37+0: Time flies

Mein liebes Haselhäschen,

es ist kaum zu glauben, aber die Zeit in deiner Kuschelhöhle neigt sich jetzt rasant dem Ende zu. Wie lange es noch dauert, bis ich dich im Arm halten darf, weiß ich nicht zu sagen, aber eins ist klar: es ist absehbar. Wir schreiben 37+0, das bedeutet: ab jetzt wärest du offiziell kein Frühchen mehr. (Na gut, offiziell erst ab übermorgen. Meine erste Ärztin hatte dich anfangs mal anhand des Ultraschalls 2 Tage zurück datiert und deswegen ist der errechnete ET jetzt offiziell eben erst am 17. 11. statt am 15. – was ich Quatsch finde, weil ja das Datum deiner Zeugung hundertprozentig sicher vorliegt und danach sollte man sich ja wohl eigentlich richten, aber na gut. Was sind schon zwei Tage.. Tu mir nur bitte den Gefallen und halte noch bis übermorgen die Füße still, sonst muss ich dich nämlich vermutlich woanders als im Wunschkrankenhaus zur Welt bringen und das fände ich persönlich sehr, sehr schade..)
Du bist nun also theoretisch bereit, die große bunte Welt hier draußen kennen zu lernen, und wir freuen uns schon sehr auf dich. Aber du darfst dir gern noch ein wenig Zeit lassen, wir warten auch. Ich muss zwar gestehen, dass es im Moment recht beschwerlich ist mit dem großen Bauch (zumal ich diesmal ja nicht einfach die Zeit bis zur Geburt gemütlich auf dem Sofa fläzend verbringen kann, sondern den ganzen Tag hinter deiner verteufelt agilen Schwester her hechte 😉 ), aber ich weiß auch, dass ich es später vermissen werde, und daher koste ich diese letzten Tage so gut wie möglich aus, streichle deinen Rücken, wenn du dich mal wieder von rechts nach links und von links nach rechts drehst, schmunzle wenn du mal wieder Schluckauf hast und genieße einfach diese riesige irre Vorfreude auf dich kleinen Menschen.
Und ich habe Glück: es geht mir gut. Zwar bin ich recht schwerfällig geworden und oft wahnsinnig müde (was aber eben auch daran liegt, dass ich deine Schwester den ganzen Tag bespaße – das ist schon unschwanger nicht unanstrengend, in meinem aktuellen Zustand aber wirklich oft eine Herausforderung), ansonsten bin ich aber auch diesmal von größeren unangenehmen Begleiterscheinungen/Schmerzen verschont geblieben. Nicht mal Wasser eingelagert habe ich diesmal, jedenfalls nicht in nennenswerten Mengen, ich kann also mit etwas Glück bis zum Tag X weiter meine normalen Schuhe tragen und muss nicht in Flipflops durch den Herbstregen watscheln. 😉
Ja, der Bauch ist wohl recht groß, wie ich aus den Reaktionen meiner Mitmenschen schließen muss (hört doch bitte auf zu glotzen?!), es sind mittlerweile auch zwei bis drei Zentimeter mehr Umfang als zum Ende der ersten Schwangerschaft, die Umstandsklamotten sind recht knapp, aber hey. Ich kann mir noch immer die Zehennägel selbst schneiden, die Schuhe anziehen und ich passe noch hinters Steuer meines Autos, also stört mich das herzlich wenig. Deine Schwester muss jetzt leider damit leben, dass längere Spaziergänge erstmal (sie würde sagen: „erbsmal“) gestrichen sind, weil man hier ja nach wenigen Minuten mitten in der Pampa steht wo mit etwas Pech tagelang kein Mensch vorbei kommt, und das ist mir so, hochschwanger und in Begleitung eines – wenn auch sehr ausdauernd laufenden und kooperativen – Kleinkinds, etwas zu heikel. Wir sind trotzdem täglich an der frischen Luft und bewegen uns so viel wie möglich.

Du bist immer noch ein eher ruhiges Kind. Zwei oder drei Mal hast du da im Bauch ein paar Minuten Party gefeiert, ansonsten begnügst du dich im Wesentlichen damit, ab und zu mal ein wenig die Position zu verändern, was ich dann aber aufgrund deiner aktuellen Größe mittlerweile schon sehr deutlich spüre.
Du warst auch so lieb und hast dich irgendwann (in der 35. Woche oder so?) aus der von dir bis dahin bevorzugten Beckenendlage bewegt und dich mit dem Kopf nach unten gedreht, was mich wirklich sehr gefreut hat. Zwar hätte die BEL nicht unbedingt zwingend einen Kaiserschnitt bedeutet, aber das Risiko wäre schon höher gewesen. Sorge hatte ich allerdings tatsächlich nicht mehr wirklich deswegen, schließlich habe ich – so scheint mir – dass für mich, für uns perfekte Krankenhaus als Geburtsort gefunden und dort ist man sehr erfahren mit spontaner Entbindung nach Sectio sowie auch mit BEL-Geburten. Überhaupt, ich war nun dreimal dort (zum Informationsabend, zur Geburtsanmeldung und zur Geburtsplanung) und war wirklich immer angetan vom Gesamtpaket dort – ich freue mich unheimlich darauf, dich dort zum ersten Mal in die Arme schließen zu dürfen. (Und wer weiß, vielleicht blogge ich auch noch mal ausführlich darüber, was ich alles toll finde dort. Ich würde gerne. Aber wenn, dann tue ich das nach der Geburt, wenn sich das Haus im Praxistest bewährt hat. 😉 )
Zurück zu dir: du bist zwar ruhig, aber augenscheinlich zeitgemäß entwickelt und fit. Beim Ultraschall, der im Rahmen der Geburtsplanung im Krankenhaus in der 36. Woche stattfand, wurdest du auf etwa 2600 Gramm geschätzt, also total im Rahmen. Und: wir haben sogar überraschend noch ein Outing bekommen. Nachdem du dich wirklich bei allen vorherigen Gelegenheiten immer ganz verschämt herumgedrückt hast, hast du der Ärztin dort (und damit auch mir) doch noch einen recht eindeutigen Blick gewährt. So ganz hundertprozentig darauf verlassen möchte ich mich nun nicht mehr, aber ich muss ganz ehrlich gestehen dass es mir auch gar nicht mehr wichtig war. Ich war sogar fast ein wenig enttäuscht, dass nun der Überraschungseffekt bei der Geburt (wahrscheinlich) weg fällt.. aber es hat einige Familienmitglieder sehr gefreut, es doch noch vorher zu erfahren, von daher war es doch ganz schön. 🙂 Da du aber dein Geheimnis so lange Zeit so gut verborgen hast, werde ich es zumindest hier noch nicht verraten, versprochen.

Ein ganz kleines bisschen Sorge in diesem ganzen Unkomplizierte-Endschwangerschaftskram muss aber wohl sein. So wurde bei eben diesem Ultraschall auch festgestellt, dass die Fruchtwassermenge sich mittlerweile eher in der unteren Norm bewegt und deswegen weiterhin im Auge behalten werden sollte.. und das hat sich dann leider auch bei der Vorsorge vergangene Woche bestätigt. Es ist zwar nicht kritisch bisher, aber eben auch nicht optimal, und wenn man dann noch die Weisung bekommt, verstärkt auf die Kindsbewegungen zu achten, dann muss man schon ein wenig aufpassen, deswegen nicht in Sorge zu geraten. Übermorgen ist der nächste Termin, da wird dann noch einmal drauf geschaut, und ich muss gestehen, dass ich schon ein wenig Schiss davor habe, dass es plötzlich heißt: Einleitung. Oder sonstwas.
Klar, das Wichtigste ist, dass es dir gut geht, dass du gesund bist. Aber ich würde mir noch dazu wünschen, dass du selbst entscheidest, wann du so weit bist geboren zu werden. Für dich – und für mich. Plötzlich rausgeschmissen zu werden ist mit Sicherheit nicht so toll, und ich.. tja, ich habe einfach etwas Sorge, dass eine Einleitung auch diesmal wieder so laufen würde wie beim letzten Mal, und die Ansage habe ich schon bekommen: Wehensturm ist nicht drin, dann heißt es: Kaiserschnitt. Und das fände ich dann schon etwas traurig, für dich, für mich und auch für deine Schwester, die dann wohl etwas länger auf die Mama verzichten müsste, denn dann werde ich wohl wieder länger im Krankenhaus bleiben müssen als mir lieb ist.
Deswegen hoffe ich einfach, es ist am Donnerstag alles noch gut und wir können einfach so weitermachen wie bisher. Und wer weiß, vielleicht ziehst du ja dann vor dem nächsten Termin auch von alleine aus..
Auf jeden Fall sind wir nun auf der Zielgeraden. In sehr wenigen Wochen, vielleicht auch nur Tagen, bist du bei uns, und um ehrlich zu sein kann ich mir das immer noch nicht so wirklich vorstellen und es auch nicht so recht glauben. Real wird es wohl erst, wenn ich dich dann im Arm halte. Wann immer das auch sein mag. Ich freue mich sehr darauf, mein kleines Hasenkind. ❤

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Herbstzeit – Waldzeit – Märchenzeit.

Erstmal vorneweg: Bei der VU heute Morgen war alles prima. Ein einwandfreies, putzmunteres CTG (Haselmotte hat sich meine Worte offenbar zu Herzen genommen, so ein braves Kind <3) mit einer einzigen, dafür richtig hohen Zacke auf der Wehenkurve – wovon ich wie immer, ihr ahnt es, nichts gemerkt habe. Wie gehabt hat sich an GMH und Muttermund nichts geändert und es sieht nicht so aus als solle ich in den nächsten Tagen gebären. Tja, aber es sind ja auch noch zwei Wochen bis zum Termin.

Und weil hier seit gestern traumhaftes, goldenes Herbstsonnenwetter herrscht, bin ich dann gerade noch ein Ründchen spazieren gegangen. Allein. Im Wald. Und zwar querfeldein.

Ja, jaa, ich weiß, nicht klug, so auf der Grenze zur 39. Woche, wenn keiner weiß wo ich hin bin, kein Schwein in Reich- oder Rufweite ist und das Handy keinen Empfang hat. Ich würde es auch anderen Schwangeren nicht unbedingt empfehlen. Könnte ja doch einiges schiefgehen. ABER bei so wundervollem Wetter im Herbst keinen Waldspaziergang zu machen, wenn man den Forst direkt vor der Haustür hat, wäre schon irgendwie eine Sünde und ich habe es einfach nicht ausgehalten. Die letzten Tage bin ich ja immer brav – wie von meinem Mann befohlen – an der Straße geblieben, aber das ist so tödlich langweilig, dass ich mich echt zum Gehen zwingen muss. Im Wald könnte ich hingegen den ganzen Tag rumstrolchen. Es ist einfach nur wunderwunderschön, so ruhig und warm und wie gemacht dafür, die Seele baumeln zu lassen und einfach von den Zehen- bis zu den Haarspitzen glücklich zu sein. Am liebsten hätte ich noch die Schuhe ausgezogen und wäre barfuß gegangen. Oder hätte mich einfach ein wenig ins Moos gekuschelt und dem leisen Rauschen der Baumwipfel gelauscht. Traumhaft.
Jedenfalls fiel mir so während des Umherwanderns das Märchen wieder ein, das ich damals – in unseren frühen Tagen – für meinen Mann geschrieben habe. Gut, geschrieben habe ich es im Sommer (ich musste einen Freibadbesuch dafür abbrechen, weil mir plötzlich ganze Absätze fix und fertig in den Kopf sprangen und ich es nicht aushielt, die nicht sofort aufschreiben zu können), aber es spielt im Wald. Und es passt stimmungsmäßig irgendwie zum Herbst. Schließlich spielt der darin auch eine nicht unwesentliche Rolle.
Und jedenfalls dachte ich mir, ich könnte das ja eigentlich hier mal posten. Vielleicht mag es jemand lesen.

Ein paar Anmerkungen vielleicht vorher noch:
– Wie bereits erwähnt habe ich das Märchen für meinen Mann geschrieben. Wir waren hochgradig verliebt (ich für meinen Teil bin es immer noch 😉 ), es ist eine Liebesgeschichte (irgendwie), die Figuren sind, tja, uns natürlich irgendwie ziemlich ähnlich (auch wenn ich natürlich schon allein rein äußerlich nicht dem typischen Bild einer Nymphe entspreche – ich möchte allerdings darauf hinweisen, dass ich bei ihrer Beschreibung bewusst nirgendwo das Wort „schön“ erwähnt habe 😉 – dafür entspricht die Figur des fremdartigen Sagenwesens aber schon irgendwie meinem Lebensgefühl des Anders-Seins), zugleich kann man vermutlich zwischen den Zeilen auch ein wenig herauslesen, welche Sorgen mich in Bezug auf die Zukunft unserer damals noch jungen Beziehung so umtrieben.. Es ist also ein schon irgendwie sehr persönliches Textchen und möglicherweise auch ..äh.. etwas kitschig. Ich möchte mich da nicht herausreden, bitte aber darum es zu respektieren. 😉

– Wenn ich den Text „ein Märchen“ nenne, dann sollte man das literaturwissenschaftlich bitte nicht zu genau hinterfragen. Er entspricht sicher im Großteil seiner Merkmale nicht denen eines „klassischen“ Märchens, wie wir sie von den Brüdern Grimm kennen. Denkt lieber Richtung Andersen, also Kunstmärchen. Das dürfte eher hinkommen.

– Ähm. Es ist ein englischer Text. Er kam mir so in den Kopf und wollte so geschrieben werden (auch  wenn ich sonst ja eigentlich nur auf Deutsch schreibe). Keine Ahnung, wieso. Hat wohl was mit dem erzählerischen Tonfall zu tun oder so. Ich habe später auch noch eine deutsche Version – sozusagen eine Übersetzung – geschrieben, aber ich ziehe das Original vor. (Obwohl beide Versionen Stellen haben, die in ihrer jeweiligen Sprache deutlicher das ausdrücken, was ich meinte.) Nun lese ich zwar gerne und viele englische Texte und schaue auch Filme und Serien gern auf Englisch, bin aber beileibe kein „native speaker“ und in der Regel auch eher Konsument als Produzent. Etwaige Formulierungs-, Vokabel- und vor allem Zeichensetzungsfehler (englische Kommasetzung, ich kann sie nicht!) bitte ich daher zu entschuldigen. Falls euch was auffällt, dürft ihr das gern in den Kommentaren anmerken, ich berichtige dann gerne, wo nötig.

– Und last but not least: eigentlich finde ich diese Anmerkung doof, möchte aber trotzdem darauf hinweisen, dass es sich hierbei (wie natürlich bei allen meinen Texten und auch Bildern, sofern nicht anders gekennzeichnet 😉 ) um mein geistiges Eigentum handelt. Weiterverbreitung, Nutzung jedweder Art usw. also bitte nur mit meiner Erlaubnis.

So. Und das eigentliche Märchen kriegt jetzt einfach nen eigenen Post.

Tja.

Auch das Kontroll-CTG gestern war prima. Alles in bester Ordnung. Die Wehenkurve zeigte auch schon ein paar schöne Zacken bis in die 60er Werte. Gemerkt hab ich davon allerdings nach wie vor genau gar nix. Und immer, wenn ich mal irgendwas merke, hänge ich gerade nicht am CTG. Verrückt. 😛

Das Kind ist also gesund und offensichtlich gut gelaunt, denn auch gestern war sie ziemlich lange ziemlich aktiv. Mal tiefer ins Becken zu rutschen hält sie offensichtlich (noch?) für überflüssig, aber gut, sie wird es sich schon überlegen. Irgendwann muss sie ja. Wir sind ja nun in der 38. Woche und damit ist sie jetzt auch ganz offiziell kein Frühchen mehr. Soweit ist hier also alles prima und eitel Sonnenschein.

Nicht so schön: Nachdem ich ja nun ein Weilchen schon unwesentlich dickere Vorderpfoten und vor allem nachts auch oft Schmerzen in den Fingergelenken habe (hab mich allerdings schnell dran gewöhnt, deswegen empfinde ich es nicht als besonders störend), haben am Samstag meine Füße beschlossen, nachzuziehen. Richtig dick sind die geworden! Schmerzen tut es nicht wirklich, ich kann nur die Zehen nicht mehr so gut bewegen. Aber Schuhe zu tragen ist jetzt sehr unangenehm und in die meisten passe ich auch schlicht nicht mehr rein. Das ist auch eigentlich das, was mich an der Sache ein bisschen nervt. Zuhause laufe ich ja eh die meiste Zeit barfuß oder auf Socken, aber ab und zu muss der Mensch ja auch mal vor die Tür (einkaufen z.B., und eigentlich soll und will ich ja auch spazieren gehen!), und dann ist barfuß Anfang September je nach Witterungsverhältnissen halt auch nicht mehr soo optimal, vor allem wenn man Auto fahren muss… Ich werde jetzt aber ganz sicher nicht noch neue, größere Schuhe kaufen! Womöglich zieh ich die dann nur zweimal an und anschließend stehen sie hundert Jahre im Schrank. Nä. Ohne mich. Dann quetsch ich mich halt noch zwei, drei (vier) Wochen in meine Ballerinas. Wird schon!
Ansonsten find ich meine Marshmallow-Füße aber eigentlich ziemlich amüsant. Sieht schon irgendwie lustig aus. Und in ein paar Wochen sind sie ja eh wieder normal. Gibt bestimmt schlimmere Beschwerden, die ich haben könnte.

Tja. Aber jetzt rief gerade meine FÄ – bzw. ihre Sprechstundenhilfe – an, um mir mitzuteilen, dass auch der Thrombozytenwert vom Freitag wohl alles andere als optimal war. Und sie wollen mich deswegen zum Hämatologen überweisen.

…hmm. Och nö. Jetzt muss ich wieder anderthalb Stunden durch die Gegend fahren, nur um ne Überweisung abzuholen. Und wer weiß, wie schnell ich überhaupt einen Termin beim Hämatologen kriege (hoffentlich ja noch vor der Geburt?), und wo hier in der Gegend überhaupt einer ist. Viel Auswahl wirds ja wahrscheinlich nicht geben, garantiert muss ich da auch wieder sonstwohin fahren. 😦 Hab ich jetzt nicht so Lust drauf, ehrlich gesagt.
Dem Haselkind macht ja mein T-Wert nix. Und ob ICH jetzt irgendwie gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe bin, ist mir ehrlich gesagt nach wie vor ziemlich wurscht. Aber mach watt dran.. Ich werd mich dann halt gleich hinters Steuer klemmen und die blöde Überweisung holen. Dann hab ichs hinter mir.