, leider glaube ich aber trotzdem irgendwie an sie), und die sagen ja eigentlich, dass Ottonormalpaar im Durchschnitt so einige Versuche braucht, bis ein Erfolg eintritt. Und na klar weiß ich, dass ein Durchschnitt eben nur ein Durchschnitt und eine Statistik eben nur eine Statistik ist und deshalb nirgendwo geschrieben steht, dass das auch auf uns zutreffen muss, aber jetzt im Umkehrschluss davon auszugehen, dass wir einfach nicht zum Durchschnitt gehören, das wollte ich dann auch nicht. Auf irgendwas müssen diese Zahlen ja beruhen. Also ging ich mal davon aus, dass wir einfach Geduld und Nerven (und Geld) brauchen würden, und dann so nach drei oder vier Anläufen tatsächlich mal Glück hätten. Jetzt mag man sich fragen: wenn sie eh nicht an einen Erfolg glaubt, wieso macht sie den Kram dann? Ganz einfach, ich hatte eben die klare Vorstellung, dass der Erfolg vielleicht doch da sein könnte, aber eben in der fernen Zukunft. Und die konnte ich nur erreichen, indem wir einfach irgendwann anfangen und die ein oder andere Pleite einfahren. Das ist wie Barfußlaufen nach einem langen Winter: du weißt, die ersten drei, vier Male tun noch ziemlich weh, weil deine Füße sich erst wieder dran gewöhnen müssen und jedes noch so kleine Steinchen dir monumentale Löcher in die Sohlen piekt, aber irgendwann ist der Punkt erreicht, wo es sich plötzlich einfach nur noch gut anfühlt, und dann hat sich der Schmerz gelohnt.
Und jetzt steh ich hier und stelle fest: da sind gar keine Steinchen. Ich kann einfach drauflos laufen.

Das macht mich unglaublich glücklich – aber es macht mich auch ein wenig traurig. Weil ich weiß, dass da draußen noch so viele sind, die tapfer schon hunderte Kilometer hinter sich gebracht haben und schon völlig kaputte Füße, aber keinen Erfolg haben.  Weil es einfach nicht fair ist und ich nichts dafür tun kann, das zu ändern. Ich kann nur trösten und aufmuntern und Händchen halten. Dabei würde ich so gerne frei nach Janosch sagen: „Komm her, ich trag dich ein Stückel!“, aber auch mit Gesellschaft muss ihn wohl jeder selbst gehen, den Kinderwunschweg. Aber keine Sorgen: ich laufe nicht weg. Ich gehe nebenher und höre zu. Oder labere euch ein Kotelett ans Ohr, wie ihr wollt. 😉

Ein dickes, fettes DANKESCHÖN.

Ihr Lieben.

Ich bin immer noch nicht so ganz in der Realität angekommen. Morgen wird sicher ein längerer Post folgen (den ich so nebenher bereits im Kopf formuliere, macht ihr das eigentlich auch?), für heute werde ich aber glaube ich das Internet Internet sein lassen und erst einmal halbwegs zur Ruhe kommen. (Und weiter Klausuren korrigieren. Ürgh.) Was ich aber an dieser Stelle unbedingt heute noch loswerden möchte, ist folgendes:

 

DANKE.

Danke fürs Mutmachen und Mitfiebern, fürs Händchenhalten, Daumendrücken und Anfeuern, für eure warmen Worte und euer Interesse. Ich bin mir sicher, ich hätte diese ganze Chose hier (Kinderwunsch, Behandlung und Warteschleife) längst nicht so gut überstanden, wäret ihr nicht gewesen. Danke an meine lieben Blogschwestern, von denen viele so manchen Schicksalschlag hinter sich haben und trotzdem voll und ganz für andere da sind, danke an alle Leserinnen (und Leser?), die ihre Worte hinterlassen, sei es hier im Blog oder per Mail, und danke auch an jene, die ich zwar nicht sehen kann, die aber trotzdem da sind und Anteil nehmen. (Ich gebe zu, ich lese selber so manchen Blog, ohne mich je zu erkennen zu geben.) Allein bis zum jetzigen Zeitpunkt hat dieser Blog heute (!) fast 800 Aufrufe vorzuweisen, und das gibt mir das Gefühl, nicht allein zu sein.

Danke auch für all die lieben Glückwünsche, per Kommentar, per Mail, per Handy. Jeder einzelne ist wie eine große Schippe Glück auf den großen Berg, der da vorhin gegen fünf sowieso schon schlagartig auf mich drauf geplumpst ist. Ich wünsche mir und hoffe, dass ich ein bisschen von diesem Glück auch weitergeben kann. Ihr seid großartig.

Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt. Ob das hier tatsächlich in einem Dreivierteljahr ein Happy End nimmt oder ob der Absturz nicht doch noch eines Tages kommt. Ich weiß aber, dass da draußen eine Menge Leute sind, die mich begleiten und unterstützen werden. Und das ist – Achtung, jetzt kommt ein Wort, das zu meinem sonst so flapsigen Tonfall nicht recht passt, vielleicht ein bisschen zu ernsthaft klingt, aber durch und durch ernst gemeint ist – eine große Gnade.

Danke.

Mir egal, ich lass das jetzt so!

Tja. Bluttest jetzt doch schon morgen früh statt Mittwoch. Passt in den Kalender meiner FA besser. 😛 Ich denke mal, der eine Tag wird jetzt auch keinen großen Unterschied machen. Wäre dann ja immerhin genau zwei Wochen nach Transfer. Huch. Das ging fix. Und damit ist die Warteschleife dann auch ganz plötzlich vorbei. OMG. Wann ist das passiert? Ich hoffe, ich kann heute Nacht überhaupt schlafen und die Mens überlegt es sich nicht plötzlich doch noch. Hilfe. Ich hab auf einmal total Herzrasen.

 

Hey, I’ve got nothing to do today but smile

Ich tu jetzt einfach so, als ginge es um nix. Als gäbe es nicht sowas wie einen Zyklus oder eine mögliche Schwangerschaft. Heute war einfach so ein frühlingshafter, milder Tag mit sehr viel Sonnenschein (bis gerade jedenfalls) und Anklängen von Frühjahrsduft in der Luft. Und Wochenende noch dazu. (Auch, wenn ich jetzt wieder am Schreibtisch sitze.) Ich will mir das jetzt nicht verderben. Und ob ich Trübsal blase oder nicht – es ändert eh nix. Es kommt wie es kommt. Mit Mens oder ohne. Bis jetzt hat sie sich zumindest noch nicht blicken lassen und es ziept nur hin und wieder ein bisschen, aber nicht so fies wie gestern. Dafür explodieren meine Brüste und vorhin hat mein Kreislauf kurzfristig ne Auszeit genommen. Ob das was zu bedeuten hat, keine Ahnung. Ich lasse mich mal lieber nicht zu irgendwelchen Spekulationen hinreißen, denn der Möglichkeiten sind viele (na ja: zwei).
Bluttest wäre übrigens am Mittwoch, aber bis dahin sinds ja noch ein paar Tage.. Ich hab mir so überlegt, ich könnte ja vielleicht – wenn bis dahin die Mens nicht mit einem lauten „ÜBERRASCHUNG!!!“ aus dem Schrank gesprungen ist – am Montag eveeentuell nen Frühtest machen? Das wäre dann PU+16 , bzw. TF+13, da köhöhönnnte doch so ein Ding eigentlich anschlagen. Oder sollte. Die Frage ist: traue ich mich das? Schaffe ich es dann noch, mich am Mittwoch zum Arzt zu schleppen, wenn der Pipitest negativ war? Will ich das? Oder warte ich halt einfach noch zwei Tage länger (falls die Mens dann IMMER NOCH nicht da ist) und teste erst am Mittwoch vor dem BT? …denn ehrlich gesagt will ich halbwegs auf das  vorbereitet sein, was mir dann am Telefon mitgeteilt wird.

Egal. Muss ich ja nicht heute entscheiden. Erstmal den Tag genießen, morgen hoffentlich menslos bleiben und dann mal gucken. Et kütt wie et kütt. Zurück an die Arbeit!

Die Segel streichen.

So, langsam gehts ans Eingemachte. Der schönere Teil der Warteschleife ist jetzt wohl offiziell vorbei. Seit gestern habe ich den – sorry – üblichen flüssigen, klaren Ausfluss, der mir immer das baldige Zyklusende ankündigt (glaub irgendwer hatte mir mal erzählt, dass das damit zusammenhängt, dass die Schleimhaut sich anfängt wieder abzubauen? Keine Ahnung, obs stimmt..) – wie ich es auch sonst wenige Tage vor Eintreffen der Mens immer beobachten kann. Ich würde schätzen, so Samstag oder Sonntag wird die Blutung einsetzen. Natürlich ist noch nichts in Stein gemeißelt und vielleicht irre ich mich auch, aber innerlich bin ich dabei, mich zu verabschieden. Die Tage seit dem Transfer waren nett und ich hätte gern noch ein wenig mehr Zeit in dieser Zwischenwelt verbracht. Ich will einfach nicht wieder zurück ins Planschbecken! Aus dem Planschbeckenalter bin ich doch schon lange raus!

Noch dazu habe ich heute erfahren, dass mir übermorgen ein sehr unangenehmer Termin bevorsteht – der zwar direkt nichts mit dem Kinderwunsch, sondern nur mit meiner Arbeit zu tun hat, aber wohl trotzdem für einiges Durcheinander sorgen wird. Ich weiß noch nicht, ob ich anschließend darüber bloggen mag, aber wenn, dann vermutlich nur passwortgeschützt. Sorry.

So, und jetzt werd ich mal ganz energisch irgendwas nicht tun. Ich bin seit 4:15 Uhr auf den Beinen und gerade eben erst von der Arbeit nach Hause gekommen. Ich finde, einen ruhigen Abend des Nichtstuns habe ich mir damit irgendwie verdient.