38+1: Ein Bauch geht einkaufen.

So kam ich mir heute vor.
Hatte die Haselmaus eingetütet und war mit ihr zum Supermarkt gefahren. Und ich weiß ehrlich nicht, was da heute los war, aber irgendwie scheine ich wohl eine Grenze überschritten zu haben, schwangerschaftsmäßig.
„Oh Gott“ hörte ich zum Beispiel eine junge Frau zu ihrem Partner sagen, nachdem sie zuerst mich samt Bauch und dann die Haselmaus erblickt hatte, „ich beneide sie nicht!“
Oder eine andere Dame, die mir entgegen kam während ich die Maus in ihren „Einkaufswagen mit Auto dran“ verfrachtete, und entsetzt ausrief: „Ach herrje, Sie Ärmste!! Aber gut, wenn sowas Süßes dabei rausspringt…!“
Oder der Herr, der im Gang am Kühlregal erstmal drei Schritte rückwärts machte, als ich um die Ecke bog…

Leute, gebt mir doch bitte nicht das Gefühl mich selbstbemitleiden zu müssen. Ja, ist alles etwas anstrengend momentan (zumal mein Mann diese Woche noch Überstunden macht weil er nächste Urlaub, dann hoffentlich Elternzeit und anschließend wieder Urlaub bis Ende des Jahres hat, und daher noch später als sonst schon nach Hause kommt), aber ich finde es könnte schlimmer sein. Und so besonders lange werde ich den Bauch ja auch nicht mehr herumschleppen.  Und übrigens: nein, es sind ganz sicher KEINE Zwillinge und auch kein 6-Kilo-Baby…

Morgen habe ich den nächsten Arzttermin – mal sehen, was Frau Doktor dann spricht. Letzte Woche war noch alles geburtsunreif, aber Fruchtwasser war noch ausreichend vorhanden, also kein Grund sich zu stressen.. Im Moment ziepelt und zupelt es ziemlich oft fleißig im Bauch, aber ich habe keine Ahnung, ob das irgendwas zu bedeuten hat.
Die Kliniktasche steht jedenfalls endlich gepackt bereit (und ja, diesmal auch mit ausreichend Klamotten für einen womöglich längeren Aufenthalt, sogar ein Tragetuch habe ich eingesteckt 😛 ), das Beistellbett hat endlich eine neue Matratze, ist frisch bezogen, Spucktücher sind gewaschen (aber noch nicht gefaltet, egal!), die Babyschale ist einsatzbereit, Klamöttchen sind sauber, Windeln liegen bereit.. also für den Ernstfall bin ich vorbereitet.
Gut, wir haben immer noch keine Wickelgelegenheit außerhalb des Kinderzimmers (wo ja nun die Haselmaus schläft – ich kann dann ja schlecht mitten in der Nacht da mit Baby reinplatzen und außerdem finde ich, das ist IHR Zimmer – ein sehr kleines noch dazu! – und das soll es auch bleiben), aber zur Not kann man ja erstmal irgendwo auf dem Boden wickeln, Badezimmer oder so, eine eigene Kommode fürs Häschen brauchts auch nicht soo dringend, die ersten Wochen sind die Klamotten erfahrungsgemäß eh mehr in der Waschmaschine als in irgendeiner Schublade..
Und allein kann ich eh keine Möbel mehr kaufen, geschweige denn herumrücken und dergleichen, also muss das eh warten bis der Herr des Hauses auf die eine oder andere Art frei hat.
Also alles in allem läuft das hier schon irgendwie.
In der ersten Schwangerschaft war ich um die Zeit ja irgendwie noch sehr gelassen und fest davon überzeugt, dass es bis zur Geburt noch dauert (stimmte ja dann auch!), diesmal fühle ich mich insgesamt etwas unruhiger. Aber das liegt denke ich daran, dass mir alle immer erzählen, dass es beim zweiten Kind meist eher soweit ist, und wahrscheinlich auch etwas daran, dass diesmal auch alles etwas komplizierter ist, zumindest was den Beginn der Geburt betrifft..
Damals bei der Haselmaus war das ja eher so: ach ja, wenns los geht ruf ich meinen Mann an, dann kommt der nach Hause und dann haben wir ja alle Zeit der Welt und fahren ganz in Ruhe ins Krankenhaus…
Jetzt ist das eher so: Wenns los geht, ruf ich meinen Mann und meine Mutter an, die brauchen aber jeweils mindestens ne Stunde und ich bin so lange mit der Haselmaus alleine, was mache ich nur wenn die Wehen sehr schnell sehr heftig sein sollten (kann ja alles passieren?) oder – SuperGAU!! – wieder die Fruchtblase platzt und der Haselhäschenkopf nicht fest im Becken ist (ist er nämlich bislang nicht!), ich kann mich ja nicht ne Stunde auf den Boden legen und nix tun wenn ich ein Kleinkind zu betreuen hab, RTW find ich aber auch doof, alles blöd, Hilfe..?
Aber dann denk ich mir auch jedes Mal so: hilft nix sich vorher bekloppt zu machen, warten wir es einfach ab. Wird schon schiefgehen.
Ich spekuliere einfach darauf, dass die Blase diesmal erst im Krankenhaus springt (oder sich wahlweise das Kind vorher vernünftig ins Becken bewegt hat), ich einfach ganz normale, langweilige Wehen bekomme und die Geburt dann so mindestens sechs bis zehn Stunden, von mir aus auch länger dauert, damit hinreichend Zeit ist um die Haselmausbetreuung sicher zu stellen, in Ruhe ins Krankenhaus zu fahren (halbe Stunde Fahrt Minimum, wahrscheinlich eher 45 Minuten dank wirklich ungünstiger Baustellen auf der Strecke :/ ), da anzukommen und ganz gemütlich dieses Kind auf die Welt zu bringen. Können wir das so machen? Ich freue mich nämlich eigentlich total auf die Geburt und bin abgesehen von diesem ganzen Organisations- /Startblabla wirklich ganz entspannt und angstfrei. Schmerzen sind mir egal (wenns irgend geht verzichte ich diesmal auch gern auf die PDA), eventuelle Geburtsverletzungen ebenso, und selbst wenns dann letztendlich doch wieder ein Kaiserschnitt werden würde, na ja, dann wäre das halt so..

Lustig ist, dass ich mir das mit der Geburt irgendwie ganz gut vorstellen kann, das fertige Endprodukt aber irgendwie so gar nicht. Da soll dann wirklich tatsächlich nochmal ein richtiges Baby hier einziehen, also so ein richtiger kleiner Mensch der 24/7 bei uns ist und wächst und atmet und irgendwann anfängt zu sprechen und zu laufen? Verrückt. Kann ich irgendwie nicht so recht glauben.
Klar, da schiebt irgendwas recht fleißig in meinem Bauch herum und drückt lustige Beulen rein, aber na ja, das ist irgendwie doch ziemlich abstrakt. Auch beim zweiten Mal! Und das bleibts wahrscheinlich auch mindestens bis zu dem Moment, wo ich das Häschen im Arm halte.. und womöglich sogar darüber hinaus. Wir werden sehen.
Jetzt falle ich aber erstmal ins Bett und schlafe ein bisschen – man weiß ja nie, wie lange das noch ungestört möglich sein wird. 😉

 

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„Die Dame des Hauses könnte sich mal ins Parterre begeben.“

Sagt meine Ärztin. Es hat sich nämlich nach wie vor nix getan. Das Haselkind schwimmt mir so unter den Rippen herum und weigert sich seinen – sicherlich wunderhübschen Kopf – mal Richtung Becken zu bewegen. Auch sonst ist halt alles wie gehabt. GMH steht, Muttermund hält die Klappe, CTG unauffällig und ohne Wehen. „Wir sehen uns dann auf jeden Fall nächste Woche“ waren die Abschiedsworte meiner FÄ.
Tja.

Das glaub ich ehrlich gesagt auch. Und es ist ja auch in Ordnung – ich bin fit, der Haselmaus gehts gut da im Bauch, also warum nicht. Ich hoffe nur, es läuft nicht letztendlich auf eine Einleitung hinaus. Also.. FALLS es so käme, wäre das jetzt auch kein Drama, aber.. ich denk mir so, wenn das Kind schon nicht auf natürlichem Wege in den Bauch rein kommen konnte, dann soll es wenigstens ohne Zwang rauskommen dürfen. Fände ich irgendwie schöner.
Nun ja. Es ist schönes Wetter draußen, also werde ich gleich mal wieder eine Runde an der frischen Luft drehen. Vielleicht sogar Richtung Wald – weil, ganz ehrlich, der Weg an der Straße ist echt öde. Und gestern begegnete ich auf dem Rückweg – also auf den letzten Metern – noch der halben Nachbarschaft, die sich dann erstmal laut sorgte, dass ich da „in meinem Zustand“ noch so alleine herumstrolche. Weil: so richtig Zivilisation ist da halt auch nicht. Ist eben ne Landstraße. Da sind schon mal ein paar Meter keine Häuser und die Autos zischen auch alle so schnell vorbei, da kriegt vermutlich eh keiner mit, wenn ich plötzlich da im Gebüsch meine niederkommen zu müssen. 😛 Dann kann ich auch in den Wald gehen. So. Wie gesagt: das Wetter ist toll. Ich nutze das dann mal!

Bauchkritzelkratzel 39. SSW

Fertig! 😀

39_ssw_bild01Buntstift, Aquarellfarben und Liner  (und grobkörniges Salz 😛 ) auf Aquarellpapier. So ganz 100%ig zufrieden bin ich nicht, aber was solls. Immerhin besser als das aus der 35. Woche, das ich dann gar nicht mehr posten wollte. Und wer weiß: vielleicht das letzte Bauchbild überhaupt.

Lauter Dinge, die eigentlich nicht interessieren (38+4)

So, Besuch ist gerade gefahren, da kann ich ja noch mal schnell Piep sagen. 🙂

Auch wenns keine nennenswerten Neuigkeiten gibt – dann eben ein Kessel Langweiliges:

– die letzte Nacht war irgendwie.. doof. Ich muss dazu sagen, dass ich in letzter Zeit echt unheimlich gut geschlafen habe. Wie ein Stein. Ins Bett gefallen, bisschen rumgeschoben bis eine halbwegs gemütliche Schlafposition erreicht wurde, weggeratzt. Ein- bis zweimal die Nacht kurz aufgestanden, aufs Klo, Tabletten genommen, weitergeschlafen. So lief das hier. Letzte Nacht war ich nicht nur ziemlich spät im Bett (war schon halb zwölf oder so, sonst ist gegen 22 Uhr meist Feierabend), ich konnte dann auch nicht einschlafen. 😦 Hab mich ewig hin und her gewälzt, das Haselkind rotierte währenddessen in die entgegengesetzte Richtung und irgendwie ging einfach nix. Den Großteil der Nacht habe ich in so einem halbwachen Dämmerzustand zugebracht, in dem mir dann irgendwann so ein schmerzhaftes ständiges Ziehen und Ziepen im Unterleib bewusst wurde. Und ich dachte so: oh, was ist das, das ist neu? Aber es war nur ein leichter Schmerz und somit nicht hinreichend alarmierend, um mich richtig aufzuwecken.

– mein Mann brachte mich dann heute Morgen (als er sich verabschiedete) völlig aus der Bahn, weil er plötzlich fragte: „Kommt sie heute?“ Waddahahäwiewawo? Ist das jetzt ne Vorahnung, sechster Sinn oder sowas? (Wo er doch sonst die letzten Wochen gar nicht mehr gefragt hat „obs losgeht“…) Oder hat er einfach nur meine Unruhe während der Nacht bemerkt und die irgendwie gedeutet?
Auf jeden Fall hat er dann direkt die Frage hinterher geschoben, ob ich denn auch seine Telefonnummer vom Büro noch hätte (ja, selbstverständlich. sowie beide Handynummern!) und hat mir noch eingetrichtert, welche Durchwahl im Zweifel sonst noch in Frage käme. Ähä. Das kam schon irgendwie sehr plötzlich.

– ich musste dann leider feststellen, dass meine Pfötchen (alle vier) nochmal ein bisschen an Umfang zugelegt haben. Schade, war es doch die letzten Tage deutlich besser geworden mit dem Wasser (und meine Füße praktisch wieder völlig normal gewesen)… na ja, aber es ist ja auch wieder wärmer gewesen und noch dazu war ich gestern nicht spazieren. (Heute hab ichs natürlich auch nicht geschafft) Muss ich morgen eben wieder losmarschieren.

– bei der Akupunktur hab ich dann direkt – gegen das böse Wasser – noch zusätzliche Nadeln in Hände und Füße bekommen. Und Junge, das hat heute ganz schön gezwiebelt. Aber na gut. Ich hatte diesmal auch wieder eine nette Mitschwangere zur Gesellschaft und wir haben uns die Wartezeit mit ein bisschen Smalltalk vertrieben. (Ja, das kann ich. Manchmal.)

– nachmittags waren dann meine Mutter und meine Schwester hier. Meine Mutter findet, der Bauch sei tiefer gerutscht. Ganz eindeutig! Hmm. Finde ich irgendwie gar nicht. Ich sehe da keine Veränderung. Aber gut, ich habe auch einen andern Blick drauf. Wäre ja schön, wenn sie Recht hätte. Ich bin nämlich voll dafür, dass die Haselmaus ihren süßen kleinen Sturkopf mal etwas weiter Richtung Becken bewegt – dann brauche ich nämlich keinen Liegendtransport, falls die Fruchtblase platzen sollte. Wäre schon ganz prima.

– ich habe zwar heute nicht viel geleistet, aber bin jetzt irgendwie hinüber. Aber immerhin hab ich ja auch kaum geschlafen. Deswegen werde ich jetzt auch NICHT das Bauchbild weitermalen, sondern aufs Sofa gehen und meine dicken Füße hochlegen.

– Gestern Abend hab ich tatsächlich noch meine Suppe gekocht. Kürbissuppe. Aus Butternut-Kürbis. Und mein Mann, der sonst erklärter Kürbisgegner ist, findet sie lecker. TRIUMPH! …dann kann ich ja morgen nochmal nen Kürbis nachkaufen, Suppe kochen und die für die Zeit nach der Entbindung einfrieren. Wenn ich es irgendwie schaffe, genug Platz in unserem winzigen Tiefkühlplatz freizukriegen.

Wir rutschen vom Sommerschlaf in den Herbstschlaf in den Winterschlaf – 38+2

Nur mal kurz so, damit nicht nacher noch jemand denkt, es sei schon irgendwas passiert. Die 39. Woche ist angebrochen und soweit ich das überblicken kann, hat sich nichts geändert. Bauch nicht gesenkt, keine Wehen, nix. 🙂 Die Haselmaus schnarcht den Großteil des Tages so vor sich hin und hat es ganz offenbar nicht eilig. Ich eigentlich auch nicht. Also zumindest hab ich nicht das Gefühl, dass hier eine Geburt ins Haus steht. Kann mir das aktuell gar nicht vorstellen, tatsächlich Wehen zu kriegen – und dann ein Kind. Irgendwie finden wir es wohl beide ganz gemütlich so, wie es ist.
Heute bin ich sogar nochmal die 60 Kilometer in die große Stadt gefahren (musste an der Schule noch was erledigen) und war anschließend gute drei Stunden in diversen Läden unterwegs, allerdings ohne viel zu kaufen. Mir gehts prima. Nur krieg ich neuerdings von Kassiererinnen und so immer „Alles Gute“ gewünscht. Wie schwanger sehe ich eigentlich aus? 😀

Morgen gibts vielleicht dann auch endlich mal ein Bauchbild. Habs heute leider nicht geschafft, Mittwoch wirds auch nix, das weiß ich jetzt schon. Aber morgen, morgen könnte das was werden.