Testception.

So. Also mal vorweg: ich wollte euch trollen.
Kennt ihr das, wenn ihr euch denkt, ach, Galgenhumor ist besser als Rumheulen, Lachen ist gesund..? Also hatte ich mir so überlegt, ich schreibe für diesen Eintrag eine Überschrift a la „ÜBERRASCHUNG! Der Test ist…“ und dann untendrunter: „…negativ. Haha. Reingelegt!“
Das war aber offenbar irgendwie schon ein bisschen zu fies von mir, deshalb beschloss mein Unterbewusstsein, mir diesen blöden Plan so richtig heimzuzahlen. Heute Morgen so gegen irgendwann wurde ich wach, schlurfte ins Bad, pinkelte irgendwie so im Halbdunkeln auf diesen Test, guckte drauf… UND JETZT KOMMTS: POSITIV!! Hä, WAS???
Und ich so: Nein, NIEMALS! …und schickte erstmal Fotos per Whatsapp in die virtuelle Runde.
Und alle so: Ja, DOCH!!

Und dann wachte ich auf.
Ohne Scherz jetzt. Ich hab geträumt. Es war ein blöder, arschiger, hundsgemeiner Traum vom Positiv, obwohl ich doch GENAU WUSSTE dass das einfach totaler Quatsch ist. Und als mir das klar wurde, fielen meine Mundwinkel mit einem lauten FLLLOMMMPPP bis auf den Fußboden runter.
Und dann lag ich da so im Bett, das Haselkind schnorchelte noch ganz zufrieden neben mir vor sich hin, und ich wälzte mich, und die Blase war voll und das Hirn irgendwie auch, und ach, mein Gott, ja, dann mach ich jetzt halt diesen blöden Test, dann sehe ich eben nur den einzelnen Strich und es tut ein bisschen weh aber ich bin ja drauf eingerichtet, und dann kann ich vielleicht einfach zurück ins Bett, zwei stille Tränchen drücken und dann noch mal einschlafen…
Ich schlurfte also ab ins Bad, zeigte den Progesteronkapseln auf dem Badezimmerspiegelschrank noch kurz den Finger (hatte gestern schon keine mehr genommen, weil wegen is‘ nich), pinkelte im Hellen auf diesen Test, guckte wie die Farbe sich langsam an dem Teststäbchen hochzog… HA, EIN Strich, ich WUSSTE ES!

…..und wollte den weglegen und ins Bett gehen und dann kam da.. Ja, hier wirds schwer. Da kam ein Schatten. So ein Hauch von einem Strich. Und ich guckte dumm. Und der Schatten wurde dunkler. Und stärker. Und dicker.
Positiv. NEIN!! NIEMALS!! Ich hätte das Ding am liebsten in die Ecke gepfeffert. Denn es war ja wohl sowas von klar, dass das WIEDER nur ein Traum war. Hab ich öfter. Also so Träume, wo ich aufwache weil ich merke dass irgendwas nicht stimmt, und dann aber in Wirklichkeit gar nicht wach bin, oder nur kurz, und mein Unterbewusstsein dann den Fehler in einem weiteren Traum ganz geschickt ausbügelt und ich solange glaube tatsächlich wach zu sein, bis ich dann doch wieder aufwache.. (Ich habe übrigens die letzten 10 Minuten von „Inception“ nicht gesehen und möchte das irgendwann noch  nachholen. Aber ich schweife ab.)
Und dann stand ich also so da mit meinem „zweiten“ Test mit einer mittlerweile wirklich sehr fetten unübersehbaren zweiten Linie und meine Hände zitterten, und ich sagte einfach nur: „Nee.“
…und schickte erstmal Fotos per Whatsapp in die virtuelle Runde. Und ging wieder ins Bett. Und habe tatsächlich nochmal eine Stunde oder so geschlafen (oder gedöst oder genickert, egal), bevor die Haselmaus wach wurde.
Und dann kam ich wieder ins Bad und da lag der Test und die Linie war IMMER NOCH da.
Und ich schwöre, ich bin heute gefühlt dreimal die Stunde hingelaufen und habe nachgeschaut und SIE GEHT EINFACH NICHT WEG.
Ich bin sogar extra zum Drogeriemarkt im Städtchen gefahren (jedesmal ne halbe Weltreise!) und habe noch zwei Billigtests gekauft, weil.. der muss halt einfach kaputt sein. Einen von den neuen hebe ich auf für morgen (also falls dieser Traum so lange dauern sollte), der andere.. zeigt zwei Linien.
Ja. So isses. Jetzt ist es raus.

Und ich freue mich zwar (also streng genommen freue ich mich noch gar nicht so richtig, weil es einfach noch nicht so wirklich in meinem Kopf angekommen ist, was da passiert), aber gleichzeitig ist da dieser Teil von mir, der süffisant den Mundwinkel nach oben zieht, meinem Restteil auf die Schulter klopft und sagt: „Herzlichen Glückwunsch, du hast dich mit Erfolg wieder TOTAL ZUM HORST GEMACHT! Alter!“ und, viel, viel schlimmer: da ist dieser Teil von mir, der einfach nur weint. Es klingt so doof. Aber ich schäme mich. Ich weiß da draußen sind so, so viele, die sich das hier verzweifelt wünschen und es einfach nicht bekommen.. und dann sitze ich hier, drücke erst auf die Tränendrüse dass das ja garantiert alles nicht klappt und zaubere dann doch wieder im ersten verdammten Anlauf ein Positiv aus dem Ärmel. Wie dieses Mädchen, ihr kennt sie alle, das die ganze Zeit rumheult weil es die Klassenarbeit total verhauen hat und dann nachher mit ner 1- nach Hause geht. (Ich glaube die liebe Flora hatte diesen Vergleich auch schon mal verwendet. Ich will wirklich nicht abschreiben aber es geht an dieser Stelle nicht anders.) Also, ja. Ich schäme mich. Und ich stehe hier und zeige dem Universum wütend den Stinkefinger, weil es EINFACH NICHT FAIR IST… und gleichzeitig halte ich die andere Hand auf den Bauch gedrückt und sage ganz leise zum Universum: „Aber bitte lass es mich behalten, ja?“

Ja. Bitte lass es mich behalten. Es tut mir leid.

 

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ZT 10: Et kütt wie et kütt…

Tja. Ich habe nicht viel Zeit, aber meine Statistik zeigt, dass einige neugierige Leser da draußen sind ;), also:

Der Ultraschall war für mich etwas ernüchternd. Diesmal habe ich von Anfang an höher dosiert gespritzt (drei Tage 200 IE, dann je 225) und eigentlich war meine Erwartung, dass dabei dann vielleicht auch etwas mehr rausspringen würde als die 8 Eizellen vom letzten Mal.. Denn zum einen hätte ich wirklich gerne was übrig zum Einfrieren (denn bei der kurzen Zeit, die uns bleibt, werden wir vermutlich keine drei Vollversuche schaffen und ich hätte einfach gern ein bisschen was auf der hohen Kante, ein paar Zusatzversuche), zum anderen wollten wir diesmal auch lieber Blastos – denn so wie es aussieht möchte ich mir lieber nur einen Embryo einsetzen lassen und da wäre es mir schon lieb gewesen es mit einer Blastozyste zu versuchen, um die Erfolgschancen noch ein wenig nach oben zu schrauben. Denn es ist leider so, dass wir kein Zwillingsrisiko eingehen wollen.. können.. sollten. Bevor ich das erste Mal schwanger war fand ich Zwillinge toll, und im Grunde finde ich das auch immer noch, aber seien wir ehrlich: das würde in die Hose gehen. Ich habe hier keine Unterstützung, weder von der Familie noch von Freunden, noch von irgendwem und mein Mann ist nun mal eben sehr wenig zuhause. Und Zwillinge UND ein Kleinkind allein zu managen – das traue ich mir nicht zu. Also: mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit gibt es diesmal einen SET. Außer, wenn nur zwei Embryonen übrig blieben.. dann wäre ich doch in Versuchung beide zu nehmen.. Ach, keine Ahnung.
Ich schwoff ab.
Also. Der Ultraschall war ernüchternd. Die Ärztin schallte rechts: ein Follikel mit 16 mm und „jede Menge Kleingemüse, so wird das aber nichts!“. Ja, leider leider wirklich nur Mini-mini-mini-Eier, bei denen keine Hoffnung besteht, dass sie noch aufholen.. Dann schwenkte sie rüber nach links: „Aha. Sie werden eindeutig mit links schwanger!“ Drei weitere Follikel.. kleiner als der große von rechts, aber größer als die ganz kleinen.. Und mehr war nicht drin. Vier Stück. Vier lumpige Eierchen.
Ja, ich weiß. Vier Stück können reichen. Es gibt Frauen, die haben nur eine Eizelle oder zwei und schaffen es auch. Und im Grunde reicht es ja wenn DIE EINE dabei ist. Und, wie die Ärztin so schön sagte: ich werde offenbar leicht schwanger und wenn es schon mal geklappt hat sind die Chancen auch höher, dass es wieder klappt…
Trotzdem bin ich etwas, ein winziges bisschen, traurig. Und mache mir so meine Gedanken. Beim letzten Mal hatten wir 8 Eizellen, aber nur 4 waren reif. 3 ließen sich befruchten. 2 bekam ich zurück. 1 liegt jetzt unten im Bett und plappert selbst noch im Schlaf vor sich hin. Alles in allem eine gute Bilanz. Aber wenn jetzt, in diesem Versuch, wieder nur die Hälfte reif ist? Oder nur drei von vieren? Sich eine oder zwei gar nicht erst befruchten lassen..? Und dann kommt ja die nächste große Hürde: sie müssen sich weiterentwickeln. Und sich einnisten. Wobei: was die Einnistung angeht mache ich mir weniger Gedanken. Denn meine Schleimhaut ist mal wieder super-duper 1++ mit Sternchen. Die bringt wirklich immer und überall die Ärzte zum Schwärmen. 😛 Da wird ja so ein kleines Muckelchen, wenn es denn soweit fit ist, wohl sicher der gleichen Meinung sein und es sich gemütlich machen. (Nur hoffentlich bitte nicht an der Kaiserschnitt-Narbe.)
Jedenfalls: Blastos werden das wohl relativ wahrscheinlich nicht. Und eingefroren wird auch wieder nix. Und das bedeutet, wenn am Ende dieser Chose kein Positiv steht, können wir vielleicht noch eine ICSI machen (natürlich auch wieder ohne Kryos) – und dann ist die Zeit wahrscheinlich um und der Traum ausgeträumt. Das finde ich dann doch plötzlich irgendwie ernüchternd. Aber was will man machen? Es lässt sich nicht ändern. Es ist wie es ist. Es kommt wie es kommt. Jetzt heißt es: Kopf hoch und Arsch in den Sattel. Solange die dicke Frau noch singt, ist die Oper nicht vorbei. Und sie singt noch! Gut, im Moment eher so Adele-bei-den-Grammys-2016-mäßig, aber auch eine Adele darf ja mal nen schlechten Tag haben, also klopfe ich ihr jetzt mal aufmunternd auf die Schulter und schaue nach vorne. Auf Sonntag. Sonntag gibts ein bisschen Brevactid zum späten Abendbrot und Dienstag wird dann punktiert. Alles was da ist. Und dann kann ich ja nochmal ein bisschen zittern, bis wir die Befruchtungsrate erfahren. Und DANACH kehrt dann hoffentlich die alte Lässigkeit zurück (zumindest, wenn noch ein Transfer in Aussicht steht) und ich genieße meine wundervolle Warteschleife. Deal? Deal.

10 von 40.

10 Wochen schwanger. Und damit ist ein Viertel der Zeit schon rum. Aber leider noch nicht ein Drittel.
Es ist irgendwie ganz schön still um mich geworden. Nicht, weil ich nichts zu schreiben hätte. Ich habe eigentlich immer irgendwas zu schreiben. Selbst wenn absolut nichts passiert, brütet mein Kopf weiterhin lauter verrückte Dinge aus. Ich bin schließlich – wie jemand hier mal so wunderbar kommentierte – ein Grübelmonster. 😉
Aber im Moment möchte ich über das, was in meinem Hirn so läuft, eigentlich nichts schreiben. Ich bin nämlich nicht nur ein Grübelmonster, sondern auch eine absolute Schissbuxe. Haltet mich für überängstlich, paranoid oder schlichtweg für gaga, aber im Moment laufen in meinem Kopfkino fast nur Horrorfilme. Ich weiß, dass das Blödsinn ist, aber da ist ein leises, aber eindringliche Stimmchen in mir, dass mir ununterbrochen einflüstert, dass das dicke Ende doch jetzt bestimmt noch nachkommt. Man spaziert nicht so einfach sorgenfrei und unbeschwert durch eine ICSI, kassiert ein Positiv, durchlebt eine völlig komplikations- und beschwerdefreie Frühschwangerschaft und bringt am Ende tatsächlich ein lebendes, atmendes (ich sage schon extra nicht: gesundes) Kind zur Welt. Oder? Irgendwas MUSS doch schiefgehen.
Ich hatte mir eigentlich immer vorgenommen, dass ich meine Schwangerschaft genießen würde. Jeden einzelnen Moment. Aber im Moment traue ich mich einfach nicht. Ich fahre hier mit angezogener Handbremse. Ich habe Angst mich fallen zu lassen, zu glauben und zu vertrauen. Ich mag das Glück nicht zulassen, weil ich Angst habe, dass man es mir dann wieder wegnimmt. Wahrscheinlich ist das die Strafe dafür, dass ich die ICSI-Warteschleife einfach nur genossen habe – jetzt bibbere ich dafür mit einem Hirn wie ein Eimer voller Aale durch die 12-Wochen-Warteschleife (die ja streng genommen eigentlich nur eine 8-Wochen-Warteschleife ist, weil zum Zeitpunkt, an dem man sie beginnt, die ersten 4 Wochen  bereits rum sind).
Mit heute sind es noch drei Tage bis zum nächsten Arzttermin. Ich schwanke zwischen Hoffnung und Grauen. Zum Glück wird mich mein Mann begleiten. Wenn dann alles in Ordnung ist, sind es noch anderthalb Wochen bis Buffalo. Eigentlich ja übersichtlich. Aber ob ich die bewältige, ohne mich selbst vorher völlig bekloppt zu machen? Ich zweifle.
Deswegen wundert euch nicht, wenn hier im Moment das große Schweigen herrscht. Ich weiß, ich habe noch jede Menge Kommentare nachzuholen (hier wie anderswo), ein Bauchbild zu zeichnen und hochzuladen (fotografiert ist es bereits), in meinem Postfach stapeln sich vermutlich die Mails (hab bestimmt ne Woche nicht mehr reingeschaut, Asche auf mein Haupt) und einige von euch haben schon vor einer halben Ewigkeit nach dem Passwort gefragt und immer noch keine Antwort von mir bekommen (bin übrigens total überwältigt, WIE VIELE Anfragen da kommen. Alter Verwalter!) – das alles wird hoffentlich in naher Zukunft von mir endlich beachtet und ich packe dann noch jeweils einen großen Sack Entschuldigungen drauf. Aber… vielleicht erst nach Dienstag. Ich hoffe ihr könnt es mir nachsehen.

Tausche blöden Samstag gegen zweiten Sonntag.

Und das kam so:

am Samstag waren wir zur Geburtstagsfeier der besten Freundin meines Mannes geladen. Das ist eh schon immer so ne Sache mit besagter Freundin.. eigentlich ist sie sehr nett und lieb, aber manchmal ist sie mir einfach etwas zu … hmm.. vereinnahmend. UND sie redet zu gerne darüber, wie das dann alles so wird, wenn ich dann mal schwanger bin/Kinder habe. Da kriege ich – wie damals bei Exfreunds Mutter – immer einen leichten Haschmich, weil ich ständig das Gefühl habe, praktisch zur Reproduktion gezwungen zu werden. (JA, ich WILL Kinder, aber andere Leute haben mir nicht zu sagen, dass ich welche zu wollen habe. Das mag ich einfach so gar nicht. Bäh.) Ihre beiden Nachwüchse sind übrigens wirklich die allerliebsten und süßesten und hübschesten Kinder der Welt, irgendwann erliege ich bestimmt doch noch der Versuchung und klaue die beiden.. Aber zurück zum Samstag.

Ich bin ja eh schon nicht so der feiernde Typ. Muss man leider so sagen. Auf Parties fühle ich mich irgendwie einfach nur fehl am Platz und weiß meistens gar nicht so recht, mit wem ich reden soll und worüber.. da bin ich wohl doch zu introvertiert. Aber na gut, letztes Jahr waren wir auch zum Feiern da, und es war eigentlich ganz nett und lustig, außerdem wären alle enttäuscht gewesen, wäre ich nicht mitgekommen, und ich will mich ja auch nicht unnötig anstellen.. also sind wir am Nachmittag hin gefahren. Anfangs war es auch noch ganz okay, da war nur ein weiteres Ehepaar mit Kindern (hübschen, adretten, liebenswerten) anwesend und ich war noch halbwegs entspannt. Dann fiel aber gegen Abend der Rest der Gäste ein, es wurde voll und laut (und da ich eh schon den ganzen Tag Kopfschmerzen hatte, war das für mich weniger schön) und natürlich habe ich den Altersdurchschnitt (wenn man jetzt mal die anwesenden Kinder nicht mitrechnet) um einiges gesenkt. Dann kam natürlich die obligatorische hochschwangere Mittvierzigerin mit Mann und Sohn (im Teenageralter). Eine, wie ich fand, ausgesprochen attraktive und sympathische Dame, die ich vom ersten Augenblick an mochte, deren Bauch aber irgendwie permanent mitten in meinem Blickfeld parkte und es irgendwie schaffte, dass da wieder dieses saublöde Gefühl hochkam. Ich wollte das nicht, es nervte mich selbst, aber plötzlich war da wieder dieser Kloß in meinem Hals und ich fand alles nur noch furchtbar anstrengend. Und dann tauchte (als ich schon nicht mehr damit rechnete) noch ein recht frisch gebackenes Elternpaar auf. (Dass sie ein Kind erwarteten, wusste ich ja schon, aber dass es schon auf der Welt war, hatte mir vorher keiner erzählt..) Ihre Kleine ist jetzt etwa drei Monate alt. Und ich bin immer noch so unschwanger wie sonstwas. Dabei üben wir schon länger als die beiden sich überhaupt kennen. 😦

Und damit war der Abend dann irgendwie endgültig gelaufen. Rückblickend kommt es mir albern vor, mein Gott, ja, überall auf der Welt kommen permanent Kinder zur Welt, so what.. und andere Paare quälen sich schon viel länger als wir, und ich heule hier rum.. aber in dem Moment wars einfach nicht gut und ich fühlte mich schlecht und wollte nur noch heim. Und das, obwohl ich doch im Moment den Eindruck von mir habe, dass ich eigentlich recht entspannt bin. Na ja. Wie ich schon mal sagte: Ich hatte schon ganz vergessen wie sich das anfühlt.

Sonntag war ich dann zum Glück wieder halbwegs geerdet und hatte das Glück, die wunderbare ZweiLinien einmal persönlich zu treffen. Wie auf Bestellung kam sogar die Sonne raus, auch wenn das in mancherlei Hinsicht – wie sich später heraus stellte – nicht nur Vorteile hatte. Ich freue mich immer sehr wenn ich Menschen, die ich zuvor nur übers Netz kannte, einmal in persona begegnen darf, und so war es auch diesmal. Auch wenn wir nicht wirklich über das Thema Kinderwunsch gesprochen haben (wäre aber auch etwas strange gewesen, wo doch eigentlich permanent irgendwelche Eltern und Kinder verschiedener Altersstufen in unserer direkten Nähe saßen), war es doch schön zu wissen, dass der Gesprächspartner praktisch im gleichen Boot sitzt, dass man die gleichen Ängste und Sorgen teilt und dass man dadurch auf eine besondere Weise miteinander verbunden ist. Wie Mitglieder eines kleinen Geheimclubs, sozusagen. 😉 Es war also ein rundum gemütlicher Sonntagnachmittag, der mir wirklich unglaublich gut getan hat. So hat sich der Frust vom Samstag praktisch wieder ausgeglichen und die Welt läuft erstmal wieder in geordneten Bahnen. Jetzt muss ich mir nur noch drüber klar werden, ob ich der Bitte der Besten meines Mannes, wir sollten doch das von ihr für uns aufgehobene Kinderbett beim nächsten Mal bitte mitnehmen, weil es bei ihr nur unnötig Platz wegnimmt, nachkommen möchte. Früher hätte ich mich ja drüber gefreut. „Hach wie toll, jetzt haben wir immerhin schon mal ein Bett, dann kann das Kind ja eigentlich nicht mehr allzu lang auf sich warten lassen!“ … heute gehen meine Gedanken eher in die Richtung, dass wohl nichts deprimierender ist als ein Kinderbett zu besitzen, das dann womöglich leer bleibt. Vor allem wenn es mir den Schuppen zustellt, wo ich mir doch eigentlich in den Sommerferien da ein Atelier einrichten wollte..

Mrs. Grumpy McGrumpypants.

Geburtstage  – also meine eigenen – sind nicht meine Stärke. Ich habe an diesen Tagen grundsätzlich miese Laune, wohl weil mir die Vorstellung, von anderen gefeiert zu werden, irgendwie unangenehm ist, vor allem wenn ich eigentlich nichts Feiernswertes geleistet habe. Ich hab da irgendwie so ein Problem, wenn ich das Gefühl habe, dass bestimmte Erwartungen an mich gerichtet sind  – ich mags nicht, wenn man etwas von mir erwartet; ich habe dann immer das Gefühl, alle zu enttäuschen. Und weil die Erwartung aller anderen, dass ich mich an meinem Geburtstag freue und gut drauf bin, mit diesem meinem Erwartungsproblem kollidiert, bin ich dann immer mies drauf und fühle mich noch doppelt mies, weil ich deswegen ein schlechtes Gewissen habe. Schließlich freuen sich scheinbar alle über diesen Tag, nur ich nicht.

Gah.

Dementsprechend bin ich eigentlich immer ganz froh, wenn der Tag möglichst schnell und unbeachtet vorüber geht. (Ja, ich weiß: ist irgendwie kontraproduktiv, ihn dann hier noch zu erwähnen. Aber irgendwo muss ich den Frust mal loswerden.) Deswegen feiere ich eigentlich auch nie, und falls doch, dann dient mir der Tag eigentlich nur als Ausrede, um einen Grund zu haben meine Mädels einzuladen (und wenn der Anlass „Geburtstag“ ist, bemühen sich auch alle eher das in ihren Terminkalender zu quetschen als wenn man ankommt und sagt „Hey Leute, wie wärs wenn wir uns mal wieder treffen?!“) .. Also alles in allem ist meine Laune eh schon nicht die beste. (Und das, obwohl sich wirklich lauter großartige Leute große Mühe geben, mir etwas Gutes zu tun. Manchmal bin ich echt ein undankbares A****loch..) Und dann wache ich heute Morgen ausgerechnet mit dem allseits bekannten und verhassten Ziehen im Unterleib auf, die Temperatur begibt sich in den Sinkflug (zwar nur 0,1 weniger als gestern, aber eben schon unter 37, das ist kein gutes Zeichen) und ich verbringe eine gute halbe Stunde mit Weinen, einfach weil mir das alles so stinkt. Ja, ich weiß, alles totaler Quatsch, erstens ist die Mens ja trotzdem noch nicht da, zweitens und wenn schon, dann gehts halt in den nächsten ÜZ, drittens gehts doch jetzt auch langsam vorwärts, immerhin wird ja meine blöde Schildkrötedrüse jetzt auf den rechten Weg gelenkt und viertens muss ich mich ja grad mal gar nicht anstellen, mein Leben ist eigentlich bombig. Aber es gibt so Tage, da weiß man das alles und fühlt sich trotzdem mies. Und heute ist so ein Tag. Auch wenn wir wunderschönes Regenwetter haben (ich liebliebeliebe Frühlingsregen!), draußen alles wunderschön grün ist (bei Regen leuchtet alles noch ein bisschen grüner als eh schon!) und nach Frühling duftet – ich möchts grad einfach gern hinter mir haben. Morgen wird sicher ein besserer Tag!

Meine letzte Woche in Freiheit.

Kaum zu glauben, in einer Woche starte ich schon ins Referendariat. Nächsten Montag ist schon die Vereidigung. Das kommt mir immer noch alles total unwirklich und weit weg vor. Ein bisschen Schiss hab ich auch vor dem, was da möglicherweise alles auf mich zu kommen mag (da muss ich mir keine Illusionen machen, das Ref IST Stress pur!), aber ich freue mich auch drauf.

Seit Sonntag nehme ich jetzt brav jeden Morgen meine Schilddrüsentabletten. Lästig, weil man die ja immer zur gleichen Zeit nehmen soll und mindestens eine halbe Stunde bevor man etwas anderes zu sich nimmt. Ja, bingo-bongo, wenn ich demnächst um sechs aus dem Haus muss und vorher noch frühstücken will (und das will ich!), dann muss ich halt um halb fünf oder so meine Tabletten nehmen. Und das tue ich. Obwohl ich diese Woche ja noch ausschlafen könnte, klingelt jetzt jeden Morgen um halb fünf der Wecker. Aber ich gieße mir dann nur im Halbdunkeln ein Glas Wasser ein, werfe mir die Tablette in den Rachen, spüle nach und haue mich dann nochmal in die Kissen. Leider kann ich dann nicht gleich wieder einschlafen und liege erstmal eine halbe Stunde wach. Und wenn ich dann gerade wieder selig weggedämmert bin, weckt mich mein Mann, um mir einen schönen Tag zu wünschen und mir einen Abschiedskuss zu geben. Aber eigentlich mag ich das. ❤

Meine Geburtstagsplanung hats jetzt auch nochmal komplett durcheinander geworfen. Eigentlich war mal angedacht, Freitag Abend mit Freunden essen zu gehen, aber besagte Freunde sind nun am Freitag gar nicht da… jetzt gehen wir statt dessen Donnerstag und feiern anschließend rein – bleibt nur zu hoffen, dass mein Mann den Urlaub für Freitag noch genehmigt bekommt. Geburtstagskuchen fällt auch aus, weil unser Backofen ja immer noch kaputt ist. *seufz* Und Freitag Abend (aber spät) kommt wohl noch die beste Freundin meines Mannes vorbei und übernachtet bei uns. Da werde ich wohl tagsüber nochmal die Wohnung auf Hochglanz schrubben müssen, damit sie mit ihrer Katzenhaarallergie nicht nach zwei Minuten tot aus den Socken kippt..

So, das war jetzt jede Menge „Bla“, worauf will ich eigentlich hinaus? Richtig: es geht aufs Zyklusende zu und meine gute Laune sagt mal wieder tschüß. Ich finde es selbst furchtbar, dass ich so muffelig bin und nicht einfach mal positiv bleiben kann. Ich meine, hey! Vielleicht wird das jetzt was mit den Schilddrüsentabletten! In einer Woche gehts in einen neuen, spannenden Lebensabschnitt! Ich hab diese Woche Geburtstag! Ich werde mit lieben tollen netten Leuten (rein)feiern! Lecker essen! Noch mehr Besuch und Ablenkung!

….

Ja gut. Ich sag mir das jetzt einfach noch 200mal laut vor, vielleicht kommt dann die Begeisterung. 😉 Und ich glaube, jetzt hole ich ENDLICH mal die Staffelei aus dem Schuppen und fange mit dem Ölbild für übern Esstisch an. Denn demnächst werd ich wohl schwerlich noch Zeit dafür haben.