24+0: Wieder ein Meilenstein geschafft.

Es ist ein Wunder, dass ich gerade am Rechner sitze – die Haselmaus schläft nämlich, obwohl es erst früher Nachmittag ist. 😛 Echt erholsam, muss ich sagen.
Die letzten Wochen hatte ich ziemlich zu kämpfen. Ich weiß, irgendwie ist das schon albern, dass so ein fehlender Mittagsschlaf so dermaßen reinhaut und mich phasenweise wirklich so an den Rand der Erschöpfung bringt, dass ich wirklich das Gefühl hatte zusammenzubrechen.. aber es ist so. Ich laste das auch der Schwangerschaft an. Ich bin im Moment einfach nicht so leistungsfähig wie ich es sein sollte, aber es gibt eben auch keine Möglichkeit mich zu entlasten (ne Haushaltshilfe vielleicht, aber wer will das bezahlen..), und wenn dann die Haselmaus – wie gerade geschehen – mal wieder eine Ich-will-aber-rund-um-die-Uhr-bespaßt-und-herumgetragen-werden-Phase hat und mich keine fünf Minuten mal was anderes machen lässt, dann geht das ganz schön an die Substanz.
Mittlerweile haben wir uns aber einigermaßen eingegroovt. Sie ist wieder etwas entspannter (und ich damit auch!) und ich habe gelernt, die müde Phase in der Mittagszeit mit möglichst viel Action zu bestreiten – das hält uns beide wach und bei Laune. Wenn andere Kinder schlafen springen wir eben draußen durch die Wiesen und Wälder, sind auf dem Spielplatz oder gehen einkaufen. Allerdings bin ich dann abends so erschöpft, dass nach Kind-ins-Bett-bringen (21 Uhr) und Haushalt-Notrettung (22 Uhr) die Kraft zum Bloggen oder für sonstige Erheiterungen fehlt. Tut mir wirklich leid, und ich fürchte, wenn das Haselhäschen dann irgenwann auf der Welt ist, wird hier erst recht Flaute herrschen, aber ich kanns nicht ändern..
Und ja, die Schwangerschaft, die läuft halt wirklich so nebenher. Zum Glück bisher halbwegs beschwerdefrei, bis eben auf die Müdigkeit, gelegentliche Kreislaufprobleme (speziell bei heißem Wetter) und wirklich ziemlich häufigen, nervigen, tagelang anhaltenden Kopfschmerzen.. Ich muss aber sagen, dass meine Kondition dieses Mal vermutlich sogar noch besser ist als beim ersten Mal – da die Haselmaus ja ein ausgesprochenes Draußenkind ist und mich bei Wind und Wetter durch die Pampa traben lässt (ihr doch egal ob es schüttet oder die Sonne bei 30° vom Himmel knallt), habe ich wirklich immer genug Bewegung. Vorhin haben wir auch wieder 8+ km hinter uns gelassen und davon ist sie zwar über die Hälfte selber gelaufen, aber den Rest habe ich sie getragen (gelobet sei der Ring Sling, ich werde ihm bei Gelegenheit einen eigenen Beitrag widmen, so dankbar bin ich für das Teil), und auch wenn sie mit ihren etwas über 10 Kilo gar nicht mehr so mopsig ist, weiß man dann anschließend doch, was man getan hat..
Ja, jedenfalls: die Schwangerschaft. Schreitet voran, würde ich sagen. Das Haselhäschen ist immer noch ein sehr, sehr, SEHR ruhiger Charakter, aber WENN es sich dann mal muckst, tritt es schon ordentliche Beulen in den Bauch.
Selbiger ist auch schon ganz ordentlich gewachsen, jedenfalls wenn ich mir vergleichsweise die Fotos vom ersten Mal angucke.. da sah ich Ende Juli ähnlich aus, war aber schon 6 Wochen weiter. Die Leute gucken auch schon mal recht irritiert, wenn ich sage, dass das Kind erst für Mitte November ausgerechnet ist, aber nun. Es ist eben das zweite. Und da ich mich, wenn ich mich an die erste Schwangerschaft zurück erinnere, meist des Endumfangs des Bauches damals entsinne und weniger des Zustandes in der 25. Woche, kommt mir die Kugel auch noch gar nicht so extrem vor.
Allerdings fühle ich mich die meiste Zeit auch gar nicht so sehr schwanger, eher unförmig..

Bei 23+3 war übrigens wieder Vorsorge, das erste Mal bei meiner neuen Ärztin. Ich muss sagen, bis jetzt finde ich es da gut. Ich hoffe das bleibt auch so, schließlich muss ich ja noch das ein oder andere Mal dort hin.
Sie war auch so lieb und hat- außer der Reihe – tatsächlich mal kurz den Ultraschall hochgefahren „um sich einen Überblick zu verschaffen“. Das Häschen war wie immer völlig unbeeindruckt, hielt die Hände vors Gesicht (kein schönes Foto!) und kniff die Beine zusammen. Wir wissen also immer noch nicht, ob wir schlussendlich einen Jungen- oder einen Mädchennamen brauchen, aber auch die neue Ärztin tendierte eher zum Mädchen. Ende August ist dann der dritte große Ultraschall (SCHON!! Unglaublich..), vielleicht lüftet sich ja dann das Geheimnis. Sonst müssen wir uns eben überraschen lassen. Wäre auch okay. Ich schätze dem Haselhäschen wird es ziemlich egal sein, dass es auf jeden Fall rosa Socken tragen wird – die hat nämlich seine Schwester letztens für es ausgesucht und da gabs leider überhaupt kein Vertun: es MUSSTEN die rosanen sein. Wer weiß, vielleicht weiß sie ja auch etwas das wir nicht wissen. 😉
Jedenfalls gehts dem Häschen soweit gut, der Haselmaus ebenfalls, und mir.. na ja, doch, auch wieder besser. Und ich hätte wirklich so Lust wieder mehr zu bloggen, aber.. siehe oben. Es ergibt sich im Moment einfach nicht. Vielleicht mal am Wochenende. Vielleicht sogar mal mit Bauchbild(ern). Ach, mal gucken..

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Mittagsschlaf braucht doch kein Mensch

– das scheint sich jedenfalls die Haselmaus zu denken.
Gut, zugegeben, Tagschlaf war, seit sie auf der Welt ist, noch nie so wirklich ihr Ding. Schon als Baby nicht. Während andere Kinder friedlich stundenlang im Kinderwagen, im Bettchen, auf der Krabbeldecke oder sonstwo vor sich hin ratzten, nickerte sie in der Regel höchstens mal ne halbe Stunde auf meinem Schoß oder anfangs auch im Tragetuch. Zu Beginn noch mehrmals täglich, dann zunehmend seltener, bis wir irgendwann (mit neun Monaten oder so?) bei ungefähr 30 Minuten täglich waren (oft auch weniger) – die schlief sie dann aber irgendwann auch mal alleine im Bett.
Mit einem guten Jahr kam dann irgendwann der Umbruch. Da ging Mittagsschlaf dann irgendwie alleine und so ein bis zwei Stunden (manchmal sogar drei!). Und boah, war das SCHÖN. Also, für mich jetzt hauptsächlich. Denn plötzlich hatte ich mittags eine Pause. Ich konnte mal ganz in Ruhe etwas im Haushalt tun, kochen.. oder einfach mal ein bisschen die Füße hochlegen und ausruhen. Dinge, die sonst eher nicht so gut funktionierten, weil die Haselmaus nun mal sehr dringend immer meine volle Aufmerksamkeit benötigte und ja auch sonst niemand da war, der sich ersatzweise um sie hätte kümmern können.
Ich muss gestehen, ich habe das sehr genossen. Diese meist ein bis zwei Stunden täglich, über die ich selbst bestimmen konnte.
Aber in den letzten Wochen und Monaten zeichnete sich schon ab, dass das nicht von langer Dauer sein würde. Die Haselmaus sträubte sich zunehmend dagegen, tagsüber schlafen zu wollen. Es bedurfte stundenlanger Vorarbeit, bis sie dann endlich – mit etwas Glück – einschlief. Manchmal war es dann schon arg spät, was natürlich wiederum dann zur Folge hatte, dass sie abends noch später ins Bett ging als eh schon. Und das tägliche stundenlange Hoffen, das Kind möge nun endlich den Mittagsschlaf beginnen, das gut Zureden und Vorsingen und Vorlesen und Im-Arm-Halten und was ich nicht noch alles getan habe, das fraß ganz schön an meinem Nervenkostüm. Wenn sie dann endlich schlief, war ich meist selbst so erschöpft, dass ich mit der hart erkämpften Pause nicht mehr viel anfangen konnte.
Und dann kam es leider auch immer häufiger vor, dass sie trotz aller Mühen nicht einschlief und der Mittagsschlaf dann eben komplett ausfiel. Das war dann, gerade nachdem ich mich so lange bemüht hatte und eh schon ziemlich frustriert war, dreifach anstrengend für mich. In den letzten zwei Wochen oder so war Mittagsschlaf dann wirklich schon eher die Ausnahme. Und was blieb mir anderes übrig, als es letztendlich zu akzeptieren, dass mein Kind – obwohl noch nicht mal zwei Jahre alt – mittags nun mal einfach nicht schlafen möchte. Jetzt biete ich es ihr an, wir gehen für ein Weilchen ins abgedunkelte Schlafzimmer und lesen ins Bett gekuschelt ein wenig, manchmal spielt sie anschließend noch ein wenig alleine dort und schläft dabei ein, meistens stehen wir dann aber nach einer Stunde wieder auf und ich koche dann eben in ihrem Beisein, oft mit ihr auf dem Arm, aber was solls, der Tag geht dann eben ganz normal weiter. Sie hält sich (das muss ich zugeben!) auch wirklich ganz gut, ist meist gut gelaunt und aktiv, nicht knatschig oder quengelig (klar, so Tage gibt es auch, wo ich denke: Kind, du bist hundemüde, du hättest besser mal geschlafen!) und findet – das ist das Unglaubliche daran – trotzdem abends nicht wirklich soo viel früher ins Bett.
Gegen 19 Uhr kommt meistens der Papa nach Hause, dann mache ich Abendbrot, wir essen gemeinsam, anschließend mache ich die Haselmaus bettfertig und dann soll sie theoretisch schlafen. Praktisch dauert es dann aber doch meist bis 21 Uhr oder länger, bis sie endlich aufhört herum zu turnen, zu plappern und ein ums andere Mal „noch ein Buch“ zu verlangen… Sie schläft dann idR so zwischen 20:30 Uhr und 21:30 ein und wacht morgens zwischen 7 Uhr und maximal 8 Uhr auf, nach etwa 10 Stunden Schlaf. Und das reicht ihr offenbar.
Einerseits ist das ja schon ganz nett, nicht mehr ständig bei der Tagesplanung den eventuellen Mittagsschlaf berücksichtigen zu müssen, andererseits tut es mir aber einfach wahnsinnig leid um meine kleine Pause. Speziell an den Tagen, an denen ich sie ins Bett bringe (mein Mann und ich wechseln uns jetzt meist ab – es ist allerdings super, dass sie jetzt bei ihm überhaupt auch mal einschläft, das ist nämlich neu 😉 ). Da bin ich dann nämlich von morgens 7 bis Abends 21 meist nonstop hauptsächlich mit ihr beschäftigt, und so lieb ich sie hab: das ist ganz schön anstrengend. Wenn sie dann endlich schläft, bin ich meist so groggy, dass ich nur noch das allerALLERnötigste über den Tag liegen Gebliebene erledige (falls ich mich aufraffen kann) und sonst wirklich nur noch völlig hinüber über dem Sofa hänge.
Tja, und deswegen ist es so still hier. Tut mir wirklich leid. Ich würde gerne bloggen. Schaffe es im Moment aber einfach nicht. Und mir schwant, dass das in den kommenden Zeiten wohl eher noch schwieriger denn einfacher werden wird.. aber wir werden sehen. Danke fürs Zulesen. 🙂

 

…ach ja. Ab sofort bin ich in der 20. Schwangerschaftswoche. Also unmittelbar vor Halbzeit. Übermorgen ist der zweite große Ultraschall, ich bin wahnsinnig gespannt. Der Bauch… ist schon ziemlich sichtbar, ich würde ihn gern mal wieder zeichnen, aber siehe oben. Und jetzt muss ich dringend ins Bett, so ein Ohne-Mittagsschlaf-Tag ist nämlich auch mit unausgeschlafener Mutter nicht so besonders schön.. 😉

Einmal Tagesmutter und zurück.

Hurra, das Kind hält Mittagsschlaf, alleine in seinem Bett und hoffentlich so lange, dass ich ein paar Wörter getippt bekomme um hier mal wieder ein bisschen ins Aktuelle zu wechseln. Dafür muss aber einiges nachgeholt werden.

Und zwar ging ja eigentlich mit dem Oktober auch meine Elternzeit dem Ende entgegen. Ab November sollte/wollte/musste/durfte ich mein Referendariat fortsetzen. Damit verbunden war ein riesiges Schlamassel durch den von mir gewünschten Standortwechsel (jeden Tag 120 km Auto fahren ist einfach nicht mehr drin!), aber das lasse ich mal außen vor, denn eigentlich hat das nichts mit dem zu tun, was ich eigentlich erzählen möchte.
Die Rückkehr ins Arbeitsleben setzte natürlich voraus, dass das Haselkind von da an tagsüber statt meiner eine andere Betreuungsperson haben müssen würde.
Nun ist es hier in unserem Städtchen so geregelt, dass in den Kitas/Krippen/wasauchimmer die Kinder frühestens ab Beginn des 3. Lebensjahres betreut,  für die Zeit vorher vom „Familienservice“ der Stadt eine Tagesmutter (oder Tagesvater, jedenfalls theoretisch) vermittelt und die Kosten  – je nach Höhe des eigenen Einkommens – anteilig übernommen werden.
Wir haben das wirklich unschätzbar große Glück, dass in unserer direkten Nachbarschaft (um genau zu sein: zwei Häuser weiter) eine sehr nette Tagesmutter lebt und arbeitet, was schon allein deshalb so wertvoll für uns ist, weil wir ja doch etwas weitab vom Schuss wohnen und sonst wieder stundenlang durch die Gegend gondeln müssten, um das Kind zu bringen und abzuholen – womöglich entgegengesetzt der Richtung unseres Arbeitswegs. Wir nahmen also bereits irgendwann im Frühjahr Kontakt zu ihr auf ;), und sie war so lieb uns einen Betreuungsplatz ab November freizuhalten. 20 Stunden die Woche sollten von der Stadt anteilig übernommen werden (mehr bekommt man als Referendar nicht bewilligt! Was ich sch… finde, denn das deckt maximal die in Seminar und Schule verbrachte Zeit ab, nicht aber die zusätzlich für die Unterrichtsvorbereitung nötige Arbeitszeit zuhause, was locker nochmal 20 Stunden sind, eher mehr), 10 weitere wollten wir aus eigener Tasche zahlen. Theoretisch hätten wir mehr benötigt, aber das wäre finanziell schon ziemlich heftig geworden und irgendwie konnte ich mich auch gar nicht mit dem Gedanken anfreunden, mein Kind tagsüber so gar nicht mehr zu Gesicht zu bekommen und dachte, ich würde dann eben nötigenfalls bis spät in die Nacht am Schreibtisch sitzen.. Egal, ich schweife ab.
Jedenfalls: der Vertrag war gemacht, die Stadt hatte ihr Okay gegeben, der Zeitpunkt der Eingewöhnung wurde festgesetzt. Ich trauerte furchtbar ob der bevorstehenden täglichen Trennung.
Irgendwann (um genau zu sein: wenige Tage vor Ende der Elternzeit, wir waren schon in der Eingewöhnung!) erfuhr ich auch, welchem Seminar ich ab sofort zugeteilt sein und an welcher Schule ich arbeiten würde. Schule: super, weil praktisch nebenan. Seminar: eine Stunde Fahrzeit und die einzelnen Seminarkurse nur zweiwöchentlich, aber dafür dann in doppelter Länge. Bedeutete für mich in Verbindung mit meinem (vorläufigen) Stundenplan: in den geraden Wochen zweimal morgens um 7 Uhr das Haus verlassen, abends um 19 Uhr frühestens zurück sein. Also 12 Stunden am Stück ohne Kind, bzw. das Kind ohne mich. Da musste ich schon schlucken. Ob das mal funktioniert? Denn die Haselmaus hing ja nunmal furchtbar an mir, meist war ihr ja eine Stunde allein beim Papa schon zu lang. Und dann solche Zeiten?
Aber es ließ sich nicht ändern. Es würde schon irgendwie gehen.
Die Eingewöhnung lief unerwartet gut. Ich hatte natürlich – eben weil die Maus zuvor so ungern von mir getrennt war – schon ein bisschen mit dem Schlimmsten gerechnet, mich aber selbst ermahnt das Ganze gelassen anzugehen, unserer Tagesmutter zu vertrauen und dem Haselkind so viel Sicherheit und Zuversicht als möglich zukommen zu lassen. Und es lief. Binnen weniger Tage blieb sie allein für einige Stunden bei „Lalla“, spielte, schlief (alleine und ohne vorheriges Stillen!) dort, aß, trank und freute sich jeden Morgen schon darauf, wieder dorthin zu gehen. Ich war erleichtert. Die volle Zeit von 6 Stunden täglich hatten wir zwar letztendlich zum Ende meiner Elternzeit noch nicht erreicht, aber mein Mann hatte sich für den November noch einen Monat zuhause (zwar in Elternteilzeit im Homeoffice, aber hey) eingeplant und somit musste ich mir keine Sorgen machen, dass womöglich ich irgendwo im Unterricht  und bei der Tagesmutter ein heulendes Kind sitzen würde. Wir könnten uns ganz gemütlich unserem Ziel annähern und bis Dezember würde das dann schon laufen.

Dachte ich. In der Realität war es dann leider so, dass bereits in meiner ersten Arbeitswoche mein Mann die Kleine früher abholen musste, weil sie nur noch weinte. Und als dann statt Mama nur Papa zur Verfügung stand, weinte sie noch mehr. Dann kamen die ersten zwei langen Seminartage. Ich sprang, kaum war die Sitzung beendet, fluchtartig auf, verließ das Gebäude und fuhr wie eine gesengte Sau im Stockdustern durch die unbeleuchteten Haarnadelkurven der bergischen Pampa, um pünktlich um 19 Uhr bei meinem Kind zu sein, das eigentlich um diese Zeit schon ins Bett gehörte.
Aber es half alles nichts. Jeden Tag wurde die Zeit, die die Haselmaus bei der Tagesmutter verbrachte, kürzer und ihr Elend größer. Nach gerade mal zwei Wochen war mir bereits klar, dass das so nicht funktionieren würde, zumal die Maus in ihrer Zeit zuhause nur noch mehr klammerte als vorher sowieso schon und schlechter schlief. Tagsüber am Schreibtisch sitzen, Unterricht und Unterrichtsbesuche vorbereiten, Arbeiten und Klausuren korrigieren, Bilder benoten? Nicht möglich. Abends vielleicht mal eine Stunde. Mit Not. Niemals genug, um halbwegs vernünftige Leistungen zu bringen. Und ein unglückliches Kind wollte ich schon gar nicht. Der Monat Elternzeit meines Mannes würde bald vorbei sein, und dann? Jeden Tag vorzeitig den Unterricht verlassen um das Kind abzuholen? Oder es weinend bei der Tagesmutter lassen? Beides keine Option. Mein Mann konnte und wollte es nicht verstehen, aber ich setzte mich durch. Und reichte erneut Elternzeit ein. Ab sofort.

Zum Glück. Niemals würde die Haselmaus sechs Stunden am Stück drüben bleiben, das war mir klar. Vier Stunden schaffte sie anfangs ganz gut, und so war der Plan zunächst, sie eben weiterhin – aber kürzer – betreuen zu lassen, damit sie sich an die neue Situation gewöhnen könnte. Und auch, damit uns der ideale Betreuungsplatz direkt neben unserer Haustür erhalten bliebe. Ich wollte mir irgendeinen kleinen Job in Elternteilzeit suchen, damit wir die fortdauernde Betreuung auch bezahlen könnten.
Aber: Nenu denkt, die Haselmaus lenkt. Es wurde einfach nicht besser. Sondern schlechter. Die Tagesmutter und ich gaben uns alle Mühe. Wir starteten Eingewöhnung 2.0. Ich ging morgens gemeinsam mit der Maus hin, blieb mit ihr dort, ging gemeinsam mit ihr wieder zurück. Sie klebte an mir. Es lag nicht an der Tagesmutter – die mag und mochte sie. Aber sie wollte nicht ohne Mama sein. Und nicht ein Kind unter vieren. Mein Kind, mein ewig forderndes Kind. Sie braucht einfach ständige Rückmeldung, jemanden, der ihr die Welt erklärt, jemanden, der ihr zuhört und ihre Entdeckungen verifiziert oder berichtigt. Sie war noch nie eins dieser Kinder, die versonnen lächelnd auf einer Krabbeldecke liegen und stundenlang mit einer Rassel spielen, während die Mutter in Ruhe kocht, putzt, bügelt oder mal eine Zeitschrift liest oder – Gott bewahre! – in Ruhe ihr Mittagessen einnimmt. Als Baby schon nicht und  auch jetzt nicht. Mein Kind braucht die Dauerkommunikation, ständigen Input. Und wenn sie dann mal ganz versunken mit einem Spielzeug da sitzt und forscht, dann gibt es nichts Schlimmeres als dass ein anderes Kind hinter, neben oder vor ihr Krach macht, ihr das Forschungsobjekt wegnimmt oder unachtsam über sie drüber stolpert… was sich aber in Gesellschaft dreier weiterer Tageskinder (alles Jungs, zwei von ihnen ein knappes halbes Jahr älter als die Haselmaus und alle mehr so die Tobefüchse als die Fingerspiel-und-Bastel-Fraktion) als Dauerzustand erwies. Kurz: es war ihr zu unruhig und sie bekam zu wenig Zuwendung. Wir mühten uns nach Leibeskräften, aber es half alles nichts. Sie mochte nur in meiner Begleitung dort bleiben und selbst das war ihr oft zu viel.
Dann kam der Tag, an dem ich – völlig übermüdet und zermürbt und durch die langen Tage allein ohne Hilfe mit eben diesem fordernden Kind auch nicht mehr ganz bei mir – mit der Haselmaus auf dem Arm morgens zur Tagesmutter ging. Sie machte uns die Tür auf, schaute mich an und sagte: „Komm, gib sie mir, leg du dich noch eine halbe Stunde hin. Du siehst zum Fürchten aus!“
Und ich, ich stieß einen tiefen Seufzer aus, reichte ihr die Haselmaus, die weinte und brüllte und sich mit Händen und Füßen an mir festzuklammern suchte.. und ging.
Es war Verrat. Nicht mehr und nicht weniger. So viele Monate hatte ich mich bemüht das extreme Nähebedürfnis meiner Tochter zu stillen, so anstrengend es auch sein mochte, hatte ihr immer wieder und wieder versprochen, dass ich immer da sein und auf sie aufpassen würde. Und dann habe ich dieses Versprechen um einer halben Stunde Schlaf willen gebrochen.
Nach 20 Minuten – ich war gerade in den Tiefschlaf geglitten – klingelte das Telefon. Schon beim Abheben klang mir das verzweifelte Weinen meiner Tochter ans Ohr. Es täte ihr sehr leid, sagte die Tagesmutter. Aber es ginge nicht. Die Haselmaus würde nur noch vor der Tür sitzen und nach Mama weinen und würde sich auch nicht mehr von ihr trösten lassen, wollte nicht angefasst werden und würde sie nur noch wegstoßen. Natürlich stand ich sofort drüben vor der Tür und schloss mein völlig aufgelöstes Kind in die Arme. Und es war ab diesem Zeitpunkt völlig klar – sowohl mir als auch der Tagesmutter -: das wird nix mehr. Heute nicht, morgen nicht, übermorgen nicht. Gar nicht. Jedenfalls nicht innerhalb der nächsten Wochen und Monate. Es tat uns beiden sehr leid, aber wir mussten da gar nicht drüber diskutieren: die Haselmaus würde dort nicht bleiben können. Und vermutlich auch nirgendwo sonst. Sie ist noch nicht so weit.

Wir ließen den Vertrag zum Ende des Monats auslaufen. Ich ging die verbliebene Zeit noch täglich mit dem Haselkind für ein, zwei Stunden hinüber. Wir wollten, dass es für sie auf einer versöhnlichen Note endet und nicht Knall auf Fall mit dieser letzten, unangenehmen Erfahrung. Und ich denke, das war gut so. Ab und zu begegnen wir der Tagesmutter mit ihrer Rasselbande auf ihrem Spaziergang, wenn wir auch gerade unterwegs sind. Oder wir dürfen zum Spielen ein Weilchen mit in den Garten. Und es ist okay, für uns alle.

Seit diesem letzten Fremdbetreuungstag war es bei uns zuhause eine Weile nicht so gut. Wie sehr ich das kleine Haselherz verletzt habe, kann ich nur ahnen. Aber sie klammerte eine ziemlich lange Zeit noch extremer als zuvor, und in jener ersten Nacht lag sie stundenlang wie ein Neugeborenes auf meiner Brust, klammerte sich an mich, drückte ihr tränennasses Gesicht an meinen Hals und schluchzte und weinte ununterbrochen „Mama, nein, Mama, Mama, MAMA“.. Das werde ich mit Sicherheit nie vergessen. Ich weiß, andere Kinder bleiben problemlos beim Papa, bei der Oma, bei den Nachbarn, beim Babysitter, bei der Tagesmutter. Und das ist super. Aber meines, meines braucht MICH. Ich bin ihr Anker, ihr einziger Halt auf dieser Welt. So lange, bis sie bereit ist, ein wenig loszulassen. Und das ist auch okay. Auch wenn es mich einschränkt. Auch wenn man mich überbesorgt schimpft, mir unterstellt, ich wolle mein Kind nicht gehen lassen, oder mir einreden möchte, die Haselmaus müsse bloß mal radikal für ein paar Tage von mir getrennt werden, damit sie selbständig wird. Sie ist wie sie ist – und ich bin sicher, je mehr Sicherheit und Halt ich ihr jetzt zu geben vermag, desto stärker und selbstsicherer wird sie werden.
Ja, es war schön, mal wieder etwas Schul-Luft zu schnuppern. (Meine neue Schule hat einen ganz fantastisch ausgestatteten Kunst-Fachbereich. Ich bin ziemlich verliebt!) Ja, es war wunderbar und bereichernd, mal wieder mit Kollegen über Schule, Schüler, Unterricht zu sprechen. Ja, ich habe die paar Stunden in meinen Fachseminare unglaublich genossen und habe ein paar heimliche Tränen gedrückt, weil ich so schnell wieder „raus“ war…
Aber die Arbeit läuft mir nicht weg. Mein kleines Mädchen braucht mich, und solange das so ist, ist mein Platz bei ihr. Sie werden so schnell groß.

 

P.S.: Für diesen Beitrag habe ich nun tatsächlich über zwei Wochen gebraucht. So viel zum Thema „das Kind schläft und ich kann schreiben“. Wir lachen alle mal herzlich. 😉

Läuft sie schon? – Die Ungeduld der Mütter.

Seit einigen Monaten fällt in jedem einzelnen Gespräch, das die Haselmaus zum Thema hat – sei es mit Verwandten, Bekannten, Nachbarn, Fremden – irgendwann immer diese eine Frage:

„Läuft sie schon?“

…manchmal auch ersetzt durch Kommentare wie: „Dann läuft sie ja bald!“, „Dann gehts ja jetzt los mit dem Laufen!“, undsoweiter.
Und was soll ich sagen? Es nervt. Es nervt einfach nur.
Speziell dann, wenn da dieser Unterton mitschwingt à la: Das Kind ist (fast) ein Jahr alt, wieso läuft es noch nicht?
Oder wenn meine Mutter – die sonst meist wirklich eine sehr liebe und großartige Oma mit erstaunlich wenig Einmischungspotenzial abgibt, das muss ich an dieser Stelle mal lobend erwähnen! – so Dinge äußert wie: „Sie ist ja so faul. Sie will ja gar nicht laufen. Auch nicht an den Fingern!“
Ähm. Nein.
Mein Kind ist nicht „faul“. Es läuft übrigens durchaus. An Möbeln entlang. Es steht frei. Alles sehr sicher, ohne je dabei hingefallen zu sein, das Gleichgewicht verloren zu haben (so wie sie auch beim Krabbeln und Sitzen von Anfang an absolut sicher war). Aber, Entschuldigung, es krabbelt eben auch nach wie vor gerne und hauptsächlich. Und nein, es will tatsächlich nicht an den Fingern/Händen laufen. Und das finde ich gut. Bin ich nämlich – tut mir leid – absolut kein Fan von. Weder im Sinne meines Rückens noch des ihren.

Wer hat überhaupt das Laufen zur Königsdisziplin ernannt? Was ist so toll daran? Ja, es lässt ein Kind erwachsener, weniger babyhaft wirken. Aber seien wir ehrlich: viel größer ist die Reichweite nicht gegenüber dem Krabbeln. Lediglich draußen ist es angenehmer, aber lange Spaziergänge machen die meisten in den ersten Monaten auch noch nicht. (Vor allem begegnet man irgendwie ziemlich oft Eltern und Großeltern, die die so stolz laufenden Kinder dann am liebsten wieder in den Wagen stecken wollen, weil man ja sonst kaum vorwärts kommt.. Ich sag mal nix.)
Nein, meine Tochter läuft (noch) nicht (frei). Dafür spricht sie (je nachdem wie pingelig man da sein möchte) inzwischen (eine gute Woche nach ihrem ersten Geburtstag!) sieben bis zwölf Worte und beherrscht dazu ein Halbdutzend Babyzeichen/Gebärden – und ständig kommt etwas Neues dazu. Das ist nicht nur viel für ihr Alter, sondern fast nicht zu glauben. Warum interessiert sich niemand DAFÜR? Nie (außer bei der U6) bin ich gefragt worden: „Spricht sie denn schon?“
Wieso ist Laufen wichtiger als Dinge aufeinander Stapeln?
Was ist daran so viel faszinierender als selbst mit dem Löffel zu essen? Oder sich selbst die Haare zu bürsten?
Warum muss ein Kind erst laufen, damit es etwas kann?

Liebe Omas, liebe Nachbarinnen und Kassiererinnen und nette Damen hinter mir an der Supermarktkasse, liebe andere Mütter (ja, seltsam, es sind wirklich fast nur Frauen, die sich da so dringend für die motorische Entwicklung meines Kindes interessieren): Mein Kind läuft dann, wenn es ihm gefällt. Dass es laufen WIRD, daran zweifle ich nicht – und ihr vermutlich auch nicht. Ob das nun einen oder zwei oder drei Tage, Wochen, Monate früher oder später ist: WAYNE INTERESSIERTS? (Ums mal im schönsten Netspeak zu sagen. 😉 )
Ja, liebe Oma, ich, deine eigene Tochter, bin mit neun Monaten frei gelaufen. Ja, das ist früh. Nein, das bedeutet nicht, dass mein Kind das nun automatisch auch tut. Und ich weiß nicht, ob es dir aufgefallen ist, aber: ich laufe heute nicht besser, schneller oder schöner als andere. Weder ist aus mir eine Hochleistungssportlerin geworden noch möchte ich meine (angeblich recht ausgeprägte) Intelligenz dem frühen Laufen anlasten. Was habe ich nun davon? Genau: Nichts. Nichts außer der Befriedigung, irgendetwas schneller beherrscht zu haben als andere. Und na klar kann eine Mutter zu Recht stolz sein, wenn ein Kind mit acht, mit neun, mit zehn Monaten läuft. Natürlich ist das eine Leistung! Natürlich ist das umwerfend niedlich und ganz schön beeindruckend für so einen kleinen Menschen! Aber werde ich weniger stolz sein, werde ich es weniger niedlich finden, werde ich weniger beeindruckt sein, wenn die Haselmaus mit dreizehn, mit vierzehn, mit achtzehn Monaten (oder später) läuft? Nein. Ich werde mich ebenso wahnsinnig freuen, ich werde in die Hände klatschen und jubeln und vor Stolz und Wehmut und Liebe ein Tränchen drücken, und ich werde sie in die Arme schließen um sie noch ein wenig zu halten bevor sie sich stetig weiter von mir fort bewegt. Genauso wie ich mich freue und klatsche und stolz bin, wenn sie wieder etwas anderes gelernt hat. Wenn sie, wie gestern, plötzlich aus heiterem Himmel heraus plötzlich selbständig zwei Lego Duplo-Steine aufeinander stecken kann, obwohl sie am Tag davor noch frustriert heulend daran gescheitert war. Wenn sie an einem einzigen Tag plötzlich drei neue Wörter und eine neue Gebärde heraushaut. Wenn sie mir in ihrem Bilderbuch alle möglichen Tiere zeigen kann, obwohl ich ihr deren Namen nur ein einziges Mal genannt habe.
Unsere Kinder lernen täglich so viele neue Dinge. Kleine Fähigkeiten und große. Auffällige und unauffällige. Schöne (am Familientisch mitessen) und nicht so schöne (Essen mit Schwung gegen die Wand werfen). Und jedes hat dabei sein eigenes Tempo. Und das ist gut und richtig so. Vielleicht vergessen wir das manchmal, aber auch wir Erwachsenen haben unser eigenes Tempo. Auch wir haben Stärken und Schwächen. Wir lösen nicht alle ein und das gleiche Kreuzworträtsel in der gleichen Zeit. Wir laufen nicht gleich schnell eine Runde um den Block. Wir lernen nicht alle gleich gut eine neue Sprache. Warum verlangen wir das dann von unseren Kindern? Warum glauben wir uns rechtfertigen zu müssen, wenn Hans-Otto-Lukas mit acht Monaten „noch“ nicht krabbelt? Warum sagt meine Mutter am Geburtstag der Haselmaus in diesem entschuldigenden Tonfall zu den anderen Großeltern, dass die Maus wohl leider eher sprachlich begabt sei? Muss das sein? Was soll der Quatsch? Warum sitzen wir Mütter beim PEKiP, in der Krabbelgruppe, auf dem Spielplatz und schielen missgünstig zu Cheyenne-Brigitte, die gerade ihre ersten Schritte wagt, während unsere kleine Lyra-Sophie noch krabbelnd ihre Welt erkundet? A propos „PEKiP“: Wieso konnten die Babys in unserer Gruppe ab einem Alter von sechs Monaten schlagartig plötzlich alle sitzen, obwohl ich NIE gesehen habe, wie sich eines von ihnen allein hingesetzt hätte? Warum muss unser Kind immer bloß dann alles können, wenn es das laut irgendeinem Buch/einer Homepage ab jetzt möglicherweise können sollte? Warum lassen wir ihm nicht einfach die Zeit?
Ich sage euch was: ich habe die Haselmaus nie dazu gedrängt, irgendwas zu tun. Ich habe sie nicht hingesetzt. Ich habe sie nicht in den Stand gezogen. Ich habe sie nie auch nur mit Spielzeug gelockt, damit sie sich dreht, damit sie robbt, damit sie krabbelt. Ja, sie hat länger gebraucht als manch anderes Kind. Aber sie hat all das gelernt. Aus eigener Kraft, aus sich selbst heraus. Sie hat es gelernt. Weil sie es wollte. Sie lernen es alle (sofern sie geistig und körperlich gesund sind). Und egal zu welchem Zeitpunkt sie es plötzlich können, es ist eine Leistung. Da hat dieses kleine Hirn, dieser ungeübte Körper es geschafft, aus Nichts Etwas zu machen. Und das allein ist das Wunderbare daran.
Lassen wir es doch einfach geschehen. Lassen wir die Kinder Kinder sein. Sie sind so klein. Die Welt ist so groß. Erdrücken wir sie nicht mit der Last unserer Erwartungen. Lassen wir sie nicht schon Leistung bringen müssen, obwohl sie noch Windeln tragen. Freuen wir uns an dem, was sie können, wenn sie es können, und freuen wir uns auf das, was sie können werden, wenn sie so weit sind.
Ja, meine Tochter ist das wundervollste, hübscheste, liebenswerteste Kind der Welt für mich und ihren Vater. So wie Franz das wundervollste, hübscheste und liebenswerteste Kind der Welt für seine Eltern ist und Nicole für die ihren, egal wann irgendeiner von ihnen irgendwas das erste Mal tat. Und was ich über alles an meiner lieben kleinen Haselmaus schätze und was sie so besonders macht, das ist nicht wann sie das erste Wort gesprochen oder den ersten Schritt getan hat. Das ist ihr Lachen am Morgen, ihr sternenfunkelnder Blick voller Schalk, das ist ihr Temperament und ihr Hang zur Ungeduld. Sie ist so viel mehr als nur eine erworbene Fähigkeit. Und ob sie früh läuft oder spät, ob sie Abitur macht oder „nur“ einen Hauptschulabschluss, ob sie studiert oder hartzt, ich werde sie lieben wie sie ist, weil sie ist wie sie ist.
Soll sie ruhig laufen. Wann und wohin sie möchte. Und wenn sie doch mal fallen sollte, fange ich sie auf. Immer. ❤

Der Ballilli ist rund.

Im Moment hat das Haselkind zwei ausgeprägte Vorlieben: Bücher und Bälle.
Während Bücher bislang noch nicht wirklich kommentiert werden (außer mit dem üblichen haselmäusischen Geplapper und „da!“), kann die Maus jedoch sehr klar und deutlich „Ball“ sagen. (Tatsächlich ist das neben „da!“ das im Moment meistverwendete Wort. „Papa“ und „Mama“ hört man deutlich seltener!)
Es hat sich in den vergangenen Monaten – da sich diese Vorliebe schon länger andeutete – eine größere Anzahl Bälle hier im Hause angesammelt, die mit großer Begeisterung bespielt werden. (Werfen klappt nun auch schon ganz gut. Sie wirft eigentlich fast besser als ich. Na gut, ich bin aber auch die mieseste Werferin auf diesem Planeten. Allein schon deshalb hab ich damals die Bundesjugendspiele gehasst 😀 ) Vor kurzem kam noch ein großer Karton voller Bällebadbälle hinzu (eigentlich wollte ich das Planschbecken der Maus zum Bällebad umfunktionieren, kam aber noch nicht dazu es erneut aufzupusten) und zum Geburtstag gab es von der Oma dann auch noch einen größeren Kunststoffball..
Seitdem ist hier nichts mehr wie es war. Zum einen hat die Haselmaus spontan alle Bälle in „Ballilli“ umgetauft, zum anderen fordert sie nicht nur ständig zum Spielen mit dem einen oder anderen Ballilli auf, sondern weist auch mit großem Nachdruck lautstark auf alles hin, was kugel- oder kreisförmig ist.
Im Supermarkt kamen wir kürzlich an einer Kiste mit Kürbissen vorbei… es wurde kurz sehr laut, dann landete ein „Ball“ im Einkaufswagen und anschließend auf dem Kassenband. Auch alle anderen Kunden und die Kassiererin wurden noch freundlich, aber bestimmt auf den neuen Ball aufmerksam gemacht.
Ich meide seitdem die Obst- und Gemüseabteilung.
Und nun stelle ich fest, dass die Welt voller „Bälle“ ist. Egal, wo wir uns gerade aufhalten, was wir gerade tun und in welcher Gefühlslage sie sich gerade befindet: die Haselmaus findet immer einen Ball. Und wenn es nur ein kreisförmiges Logo auf einer Produktverpackung ist. Sie blättert Zeitschriften durch und zeigt auf jeder Seite: „Ballilli. Balli. Ballillilli! Ballll.“
Beim Babyschwimmen heute standen wir im Kreis und die Kinder sollten einander so einen Strandball zu schubsen… Das war genau drei Sekunden lustig, bis die Haselmaus begriff, dass der BALLILLIII!!! bei einem Dutzend anwesender Babys eben NICHT permanent bei ihr bleiben kann, egal wie energisch sie ihre Forderung auch äußern mochte.. (Zugegeben, es war schon irgendwie effektiv. Er kam doch recht häufig zu ihr. Aber eben nicht für immer!) Irgendwann sollte sie dann den Ball über den Beckenrand nach draußen werfen. Oh Mann. Da war harte Überredungsarbeit nötig. 😉  Und die ganze restliche Zeit über warf sie immer wieder sehnsüchtige Blicke zum Rand und fragte nachdenklich: „Ballilli?“
Mein Mann meint, wir könnten sie ja sobald sie laufen kann im Fußball-Verein anmelden. Oder Handball. Oder Volleyball. OderwasauchimmerBallilli. Na ja. Wir werden sehen. 😉

Aufmerksamkeit, bitte! Fünf Monate Haselprinzessin.

Häh?, werdet ihr jetzt sagen, FÜNF Monate?

Ähm ja. Eigentlich ist sie heute SIEBEN Monate alt.

Tja, was soll ich sagen? Ich hatte vor geraumer Zeit begonnen, diesen Eintrag zu tippen, aber kam nie weit. Jetzt habe ich mittlerweile fast alles vergessen, was ich schreiben wollte, weiß nicht mehr genau, was wann geschah, der sechste Monat ist auch vorbei und seit heute tatsächlich auch schon der siebte…

Das ist schade, denn eigentlich sind mir die Monatsberichte wichtig, denn so kann ich wenigstens ein ganz klein wenig die Zeit festhalten, die so schnell verfliegt, dass einem dabei schwindelig wird. Sie werden mir schon bald helfen, mich daran zu erinnern, wie es war – damals, als das Haselkind noch klein war. Ich merke schon jetzt, wie mir so viele kleine, kostbare Dinge entfallen, die ich doch so fest im Herzen bewahren wollte. Ich habe Angst, dass am Anfang nicht mehr von diesem erste Lebensjahr in meinem Gedächtnis bleiben wird als ein bunter, zwar schöner, aber sehr diffuser Brei von vagen Erinnerungen.

Deshalb will ich zumindest im Schnelldurchlauf noch einmal notieren, was mir aus dem fünften Monat im Gedächtnis geblieben ist – und dann in Zukunft vielleicht häufiger kurze Zwischenberichte schreiben. Vielleicht geht das besser.

Der fünfte Monat – das kann ich direkt vorweg nehmen – war der bislang anstrengendste und der erste, in dem ich das Leben mit Kind erstmals auch manchmal nicht ganz so einfach fand. Ich hatte ja zwischendurch schon mal vom Wachstumsschub berichtet. Und ja, ich wusste auch vorher, dass dieser länger sein sollte als die vorhergegangenen. Aber dass sich das über einen ganzen Monat ziehen würde, hätte ich dann doch nicht gedacht. Zum Glück wahrscheinlich. Sonst wäre ich wohl von vornherein weniger geduldig an die Sache heran gegangen. Diese Wochen waren zum Teil recht hart. Ich  war doch streckenweise ziemlich geschafft. Denn die Haselmaus brauchte in dieser Zeit tatsächlich ungelogen pausenlos meine Aufmerksamkeit, und nicht nur das – sie war auch anspruchsvoller denn je. Genügte es ihr sonst oft, wenn ich neben ihr saß und mit ihr sprach, etwas vorsang oder das ein oder andere Spielzeug anreichte, so war das diesmal lang nicht genug. Jede Beschäftigung war nach maximal zwei Minuten bereits langweilig, am liebsten wollte sie überhaupt mobil sein statt irgendwo zu liegen, sprich: von mir herum getragen werden, und zwar bitte permanent und so, dass sie alles mit den Fingern begucken konnte (also nicht wie ehedem gemütlich eingewickelt im Tragetuch vor dem Bauch). Ich lief also den ganzen Tag mit unserer kleinen 7-Kilo-Wuchtbrumme auf dem Arm kreuz und quer durch die Bude. Dass mein eh nicht so sonderlich stabiler Rücken das irgendwann nicht mehr so schön fand, wundert wohl niemanden.. Ich hatte Schmerzen beim Gehen, Stehen, im Sitzen, im Liegen, ob mit Kind oder ohne. Meine letzte Rettung bestand darin, die Maus letztendlich im Sling auf der Hüfte zu tragen – wäre ich doch nur gleich auf die Idee gekommen…

Übrigens hatten wir nun auch erstmals einige unruhige Nächte. Solche, in denen es deutlich länger dauerte, bis sie fest schlief, und solche, in denen sie wiederholt wach wurde, weil sie Hunger hatte oder Nähe brauchte. Zwei oder drei dieser Nächte verbrachte sie dann auch beinahe komplett bei mir im Bett; so konnte sie sich selbst an der Brust bedienen ohne dass ich sie durch die Gegend wuchten musste und wir konnten beide danach schnell weiterschlafen.
Dafür begann sich aber tatsächlich so langsam etwas wie ein Tagesrhythmus zu entwickeln. So etwa zwei, drei Stunden nach dem Aufwachen hält sie nun immer ein kurzes Nickerchen (auf meinem Arm), gegen Mittag dann schläft sie ein bis zwei Stunden (auch auf meinem Arm) und je nachdem wie anstrengend der Tag ist und wie lang der Mittagsschlaf dauerte, nachmittags noch einmal zwanzig bis dreißig Minuten (….auf meinem Arm). Früher brachten wir sie so zwischen 20 und 21 Uhr ins Bett (weil mein Mann leider immer sehr spät erst von der Arbeit kommt und ich Tage ganz ohne Papa für sie doof fand), aber so lange hält sie nun nicht mehr durch. Statt dessen ist nun zwischen 18 und 19 Uhr schon Feierabend. Leider bekommt sie dadurch ihren Papa oft nur an den Wochenenden zu Gesicht. Das ist schade, aber ein völlig übermüdetes Kind bringt ja auch niemandem was..

Relativ unerwartet fingen wir in diesem Monat mit Beikost an. EIGENTLICH hatte ich ursprünglich die ersten sechs Monate voll stillen wollen. Da sie aber – abgesehen vom ständigen Nuckeln-Wollen durch den Schub – plötzlich praktisch permanent Kohldampf schob (wir haben wirklich stündlich gestillt, zunehmend auch nachts), dachte ich, was solls, vielleicht ist sie einfach schon so weit, ich probiere es mal. EIGENTLICH hätte ich auch lieber Fingerfood gegeben und EIGENTLICH hatte ich ursprünglich auch mal gedacht, wenn schon Brei, dann selbst gekochter. In der Realität sah es dann aber eher so aus, dass ich durch die den ganzen Tag über sehr anstrengende Mausebespaßung frühestens abends um 22 Uhr mit Kochen hätte anfangen können und zudem nicht mal auf Vorrat hätte kochen können (denn unser Tiefkühl ist a) sehr klein und b) bis untern Rand – und das ist nicht übertrieben! – voll mit abgepumpter Milch),  dass ich recht schnell resignierte und doch lieber zu den teuren Gläschen von Onkel Claus griff. 😉 Irgendwie hatte ich ja auch insgeheim darauf spekuliert, dass sie es noch gar nicht mögen würde und wir diese ganze Beikostsache noch ein Weilchen aufschieben könnten. Ich stille nämlich eigentlich sehr, sehr, SEEEEHRRRR gerne und die Vorstellung, dass das irgendwann der Vergangenheit angehören könnte, macht mich immer gleich sehr wehmütig. Tatsächlich ist die Haselmaus aber ein ausgesprochen guter, ordentlicher und unmäkeliger Esser. Brei? Lecker, immer her damit!
Sie lässt sich die meiste Zeit ohne große Einmischung ihrerseits die Karöttchen in den gierigen Schlund schaufeln (und wehe, es geht nicht schnell genug!), schiebt höchstens ein bisschen nach, wenn die Mama nicht genug Tempo vorlegt, spuckt nichts aus, macht begeisterte „Nammnamm“-Laute und geht mit praktisch unbefleckten Klamotten aus der allmittäglichen Breischlacht hervor. Besser könnte es eigentlich nicht laufen. Aber dazu vielleicht demnächst nochmal ein eigener Beitrag.
Das Stillen war zwischenzeitlich nicht mehr ganz so easy – einfach, weil sie so wahnsinnig schnell abgelenkt war. Verhungert ist sie allerdings auch nicht. 😉

Sie entwickelte nach und nach Vorlieben für das ein oder andere Spielzeug – ganz vorne mit dabei nach wie vor der Oball und das Stoffbuch vom Möbelschweden. Ungeschlagen jedoch: Spucktücher, Taschentuchpackungen und vor allem leere Anderthalb-Liter-PET-Flaschen. Ungelogen. Die sind der Renner. Dafür lässt sie (auch jetzt noch) alles andere liegen. Mit den Flaschen hantiert sie – trotz ihrer Größe – sehr geschickt, dreht und wendet sie, nimmt dabei auch die Füße zu Hilfe. Sie führt sie auch an den Mund und lutscht den Deckel ab.
Und wo wir gerade bei Getränke-Behältnissen sind: sie trinkt gerne aus Gläsern. Am liebsten eigentlich aus meinen – mit ihr auf dem Arm darf ich weder Glas noch Tasse an die Lippen führen, denn sofort schnellt eine Mausepfote heran und zieht das Gefäß energisch zu sich heran. Ich biete ihr nun gelegentlich Wasser in Schnapsgläschen an – die haben genau die richtige Größe, dass sie sie mit beiden Händen festhalten und an den Mund setzen kann. Auch aus ihrem Trinklernbecher trinkt sie selbständig und mit Begeisterung.

Ach ja, noch ein Spielzeug (wenn auch ein ungewohnt großes): meine Harfe. Seit sie ihre Hände regelmäßig in Gebrauch hat, durfte sie immer wieder mal daran herumprobieren. Ich halte sie einfach in Reichweite und sie patscht dann gegen die Saiten. Sie findet es großartig und freut sich jedes Mal nen Keks. Ich bin sehr gespannt, ob das wohl auf Dauer die große Liebe bleiben wird (von mir aus kann sie gern richtig Harfe spielen lernen!) oder ob sie es nach einer Weile langweilig findet. Wer weiß, vielleicht hat sie ja das musikalische Talent ihres Vaters geerbt..

Ihr Lautrepertoire hat sie um begeistertes, aber auch entrüstetes (zum Teil auch sehr lautes *g*) Quietschen erweitert, was wirklich sehr niedlich klingt.

Außerdem: sie verpennt unsere Spaziergänge zunehmend nicht mehr. Früher schlief sie ja meist im Tragetuch ein, kaum dass wir ein paar Minuten unterwegs waren. Das ist jetzt anders – sie bleibt entweder die gesamte Zeit wach oder schläft erst gegen Ende, schaut sich aufmerksam in der Gegend um. Im Wald scheint sie sich besonders wohl zu fühlen. Sie plappert dann auch gern permanent vor sich hin, wir sagen immer: sie zählt Bäume. 🙂

 

…..

Insgesamt ist in diesem einen Monat wieder eine ganze Menge passiert – wahrscheinlich habe ich nicht mal die Hälfte von dem festgehalten, was erzählenswert gewesen wäre, aber meine Erinnerung spielt da auch einfach nicht mehr mit. Das macht mich traurig; es vergeht kein Tag, an dem ich sie nicht beobachte und denke, dass das alles so besonders ist, dass ich es ganz, ganz fest im Herzen bewahren möchte… und zwei Wochen später stehe ich da und stelle fest, dass ich mich an so vieles gar nicht mehr wirklich erinnern kann. Zum Glück gibt es Unmengen Fotos, Videos (gelobet sei das Smartphone) und eben auch den Blog. Eigentlich wollte ich auch ein schönes Babyalbum gestalten, mit Fotos, Texten und Zeichnungen (letztere möchte ich dann evtl auch hier veröffentlichen, aber dafür müssen sie erstmal gezeichnet werden 😉 ), aber ich komme einfach nicht dazu, damit anzufangen. Genauso wenig, wie ich zum Bloggen komme. Aber das wäre vielleicht dann doch mal ein Thema für einen anderen Eintrag…
Ich habe noch ein paar Minuten – ich glaube, die investiere ich mal schnell so gut wie möglich in die nächsten zwei Monatsberichte (auch, wenn die außer mich selbst vermutlich eh niemanden interessieren. :P)

 

 

You don’t touch the magic. The magic touches you. (Vier Wochen Haselprinzessin)

Zuerst mal:
Entschuldigung. Es war sehr still hier. Dabei gibt es so viele Einträge, die noch geschrieben werden wollen. Der abschließende Teil des Geburtsberichts (ja, einer kommt noch!), Betrachtungen über die Zeit im Krankenhaus, über das Stillen, über das Muttersein, ein Picspam-Post zum Thema Kinderzimmer, natürlich, ganz wichtig: der Bloggeburtstags-Post inklusive Verlosung, die Auflösung des Haselmaus-Bingos 😉 …
Ich hoffe, dass ich das alles und mehr in naher Zukunft liefern kann. Aber im Moment finde ich selten die Zeit für längere Internetaufenthalte. Und zwar nicht, weil das Leben mit unserer Haselmaus so anstrengend wäre, sondern weil ich die Zeit mit ihr einfach so sehr genieße und lieber drei Stunden lang mein schlafendes Kind angucke, als vor dem Monitor zu sitzen und Texte in den Rechner zu tickern. Zwar fallen mir laufend Dinge ein, die ich gern posten würde, und ich formuliere im Kopf ganz wunderbare Beiträge, aber das Schreiben an sich ist dann irgendwie nicht drin. Kommentieren natürlich auch nicht – ich lese aber so gut es eben geht so zwischendrin übers Handy – bei allen mit.
Mein virtuelles Wochenbett wird sich vermutlich auch noch mindestens eine Woche fortsetzen – denn wir kriegen noch für ein paar Tage Besuch von meiner Besten und ihrem Mann, und da werde ich wohl schon mal gar nicht zum Bloggen kommen. Also verzeiht mir bitte die momentane fortdauernde Funkstille. Sie soll nicht ewig währen!

Zweitens: Ein ganz herzliches Dankeschön an Lisa von StadtLandMama – schaut da mal rein, falls ihr es noch nicht getan habt 😉 – für die Nominierung zum BlogAward! Ich habe mich sehr gefreut und hoffe, dass ich bald endlich die Zeit habe, das angemessen zu würdigen und meinerseits die Fackel weiterzureichen an die vielen tollen Blogs da draußen! 😉

So. Und weil die Zeit leider knapp ist (ich fürchte das Haselkind verlangt gleich wieder nach mir) und ich deshalb nicht dazu komme, das zu schreiben, was ich eigentlich schreiben wollte (aufgeschoben ist nicht aufgehoben? Ich habe das dumpfe Gefühl, ich werde nie alles nachträglich aufschreiben können, was mir eigentlich am Herzen liegt…), bleibt mir nur zu sagen, dass ich völlig überwältigt bin von unserem Leben mit Kind. Die Haselmaus ist so ein liebes, freundliches, ruhiges, unglaublich bezauberndes Wesen, dass ich gar nicht weiß, womit wir das verdient haben. Ein echtes Anfängerbaby. Einfach nur angenehm und pflegeleicht. Sie schläft nach wie vor viel und schreit wenig. Die Nächte sind überhaupt kein Problem, sie findet leicht in den Schlaf und will nur ein bis zwei Mal kurz etwas trinken (manchmal aber auch nicht, dann schläft sie so acht bis neun Stunden durch und ich liege wach, weil ich denke, dass sie sich doch eigentlich gleich, gleeiiich, gleeeeeiiiiiiich melden müsste???), aber da reichen ihr meist so fünf bis acht Minuten, dann ist sie wieder müde, unter Umständen gibts nochmal ne frische Windel und innerhalb einer Viertelstunde ist alles erledigt und wir schlafen beide zufrieden weiter. Alles easy! Und sonst ist sie die meiste Zeit einfach völlig zufrieden und ruhig. Ein ruhiger Charakter. Aber das war ja ihrem Verhalten im Bauch nach auch zu vermuten.
Und sie wächst und gedeiht! Ein Kilo wiegt sie schon mehr als bei der Geburt. Und sie lernt! Gestern Abend schenkte sie mir ganz unvermutet ein erstes richtiges Lächeln. Ich wäre beinahe einmal mehr in Tränen zerflossen, so rührend war das. Ich bin so gespannt auf das, was noch kommt!
So, und jetzt sagt mir ein Quäken, dass da wohl ein Hüngerchen aufgekommen ist, also werde ich mich dem mal widmen.

Ich wünsch euch was, Mädels. ❤ Keep on rockin‘!

Ich häng hier mal so rum. (39+1)

Hier tut sich immer noch nix. Hätte mich auch gewundert. 🙂 Zum Glück sind Familie, Freunde und Bekannte tatsächlich so rücksichtsvoll und fragen auch nicht ständig nach (man hört ja immer, wie schnell das anstrengend wird). Ich fahre hier einfach mein normales Programm weiter und lasse mich überraschen. Kliniktasche ist ja gepackt und auch sonst sind die wichtigsten Dinge alle vorbereitet. Ein bisschen Kleinkram zu rödeln ist ja immer irgendwie noch, find ich auch ganz gut. Bin ehrlich gesagt ganz froh, dass ich mir sehr viel Zeit gelassen habe mit den letzten Anschaffungen, Zimmerumgestaltung und so – so muss ich mich jetzt wenigstens nicht langweilen. Mir fallen auch spontan noch genug Dinge ein, die ich noch tun kann.. z.B. den Preis für das Geburtsdatumgewinnspiel vorbereiten, den zweiten Blog-Geburtstag (ja, tatsächlich!) vorbereiten, Motive für die Danksagungen entwerfen (soll natürlich ne Zeichnung mit drauf, is klar, ne? 🙂 ) und lauter so Kram halt. Und wenn alle Stricke reißen kann ich auch immer noch Schränke sortieren und putzen. 😛
Hab jetzt erstmal für nächste Woche ne Freundin zum Essen eingeladen, ich hab mir nämlich gestern noch ein neues Rezeptbüchlein zum Thema Quiches/Flammkuchen gekauft und würde am liebsten alles davon SOFORT ausprobieren.

Also, mein liebes Haselmädchen, deine Mutter weiß sich zu beschäftigen und freut sich einfach auf den Moment, wenn du soweit bist. Wir werden ja noch viele, viele Jahre gemeinsam haben und die Vorfreude darauf kann ich auch ein paar Tage länger genießen. ❤ Mach du mal ganz in Ruhe, wir gehen ja nicht weg. 🙂 Nur bitte: drück nicht immer so feste gegen meine Rippen. Unten im Bauch ist noch so viel ungenutzter Platz, wie wärs denn damit…?

Keine Neuigkeiten sind gute Neuigkeiten.

Man verzeihe mir meine momentan recht ausgeprägte Abwesenheit. Ich bin einfach zu gut beschäftigt! 😉

Es gibt aber auch nicht wirklich großartig was Neues zu berichten von der Front. Gut, morgen startet die 37. Woche und damit der 10. Monat – das heißt, wir befinden uns nun wirklich auf der Zielgeraden und so innerhalb der nächsten 5 Wochen ist dann quasi täglich mit dem großen Tag zu rechnen. Das ist schon ganz schön krass, zumal ich mich immer noch nicht wirklich „hochschwanger“ fühle, praktisch keine Beschwerden habe (umm, meine Finger schlafen mir nachts häufiger mal ein und kribbeln dann. Und sie sind dicker geworden. Sonst ist eigentlich nix!) und hier alles seinen gewohnten Gang läuft. Gut, Schlafen ist so ne Sache – ich werde öfter nachts wach, Umdrehen ist nach wie vor eine Qual, manchmal kann ich längere Zeit nicht wieder einschlafen – aber jetzt auch nicht so, dass es mich belasten würde. Ich war und bin immer schon ein Wenigschläfer, und dass ich mindestens einmal zwischendrin aufs Klo muss, daran hab ich mich seit Beginn der ICSI längst gewöhnt (damals hab ich angefangen deutlich mehr zu trinken). Absonsten fühl ich mich fit! Es irritiert mich total, wenn Leute jetzt anfangen mir Türen aufzuhalten oder sagen, ich solle langsam machen. Aber wer weiß. Hochmut kommt schließlich vor dem Fall und und vielleicht haut es mich ja im Laufe der kommenden Wochen noch plötzlich vom Sockel und es geht plötzlich gar nix mehr. Aber ganz ehrlich? Das wäre dann auch okay. Bis jetzt wars eine Traumschwangerschaft; da bin ich gern bereit zum Abschluss noch ein wenig zu leiden. Hauptsache, dem Haselkind gehts gut!

Am Mittwoch waren wir zum ersten Mal bei der geburtsvorbereitenden Akupunktur, das war ganz nett. Und ich trinke jetzt seit einer Woche brav meinen Himbeerblättertee (den ich geschmacklich übrigens ganz okay finde. Kräutertee halt). Das sind so die Dinge, die mich daran erinnern, dass wir uns mit ganz großen Schritten auf ein Ende – und einen neuen Anfang – zu bewegen. Ich frage mich oft, wo dieses Dreivierteljahr eigentlich hin ist. Zwar kann ich mich noch daran erinnern, dass sich die Zeit anfangs wie Kaugummi gezogen hat, aber irgendwie ist mir trotzdem, als sei der Bluttest erst gestern gewesen. Beim letzten Ultraschall schaute ich mir dieses plötzlich riesig gewordene Kind auf dem Monitor an und erinnerte mich an das allererste Mal, wo dieser winzige schwarze Fleck – der noch gar nichts Menschliches an sich hatte –  zu sehen war. Das ist doch noch gar nicht so lange her! Jetzt passt gerade mal noch so der Kopf ins Bild. 😉 Und in wenigen Wochen ist da gar nichts mehr. Dann halte ich dieses seltsame Wesen im Arm und denke wahrscheinlich wieder, wie winzig sie ist und kann es gar nicht glauben, dass sie und der schwarze Fleck ein und die gleiche Person sind. Das ist schon alles ziemlich verrückt irgendwie. So richtig vorstellen kann ich mir das gerade nicht. Ich meine.. klar, da ist ganz eindeutig was in meinem Bauch. Etwas, das sich bewegt (zumindest gelegentlich 😛 ). Und ich kann auch fühlen, wo oben und wo unten ist, wo der Rücken liegt, wo die Füßchen, der Hintern und der Kopf. Und Schluckauf hat es. Aber dass das ein wirkliches, echtes Kind sein soll, das hier demnächst unser Leben aufmischt, irgendwann „Mama“ zu mir sagt und ein paar Jahre später heimlich auf dem Klo raucht und irgendwelche Jungs nach Hause bringt.. 😉 Nein, ganz ehrlich, das ist mir gerade zu abstrakt. Ich lass mich einfach mal überraschen. Vielleicht ist es doch kein Kind, sondern ein Bandwurm, der dann Pfötchen gibt. Oder so.

Jedenfalls hat sich dieses kleine Haselwesen gestern beim CTG vorbildlich benommen. „Traumhaft“ nannte die Ärztin das Ergebnis. Da sieht mans mal. Die Kleine kann – wenn sie will! Allerdings kam dann vorhin für mich die Ernüchterung in Form eines Anrufs aus der Praxis. Ob ich am Montag nochmal zur Blutabnahme vorbei kommen könne. Die Thrombozytenwerte seien „nicht mehr so optimal“. Hmm. Na gut, aber da Montag ja scheinbar ausreicht und sie mich nicht sofort hinbeordert haben, kann das so dramatisch nicht sein. Außerdem gehts uns gut. Ich warte also einfach mal ab. 🙂

Und bis dahin beschäftige ich mich weiter mit den Dingen, die mich in den letzten Tagen schon vom Bloggen und Kommentieren abgehalten haben. (Übrigens hatte ich sogar ein Bauchbild von der 35. SSW gezeichnet, aber beim Einscannen gefiel es mir dann nicht mehr und deswegen wurde es nicht gepostet. Aber vielleicht mach ich nächste Tage dann einfach noch eins. Ich finde man sieht eh keine großartigen Unterschiede mehr – ist halt ne dicke, runde Murmel, ob die jetzt ein, zwei Zentimeter mehr oder weniger Umfang hat, seh ICH ehrlich gesagt selber nicht..)

Neugierig? 😀

Soll ich mal teasern?

Ja?

Ja?

😀

Work in progress:

006a

 

 

 

 

 

 

 

004a

 

 

 

 

 

 

 

 

 

..und ich hab noch gefühlt zwanzig andere Dinge in Arbeit, die ich natürlich alle gern noch fertig kriegen möchte. Also über mangelnde Kreativität und/oder Langeweile kann ich mich grad echt nicht beklagen. In diesem Sinne: man liest sich! 🙂

Als der Nestbautrieb verteilt wurde war ich wohl gerade abwesend..

35. Woche und es ist noch einiges zu regeln. Zum Beispiel haben wir immer noch keine Babyschale (es stand mal im Raum, dass wir eine „erben“, aber ich glaub da kommt nichts mehr) – da weigere ich mich auch im Unterschied zu den meisten anderen Dingen, sie alleine anzuschaffen. So ein Ding ist wichtig und teuer, das entscheide ich nicht alleine! Noch dazu die Problematik, das nur eins unserer Autos isofixtauglich ist.. der Corolla ist nunmal einfach zu alt. (Hab letztens schon mal gescherzt, dass bei den Autos damals die Kindersitze vermutlich mit nem Dinosauriergebiss befestigt wurden – Familie Feuerstein lässt grüßen 😉 )Mein Mann bringt leider noch weniger Begeisterung als ich auf, sich mit Anschaffungsdingen zu beschäftigen. Und die Uhr tickt… (Was habt ihr denn so für Kindersitze/Babyschalen, bzw. welche würdet ihr empfehlen?)

Dann ist da die Sache mit dem Kinderzimmer. Ich kriege immer den Eindruck, das ist so DAS Ding, auf das alle Schwangeren ihre gesammelte Energie verteilen. Hm. Ich nicht. Wir haben keins. Oder zumindest vorläufig nicht.
Die Sache ist die: wir haben zwar ein „überzähliges“ Zimmer – das ist aber (momentan noch) Gästezimmer. Es ist recht klein. Darin steht ein (ausklappbares) Bett, ein Nachttischchen, eine Kommode, ein kleines, niedriges Regal (etwa hüfthoch) und die Bücherleiter (die passt haargenau in die Ecke zwischen Tür und Fenster). Soll es zum Kinderzimmer werden, müsste auf jeden Fall das Bett raus, um Platz für Kinderbett und vermutlich für einen Kleiderschrank zu schaffen. (Und die Leiter, weil mir das auf Dauer einfach zu gefährlich wäre, ein Kind damit allein in einem Raum zu lassen.) Besagtes Bett würde dann in die Leseecke im Wohnzimmer umziehen und dort als Zweitsofa dienen.
Nun wird aber das Haselkind zunächst ganz sicher nicht alleine schlafen. Ich habs jetzt selber nicht nachgelesen, aber laut meiner Hebamme wird von der WHO (und diversen Büchern und anderen Quellen) empfohlen, das Kind im ersten Jahr im Elternschlafzimmer einzuquartieren. Ich halte das für nachvollziehbar und sinnvoll.  Außerdem: das „Kinderzimmer“ liegt zwar im Grunde neben dem Schlafzimmer, verfügt aber leider über keine direkte Verbindung zu diesem. Ich müsste bei nächtlichem Wachwerden des Haselkinds dann jedesmal aus dem Bett und quer durchs Schlafzimmer, durch den gesamten Flur, durch das Arbeitszimmer (Durchgangszimmer) ins Kinderzimmer hechten, und ganz ehrlich: das tu ich weder mir, noch dem Haselmädchen, noch meinem Mann an. Wir haben also das (geerbte) Kinderbett als Beistellbett aufgebaut (also an einer Längsseite offen) und es zu uns ins Schlafzimmer gestellt. Und wenn wir irgendwann den Eindruck bekommen, dass die Motte ohne uns besser schlafen würde, dann wird nebenan eben umgeräumt. 🙂 Bis dahin bleibt das Zimmer nominell erstmal „Gästezimmer“ – hat den unbestreitbaren Vorteil, dass die in unserem Freundeskreis leider gehäuft vorkommenden Katzenhaarallergiker fürs erste auch weiterhin bei uns übernachten können, ohne dass wir dafür ins Wohnzimmer auf die Couch auswandern müssen. 😛
Allerdings werden wir im Kinder-Gäste-Zimmer zumindest wickeln (meistens jedenfalls). Im Schlafzimmer würde es mir mit einer zusätzlichen Wickelkommode zu eng werden und im Badezimmer ist leider auch kein Platz. Nein, auch nicht auf der Waschmaschine, denn auf der steht der Trockner, und leider sind meine Beine dann ungefähr einen Meter zu kurz um da oben irgendwas zu tun, geschweige denn zu wickeln. 😉 Die Kommode im Gästezimmer wurde somit kurzerhand zur Wickelkommode und Haselkindklamottenaufbewahrung umfunktioniert. Und deswegen ist es jetzt eben irgendwie doch ein wenig Kinderzimmer.
Außerdem hab ich so bei mir gedacht, dass ich – wenn die Kleine erstmal da ist – sicher nicht dazu komme, das Zimmer für sie hübsch einzurichten und zu dekorieren, also gönne ich mir jetzt (solange ich noch beide Hände zur Verfügung habe) den Spaß und bastele da ein wenig herum. Gestrichen wird nicht, aber ich möchte zumindest die eine Wand ein kleines bisschen bemalen. Ein Mobile hab ich seit geraumer Zeit in Arbeit und so zwei, drei kleinere Ideen für sonstige Veränderungen habe ich auch noch auf Halde.. Ich denke es wird ganz hübsch, WENN (also FALLS) es noch rechtzeitig fertig wird. Dann zeige ich bestimmt auch mal ein paar Fotos. Aber irgendwie scheint mir dieser überwältigende Drang zum Ein- und Herrichten zu fehlen. Ich hab zwar irgendwie Lust, aber andererseits..

Ich weiß nicht, irgendwie habe ich es einfach nicht eilig. Ist doch noch Zeit..? 😉

(….meine Mutter würde jetzt wieder sagen: Phlegmatiker! …pah.)