28+1: Wie man es spannend macht.

Gestern war der dritte große Ultraschall. Und um es kurz zu halten: wieder wollte Herr oder Frau Häschen nicht viel damit zu tun haben. Vermessen ließ er/sie sich gezwungenermaßen, dann war es aber auch schon gut. Ich hoffte ja auf ein schönes Foto, aber nein. Leider ist es wohl in zwei Schwangerschaften nicht möglich auch nur ein einziges ansehnliches Ultraschallbild zu bekommen 😜 Aber ich verlasse mich mal drauf dass das fertige Kind sich, wenn es dann draußen ist, mal anschauen lässt. Es ist jedenfalls – soweit man das per Ultraschall eben beurteilen kann – zeitgemäß entwickelt und gesund. Und das ist ja das Wichtigste. ❤ 

Füße hatte es – wie seine Schwester vor ihm schon – im Gesicht, liegt also im Klappmesser. Und zwar Beckenendlage. Gut, das kann sich natürlich (hoffentlich) noch ändern, ein paar Wochen haben wir ja (auch hier: hoffentlich!) noch. Ich wurde trotzdem schon mal sozusagen prophylaktisch gewarnt, dass es – falls nicht – wahrscheinlich dann wieder eine Schnittentbindung wird. Seufz. Bitte nicht. Also wenn es nach mir geht versuche ich es trotzdem spontan, aber ich weiß nicht wie realistisch es ist, dass man mich das nach vorangegangenem Kaiserschnitt überhaupt lässt..Zum Glück gibt’s hier in relativer Nähe eine Klinik, die oft spontane BEL-Geburten macht, da werde ich dann mal mein Glück versuchen. Ich wollte da eh gerne hin, da die auch Bonding im OP anbieten und ich diesmal lieber vorbeugend davon ausgehe dass ich es brauchen könnte.. 

Tja, und dann war da ja immer noch die Frage nach dem Geschlecht unseres Nesthäschens… Die Ärztin hat sich wirklich Mühe gegeben. Erst konnte man gar nichts erkennen. Dann hielten wir beide inne und schauten konzentriert auf den Bildschirm. „Also es ist nicht eindeutig, aber ich würde sagen da ist zu viel für ein Mädchen“ sinnierte sie dann. Ich nickte. Genau das hatte ich auch gedacht. Ein Junge also. Unser Sohn. Wow. Ein bisschen seltsam, das Gefühl (nachdem beim letzten Mal die Tendenz eher Richtung Mädchen ging), aber schön! „Aber es ist wirklich nicht gut zu erkennen“ sagte sie, ruckelte und schob noch ein wenig herum, vor, zurück, wieder vor.. Hmm, dachte ich. „Also das sieht mir jetzt doch eher nach Mädchen aus“, sprach sie meine Gedanken laut aus. Aber da war der Moment auch schon wieder vorbei und wir so schlau wie vorher. 

Wir ließen es dann dabei bewenden. Was soll’s. Gefühlt alle anderen Schwangeren wissen spätestens in der 20. Woche Bescheid, ich eben nicht. Mein Baby ist ein Geheimniskrämer. Da das der letzte reguläre Ultraschall war, wird es sein Geheimnis womöglich bis November bewahren, denn ich weiß im Moment nicht, ob ich einen zusätzlichen Schall möchte, wenn man dann eh wieder nichts sieht. Grundsätzlich finde ich den Gedanken mich überraschen zu lassen eigentlich auch ganz reizvoll, aber ich hätte die Entscheidung lieber freiwillig getroffen. 😜 Zum Glück bin ich eh nicht so der Rosa-oder-Blau-Typ, das Häschen kann für den Anfang genug nicht rosafarbene Klamotten seiner Schwester auftragen und es muss eh nicht großartig viel angeschafft werden, also ist es ja eigentlich auch wurscht. Wenn ich nur nicht so neugierig wäre! Und ein ganz kleines bisschen schade finde ich es auch in Bezug auf die Haselmaus. Ich fände es schöner, nicht immer nur völlig abstrakt von „dem Baby“ zu reden, sondern von „deiner Schwester, xy“ oder „deinem Bruder z“, das würde es vielleicht etwas greifbarer für sie machen und ihr helfen eine Beziehung aufzubauen, oder..? Aber da sie sich bislang eh nur mäßig für das Thema interessiert macht es vermutlich auch keinen Unterschied.:/

Jetzt sind es jedenfalls wieder vier Wochen bis zum nächsten Arzttermin und ab dann geht es schon im zweiwöchigen Rhythmus weiter, unglaublich. Keine 12 Wochen mehr zum ET und zum Ende meiner vermutlich letzten Schwangerschaft.. ich fühle mich jetzt schon ein wenig wehmütig. Aber ich freue mich gleichzeitig darauf, dieses winzige Hasenkind dann im Arm zu halten, auf’s Stillen, auf’s Tragen, auf die unsagbar kleinen rudernden Fäustchen… Und hey, es bleibt echt spannend! Wird es ein Junge, wird es ein Mädchen? Beides? 😜 (An dieser Stelle mal ein spontaner Literaturtipp: „Middlesex“ von Jeffrey Eugenides, ein wie ich finde großartiger Roman) Werde ich noch eine spontane Geburt erleben dürfen oder gibt es diesmal einen geplanten Kaiserschnitt? Wird unser Kind ein Gesicht haben? 

Lassen wir es auf uns zukommen! 

Die erste Nacht

allein liegt hinter uns. Die Haselmaus schlief nebenan (leider getrennt von uns durch eine Wand und ein Durchgangszimmer) in ihrem neuen großen Bett und ich – bzw mein Mann und ich – ohne sie neben mir..

Ich weiß, viele Kinder in dem Alter schlafen schon lange alleine in ihrem Zimmer, aber es gab für uns einfach keinen Grund, sie umzuquartieren. Ich habe sie immer gern im Beistellbett neben mir gehabt.
Aber in absehbarer Zeit gibt es hier einen neuen Bewerber für eben dieses Beistellbett, der meine Nähe dann dringender (und nachts vermutlich wesentlich öfter) benötigen wird, und deshalb wird es jetzt leider, leider Zeit, unser großes Mädchen an ihr eigenes Zimmer zu gewöhnen.
Eigentlich bin ich ja eher so der Familienbetttyp, aber so richtig Familienbett soll man ja nicht, wenn ein Elternteil raucht (wovon mein Mann sich ja in diesem Leben nicht mehr abbringen lassen wird, seufz), und es ist halt leider Gottes nicht genug Platz im Schlafzimmer, um Beistellbett UND Kinderbett unterzubringen.😦
Nun haben wir der Haselmaus also ein neues (größeres) Bett besorgt und es in ihrem Zimmer aufgebaut, und sie fand das auch direkt spannend und toll („super tolles Bett!“ – Originalton!😀 ), und gestern (bzw. vorgestern, ist ja schon wieder nach Mitternacht, halleluja) ist sie dann auch dort eingeschlafen und hat sich den Rest der Nacht nicht mehr gemeldet.
Ich hingegen, tja.. Mir fiel es schwer, das muss ich leider zugeben. Fast zwei Jahre lang war ihr Gesicht das letzte, was ich sah, bevor ich nachts die Augen schloss, und wenn ich wach wurde, schaltete ich oft genug für einen Moment das Nachtlicht an um ihr einen Moment beim Schlafen zuzusehen. Oder ich strich ihr im Dunkeln einmal sachte durchs Haar, hielt für ein paar Minuten ihre kleine Hand oder lauschte einfach ihrem ruhigen Atem. Manchmal kam sie nachts, häufiger aber am frühen Morgen zu mir herüber gekrochen um sich in meinen Arm zu kuscheln und dort selig weiter zu schlafen. Und das habe ich so, so sehr geliebt. Nie hat etwas auf dieser Welt für mich so viel Vertrauen und Wärme ausgestrahlt wie dieser kleine Kinderkörper in meinem Arm, der Anblick dieses kleinen, reinen, so entspannten Gesichts direkt neben meinem, und nichts war so schön wie dieser Moment, wenn sich plötzlich die großen blauen Augen öffnen, genau in meine blicken und ein Strahlen aus ihrer Tiefe aufsteigt, in dem alle Geborgenheit und Liebe dieser Welt versammelt ist.
Morgens aufzuwachen und neben mir nur die leere Matratze und die kahlen weißen Gitterstäbe zu sehen, das war hart. Nicht von ihrer Stimme geweckt zu werden: seltsam. Das Babyphone war stumm, ich schlich hinüber ins Kinderzimmer, um nach ihr zu sehen – und da saß sie schon im Bett und sprang in dem Moment auf, in dem ich die Tür öffnete.

Heute nun schläft sie doch wieder im Schlafzimmer, im Beistellbett, neben mir. Sie wollte einfach nicht im Kinderzimmer schlafen, stand immer wieder auf und lief zur Tür, wiederholte wieder und wieder, dass sie ins Schlafzimmer wolle. Und da ist sie dann auch eingeschlafen, in meinem Arm, so wie sonst immer. Mein Mann findet das nicht so gut, er denkt wohl so wird das nie was mit dem Ausquartieren.. Ich hingegen möchte nicht, dass sie unter Zwang alleine schläft, sich ungewollt oder ausgegrenzt fühlt. Sie soll zufrieden und entspannt einschlafen dürfen, sich wohlfühlen und ihr Bett als einen Ort der Geborgenheit sehen. Dann wechseln wir eben noch ein paar Mal zwischen den Zimmer hin und her. Dann dauert es eben ein paar Wochen. Und wenn es überhaupt nicht geht mit dem alleine Schlafen, dann wird sich auch eine Lösung finden. Aber nach nur einer, bzw. zwei Nächten ist es sowieso noch viel zu früh, die Flinte ins Korn zu werfen. Es wird sich alles finden. Jetzt jedenfalls werde ich ins Bett krabbeln und zumindest heute noch einmal das Gefühl genießen, meine drei Lieblingsmenschen im Schlaf ganz nah bei mir zu wissen: einer auf meiner rechten Seite, einer auf meiner linken, und einer in meinem Bauch.❤

25+6: noch 99 Tage

…bis zum errechneten ET. Ich bin also auf einmal wieder ein Uhu! 😱 Noch Pi mal Daumen 3 Monate, dann ist auch diese Schwangerschaft Geschichte.. und dabei hat sie gefühlt erst gerade eben begonnen. Das dritte Trimenon steht praktisch schon vor der Tür und ich stehe da und hab noch nicht mal den positiven Test so richtig verpackt.. 

Vielleicht auch deshalb weil das Haselhäschen sich nach wie vor ziemlich rar macht. Die letzten Wochen gab es täglich einen gut gezielten Tritt – und sonst war gespenstische Ruhe im Bauch, was mich an manchen Tagen wirklich verrückt macht. Machte. Seit gestern gibt es auch tagsüber immer mal wieder einen sachten Knuff, das tut gut. Mal gucken wie sich das entwickelt. Ein bisschen mehr Randale fände ich schon schön (ja ja, ich weiß: careful what you wish for :roll:), aber ich tröste mich mit dem Gedanken, dass ich vielleicht einfach ein sehr ruhiges und zufriedenes Baby bekomme, was vielleicht nicht das Schlechteste wäre, wenn ich mir meine Tage mit der Haselmaus so angucke.. 

Der Grund weshalb ich um diese Uhrzeit (es ist aktuell kurz nach 9) überhaupt bloggen kann, ist der, dass ich gerade im Wartezimmer meiner neuen FÄ sitze. Ich wurde leider noch mal zum großen Zuckertest einbestellt, weil der kleine nicht optimal war. Dadurch habe ich aber jetzt ein paar Stunden „kinderfrei“, denn die Haselmaus wurde vorhin von der Oma entführt, was die Sache für alle Beteiligten einfacher macht.🙂 Und jetzt sitze ich hier, gähne ein bisschen vor mich hin, kämpfe gegen eine leichte Übelkeit und ergehe mich in Wunschträumen von großformatigen Mett- und Schinkenbrötchen.. dann kann ich auch bloggen, auch wenn ich das ehrlich gesagt übers Handy echt lästig finde. 

Viel zu erzählen gibt es sonst aber eigentlich nicht. Vielleicht, dass wir jetzt plötzlich schon August haben, was wiederum bedeutet, dass schon bald September sein wird und somit der zweite Mausegeburtstag rasant näher rückt.. Es ist wirklich unglaublich, dass dieses Kind nun wirklich schon bald 2 Jahre alt sein soll! In letzter Zeit denke ich aber auch oft, dass man es irgendwie sieht.. also, dass sie irgendwie größer („erwachsener“ klingt irgendwie seltsam) geworden ist. Die letzten Reste Babyhaftigkeit fallen nach und nach ab, sie ist so ein lebhaftes, aktives und selbständiges Persönchen mit einer unglaublichen Energie und Fantasie und tausend eigenen Ideen geworden, so frech und wild und wunderbar.. Auch wenn ich derzeit oft das Gefühl habe mit meinen Kräften am Limit zu sein, ich gucke wohl 20mal am Tag mein Kind an und denke, wie krass und schön und erfüllend das alles ist, und was für ein unbegreifliches Wunder. Dass entgegen aller Hindernisse und Ängste dieser kleine Mensch in mir gewachsen ist und sich dann so rasant von einem hilflosen Bündel zu so einem klugen, ideensprühenden, ständig sich selbst übertreffenden Charakter entwickelt hat und das immer so weiter geht.. Die Zeit mit ihr ist der Wahnsinn und das schönste Geschenk das ich je bekommen habe. Dass es auch anstrengend, ja manchmal auch auslaugend ist, darf man nicht leugnen, aber die schönen Seiten überwiegen für mich deutlich – umso mehr als ich weiß, dass das hier nicht selbstverständlich ist. Und ja, schwanger zu sein und trotzdem den ganzen Tag ein Kleinkind allein zu betreuen geht teilweise echt an die Substanz, aber ich habe mir das selbst so ausgesucht, darf also eigentlich nicht jammern.. Ich mache mir auch wenig Illusionen wie das so werden wird mit Baby und Kleinkind – bestimmt nicht entspannt und easy – aber ich freue mich trotzdem darauf, auch wenn ich mich öfter frage ob ich eigentlich total gaga bin mich darauf eingelassen zu haben.. 

Hätte man mich vor zehn Jahren gefragt, ich hätte niemals geglaubt dass mein Leben einmal so bombastisch werden würde, so voller Überraschungen und wunderschöner Momente. 

So. Genug geschwafelt. Ich muss mich jetzt dringend noch mal pieksen lassen.😉

„Die schwarze Katze mögt das gerne nicht“ – Spracherwerb 21 Monate

Diesen Beitrag habe ich Ende Juni begonnen, aber aus Zeitmangel nicht fertig geschrieben. Ich veröffentliche ihn jetzt eben einen Monat später, sehr viel getan hat sich in den letzten Wochen eigentlich eh nicht🙂

„Die schwarze Katze mögt das gerne nicht“, „Schwarze Katze darf nicht Stuhl sitzen!“ – solche ausgefeilten Sätze hören wir zunehmend häufiger von dir. Jeden Tag wieder schaue ich verblüfft und überlege, ob das gerade wirklich so aus deinem Mund kam und wie das eigentlich kommt..
Spracherwerb ist ja DAS Thema, was mich entwicklungstechnisch am meisten interessiert (und ich ärgere mich jetzt umso mehr, dass ich im Studium kein Seminar dazu besuchen konnte), und ausgerechnet in diesem Bereich bist du eine richtige Rakete.❤ Ich finde das so spannend, ich könnte eigentlich täglich einen Blogbeitrag dazu verfassen – aber erstens komme ich nicht dazu und zweitens würde ich damit wahrscheinlich jeden anderen zu Tode langweilen. Aber wenigstens jetzt – du bist 21 Monate –  nehme ich mir das mal heraus und schreibe einfach alles auf was mir dazu auf- und einfällt. Ich weiß, jetzt ist es viel, was du kannst, aber das wird sich im Laufe der Jahre relativieren und irgendwann sprechen alle Kinder eigentlich so ziemlich gleich gut und es passiert nicht mehr viel Neues, dann gibt es auch nichts mehr in dieser Kategorie zu berichten, es sei denn vielleicht aus der Kategorie „Kindermund“..😉

Du warst sechs Monate alt, als du anfingst „Mama“ zu mir zu sagen. Ich habe das nie so richtig gewürdigt. Egal, wo ich nachlas, überall stand eindeutig: Kinder in dem Alter können nicht gezielt „Mama“ sagen, das passiert zufällig. Ungerichtet. Ich wollte mir da nichts einbilden, daher habe ich das auch so geglaubt. Dabei hast du, wenn du es sagtest, immer nur mich angesehen, das hätte mir zu denken geben sollen.. und einen Monat später konntest du auch „Papa“ sagen und hast das ebenfalls nur beim Anblick deines Vaters getan.. Aber was „ungerichtet“ bedeutet, das habe ich erst über ein halbes Jahr später bei anderen Kindern beobachtet.
Im Nachhinein bin ich etwas traurig, dass ich diesen kostbaren Moment – das erste „Mama“ – nicht als das wahrgenommen habe, was es war. Seitdem denke ich in Bezug auf Literatur, Spracherwerb und dich: nimm nicht alles so hin, was da geschrieben steht.
Da steht nämlich auch, dass Kinder erst mit etwa (ich glaube) drei Jahren anfangen, Artikel zu verwenden. Ja, ha. Das tust DU aber eigentlich schon seit.. so ziemlich von Anfang an. Die unbestimmten Artikel („ein“, „eine“) waren zwischenzeitlich mal für eine Weile verschwunden, jetzt sind sie wieder da. Aber „der“, „die“, „das“ – das konntest du gleich mit den ersten richtigen Wörtern. Nicht immer verwendest du das korrekte Geschlecht, aber hey, das zeigt mir eigentlich nur, dass du nicht einfach nur etwas nachplapperst, sondern tatsächlich grammatischen Regeln folgst – auch wenn die sich noch nicht in aller Vollständigkeit in deinem Kopf gebildet haben.
Und du flektierst. Zunehmend.
Mit der Pluralbildung hat das angefangen, da warst du knapp 18 Monate. Von vielen Wörtern kennst du bereits die korrekte Mehrzahl (beim Schwimmen zeigtest du tatsächlich in der Umkleide auf die dort liegenden Wickelunterlagen und sagtest: „Da, Betten!“ …. ich bin mir sehr sicher, in deiner Gegenwart dieses Wort nie verwendet zu haben, aber mit Sicherheit hast du es irgendwo aufgeschnappt), wo du sie nicht weißt, bildest du sie nach eigenem Gutdünken (meistens per Plural-S).
Mit 13 Monaten begannst du, Gegenständen einzelnen Personen zuzuschreiben (Mama, Papa, Oma,…), seit einiger Zeit tust du das nun auch – wenn du willst – im Genitiv: „Papas Stuhl“, „Mamas Pulli“, „[Haselmausens] Puppe“. Manches ist dann aber eben auch „der Papa-Stuhl“ oder „die Oma-Jacke“.😀
Immer öfter verlangst du nicht mehr „ein Keks haben“, sondern „einEN Keks haben“, und auch die Adjektive (von denen du für dein Alter ECHT viele kennst, Hut ab!) passt du wirklich schon ausgesprochen oft korrekt in Geschlecht und Zahl an.
Und ganz besonders auffällig ist es bei den Verben: bis vor kurzem hast du noch ganz typisch jederzeit den Infinitiv verwendet, und das tust du auch nach wie vor recht häufig, wenn du keine vollständigen Sätze bildest, meist wenn du Wünsche äußerst, was du tun möchtest. „Draußen rumlaufen“, „Mama-Stuhl sitzen“, „Joghurt essen“, usw. Aber immer öfter – in den letzten Tagen wirklich überraschend oft – bildest du auch andere Formen. „Mama näht noch“ sagst du dann, oder „die Katze isst“ oder „da kommt Papa“ oder „Mama liest ein Buch“. Oder morgens, wenn du darauf bestehst dich selber zu waschen und im Stehen versuchst den feuchten Waschlappen auf deinem Bauch abzulegen, stellst du jedes Mal wieder erstaunt fest: „Hält nicht!“
Und du sprichst tatsächlich immer häufiger auch in der Vergangenheit! Da erzählst du mir zum Beispiel, dass du „mit Oma schaukeln wesen“ bist, oder „Katze Ball runter worfen hat“. Oder, der Dauerbrenner im Moment, irgendjemand „wollte [xy] nicht!“ (Besonders gerne weckst du mich morgens mit dem Satz: „Mama wollte nicht schlafen!!“ …okay, ein Tag könnte schlimmer beginnen.)
Außerdem sprichst du von dir nicht mehr ausschließlich in der 3. Person Singular, immer öfter bist du tatsächlich „ich“ und handelst auch entsprechend. („Bin total nicht müde!“😀 ) Und andere Personen sind auch häufiger mal „du“ und werden auch sprachlich so behandelt. Mit den Possessivpronomen hast du allerdings noch häufiger etwas Probleme, da verwechselst du oft noch „mein“ und „dein“, sowie „unser“ und „euer“..
Dein Satzbau, dein ganzer Ausdruck wird generell immer elaborierter. Du wünschst dir oft nicht mehr einfach „Brot“, sondern „Brot mit Marmelade bitte“. Dann sitzen wir am Tisch und du sagst: „Die Birne mit scharfe Messer schneiden, Mama!“ …und was soll ich sagen? Ich tu’s.🙂 Es ist einfach eine Freude, dass du dich so gut ausdrücken und deine Gedanken, Vorstellungen und Wünsche so genau äußern kannst. Das macht das Leben mit dir sehr einfach.
Kürzlich hatten wir zum Beispiel den Fall, dass du plötzlich die Treppe zum Wohnzimmer nicht mehr alleine hochkrabbeln wolltest (richtig gehen kannst du sie noch nicht, die Stufen sind zu hoch für deine kurzen Beine). Dein Vater und ich unterstellten dir schon Faulheit, bis wir endlich mal auf die Idee kamen, dich nach dem Grund zu fragen.. und der lautet: „[Haselmaus] Angst hat. Große Loch ist, reinfallen!“ Und ja, da haben wir es dann verstanden. Die Stufen sind offen, man kann zwischen ihnen durch den Boden sehen, und ich bin ehrlich gesagt fast ein wenig erleichtert, dass dieser Blick in die Tiefe dir Angst macht. (So ist nämlich meine Sorge, dass du oben von der Sofalehne aufs Geländer kletterst und dann auf die Treppe stürzt, deutlich gelindert..)
Und da du eigentlich permanent redest und praktisch alles aussprichst, was du wahrnimmst oder was dir gerade durch den Kopf geht, verstehe ich meist auch ganz gut, was du dir da vorstellst, wenn du mal wieder mitten im Symbolspiel bist.
Wenn du zum Beispiel im Zimmer hin und her läufst, dich dann demonstrativ auf den Boden setzt, einen imaginären Gegenstand zwischen Daumen und Zeigefinger hältst und ihn in den Teppich bohrst, wäre ich ohne deine Worte, dass du nun einkaufen fährst, dir einen Einkaufswagen holst und dafür einen Chip einlegen musst, ZIEMLICH aufgeschmissen. Und so haben wir beide Freude daran. Oder wenn du dir aus dem Bettzeug auf dem Gästebett ein Auto baust und damit in den Wald fährst und da den Tiger triffst, der „einfach im Baum rum hängt“. Du erlebst so viele Abenteuer im Moment, und es ist so wahnsinnig schön, dass ich das meiste davon miterleben darf, einfach weil du deine Fantasien in Worte ausdrücken kannst.

Besonders hoch im Kurs steht bei dir übrigens im Moment das Thema „Verneinungen“. Seit einer ganzen Weile höre ich eigentlich 24/7 nur noch, was ich/die Katzen/der Papa/eine beliebige Person in deinem Blickfeld alles NICHT kann/darf/soll/will. Kaum nehme ich etwas in die Hand, heißt es sofort: „Nein, Mama NICHT [wasauchimmer es gerade ist]!“ Ich darf nicht sitzen, nicht stehen, nicht essen, nicht „Augen tu machen“. Die Katzen dürfen nicht schlafen. Der (völlig fremde) Junge darf (in seinem eigenen Garten!) NICHT am Baum stehen. Und schon gar nicht dürfen irgendwelche Kinder auf dem Spielplatz irgendwas, was du ihnen auch unmissverständlich klar machst. (Hier bitte peinlich berührten „Affe hält sich die Augen zu“-Emoji einfügen) Ich gebe zu, es ist manchmal schon recht ermüdend und anstrengend. Auf der anderen Seite sind wir bisher von größeren Wut- und Trotzanfällen deinerseits verschont geblieben, Schimpfen reicht dir meist (bis jetzt jedenfalls).

Dein Wortschatz. War und ist ein Kapitel für sich. Wenn ich ihn beschreiben müsste, würde ich sagen: jenseits von Gut und Böse. Wörter zu zählen habe ich ja vor einiger Zeit endgültig aufgegeben und macht auch wirklich überhaupt keinen Sinn mehr. Welches Wort auch immer du benötigst, du benutzt es. Sei es die Rohrzange, die Nacktschnecke oder WASAUCHIMMER. Du verwendest völlig selbstverständlich Verben wie „purzeln“, „wirbeln“, „herumlungern“ oder „nachdenken“. Du unterscheidest ein Dutzend Pflanzenarten (Butterblumen, Pusteblumen, Klee, Farn, Sonnenblumen, Weizen, Gras, Gänseblümchen, Tulpen, Rosen, Lavendel, Seerosen,…) und sämtliche Obstbäume, sowie Laub- und Nadelbäume, du erkennst und benennst Huhn, Hahn und Küken, Wal und Hai, generell alles was da kreucht und fleucht, sämtliche Kleidungsstücke, Körperteile und Lebensmittel. Mittlerweile benutzt du ständig Wörter wie „eigentlich“, „vielleicht“, „trotzdem“, „nämlich“, „und“, „oder“, „aber“, „immer“, „manchmal“, wenn auch manchmal in abenteuerlichen Konstruktionen – dein Satzbau ist nämlich zuweilen noch etwas wirr, was ich aber ehrlich gesagt nicht verwunderlich finde, wenn man bedenkt dass du zum Teil mit sieben, acht, neun Wörtern jonglierst. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum du oft „stotterst“. Ich weiß nicht, ob das so ganz der richtige Begriff dafür ist, aber man merkt, wie sich während des Sprechens in deinem Köpfchen die Zahnrädchen drehen, und während dein Hirn noch die Wörter sortiert kommt aus deinem Mund oft für zwei, drei Sekunden nur „t-t-t-t-t…“. Noch klingen deine Äußerungen auch oft recht „abgehackt“, man merkt einfach, dass dein Kopf noch hart daran arbeitet ein Wort ans andere zu fügen, gerade bei den längeren oder komplizierteren Äußerungen. Aber ab und zu „fließt“ doch ein völlig (oder fast ganz) korrekter Satz über deine Lippen, und zwar so dermaßen flüssig und selbstverständlich, dass ich dann schon ein wenig irritiert bin.
Ich bin sehr gespannt, was du uns in den nächsten Wochen und Monaten spracherwerbstechnisch noch so servieren wirst und freue mich schon wahnsinnig darauf. Und weißt du, was ich besonders schön finde? Dass wir uns richtig unterhalten können und du so viel von dem, was in deinem Kopf und Herz vor sich geht, preisgeben magst. Ich liebe deine Geschichten und deine Ideen, du kleines verrücktes Huhn, du!
(Heute sagtest du plötzlich: „Weiß nicht ob die Matte weg ist im Wald. Mal hinfahren, gucken!“ – und ich rätsele immer noch, was du eigentlich mit „Matte“ meinst..😀 )

24+0: Wieder ein Meilenstein geschafft.

Es ist ein Wunder, dass ich gerade am Rechner sitze – die Haselmaus schläft nämlich, obwohl es erst früher Nachmittag ist.😛 Echt erholsam, muss ich sagen.
Die letzten Wochen hatte ich ziemlich zu kämpfen. Ich weiß, irgendwie ist das schon albern, dass so ein fehlender Mittagsschlaf so dermaßen reinhaut und mich phasenweise wirklich so an den Rand der Erschöpfung bringt, dass ich wirklich das Gefühl hatte zusammenzubrechen.. aber es ist so. Ich laste das auch der Schwangerschaft an. Ich bin im Moment einfach nicht so leistungsfähig wie ich es sein sollte, aber es gibt eben auch keine Möglichkeit mich zu entlasten (ne Haushaltshilfe vielleicht, aber wer will das bezahlen..), und wenn dann die Haselmaus – wie gerade geschehen – mal wieder eine Ich-will-aber-rund-um-die-Uhr-bespaßt-und-herumgetragen-werden-Phase hat und mich keine fünf Minuten mal was anderes machen lässt, dann geht das ganz schön an die Substanz.
Mittlerweile haben wir uns aber einigermaßen eingegroovt. Sie ist wieder etwas entspannter (und ich damit auch!) und ich habe gelernt, die müde Phase in der Mittagszeit mit möglichst viel Action zu bestreiten – das hält uns beide wach und bei Laune. Wenn andere Kinder schlafen springen wir eben draußen durch die Wiesen und Wälder, sind auf dem Spielplatz oder gehen einkaufen. Allerdings bin ich dann abends so erschöpft, dass nach Kind-ins-Bett-bringen (21 Uhr) und Haushalt-Notrettung (22 Uhr) die Kraft zum Bloggen oder für sonstige Erheiterungen fehlt. Tut mir wirklich leid, und ich fürchte, wenn das Haselhäschen dann irgenwann auf der Welt ist, wird hier erst recht Flaute herrschen, aber ich kanns nicht ändern..
Und ja, die Schwangerschaft, die läuft halt wirklich so nebenher. Zum Glück bisher halbwegs beschwerdefrei, bis eben auf die Müdigkeit, gelegentliche Kreislaufprobleme (speziell bei heißem Wetter) und wirklich ziemlich häufigen, nervigen, tagelang anhaltenden Kopfschmerzen.. Ich muss aber sagen, dass meine Kondition dieses Mal vermutlich sogar noch besser ist als beim ersten Mal – da die Haselmaus ja ein ausgesprochenes Draußenkind ist und mich bei Wind und Wetter durch die Pampa traben lässt (ihr doch egal ob es schüttet oder die Sonne bei 30° vom Himmel knallt), habe ich wirklich immer genug Bewegung. Vorhin haben wir auch wieder 8+ km hinter uns gelassen und davon ist sie zwar über die Hälfte selber gelaufen, aber den Rest habe ich sie getragen (gelobet sei der Ring Sling, ich werde ihm bei Gelegenheit einen eigenen Beitrag widmen, so dankbar bin ich für das Teil), und auch wenn sie mit ihren etwas über 10 Kilo gar nicht mehr so mopsig ist, weiß man dann anschließend doch, was man getan hat..
Ja, jedenfalls: die Schwangerschaft. Schreitet voran, würde ich sagen. Das Haselhäschen ist immer noch ein sehr, sehr, SEHR ruhiger Charakter, aber WENN es sich dann mal muckst, tritt es schon ordentliche Beulen in den Bauch.
Selbiger ist auch schon ganz ordentlich gewachsen, jedenfalls wenn ich mir vergleichsweise die Fotos vom ersten Mal angucke.. da sah ich Ende Juli ähnlich aus, war aber schon 6 Wochen weiter. Die Leute gucken auch schon mal recht irritiert, wenn ich sage, dass das Kind erst für Mitte November ausgerechnet ist, aber nun. Es ist eben das zweite. Und da ich mich, wenn ich mich an die erste Schwangerschaft zurück erinnere, meist des Endumfangs des Bauches damals entsinne und weniger des Zustandes in der 25. Woche, kommt mir die Kugel auch noch gar nicht so extrem vor.
Allerdings fühle ich mich die meiste Zeit auch gar nicht so sehr schwanger, eher unförmig..

Bei 23+3 war übrigens wieder Vorsorge, das erste Mal bei meiner neuen Ärztin. Ich muss sagen, bis jetzt finde ich es da gut. Ich hoffe das bleibt auch so, schließlich muss ich ja noch das ein oder andere Mal dort hin.
Sie war auch so lieb und hat- außer der Reihe – tatsächlich mal kurz den Ultraschall hochgefahren „um sich einen Überblick zu verschaffen“. Das Häschen war wie immer völlig unbeeindruckt, hielt die Hände vors Gesicht (kein schönes Foto!) und kniff die Beine zusammen. Wir wissen also immer noch nicht, ob wir schlussendlich einen Jungen- oder einen Mädchennamen brauchen, aber auch die neue Ärztin tendierte eher zum Mädchen. Ende August ist dann der dritte große Ultraschall (SCHON!! Unglaublich..), vielleicht lüftet sich ja dann das Geheimnis. Sonst müssen wir uns eben überraschen lassen. Wäre auch okay. Ich schätze dem Haselhäschen wird es ziemlich egal sein, dass es auf jeden Fall rosa Socken tragen wird – die hat nämlich seine Schwester letztens für es ausgesucht und da gabs leider überhaupt kein Vertun: es MUSSTEN die rosanen sein. Wer weiß, vielleicht weiß sie ja auch etwas das wir nicht wissen.😉
Jedenfalls gehts dem Häschen soweit gut, der Haselmaus ebenfalls, und mir.. na ja, doch, auch wieder besser. Und ich hätte wirklich so Lust wieder mehr zu bloggen, aber.. siehe oben. Es ergibt sich im Moment einfach nicht. Vielleicht mal am Wochenende. Vielleicht sogar mal mit Bauchbild(ern). Ach, mal gucken..

Zwei.

Nein, nicht zwei Jahre. (Obwohl – so lang ist das auch nicht mehr hin..) Und nein, auch nicht zwei Kinder. Darauf will ich nicht hinaus. 

Nein, ganz einfach: die Haselmaus weiß mittlerweile, was „zwei“ bedeutet! Sie kann zählen! (Gut, bis zwei ist jetzt nicht sehr weit gezählt, aber hey.. sie bekommt eine Vorstellung von Mengen und Zahlen. Das finde ich schon ziemlich beeindruckend.) 

Mit 18 Monaten fing das an, dass sie plötzlich beim Sprechen ganz selbstverständlich den Plural zu nutzen begann. Das war schon irgendwie ganz cool so. Dann, mit 19 oder 20 Monaten – ich hab’s mir leider nicht notiert -, wollte sie mit meinen Ringen spielen, steckte sie sich ganz lässig auf die Finger, betrachtete sie kurz und kommentierte dann: „Zwei Ringe!“ Und ich: 😱 Hat sie das gerade wirklich gesagt? … Ja, hatte sie. Aber ich dachte, vielleicht habe ich das ja vorher mal gesagt und sie plappert nur nach… 

Und dann passierte das aber wieder. Zwei Pferde stehen auf der Wiese. Da kommen zwei Hunde. Mama kauft zwei Äpfel… Okay. Okay. Leider (? Nee, eigentlich finde ich es gut) ist mein Kind ja eines, das sich absolut nicht vorführen lässt. Sie präsentiert ihre Fähigkeiten nicht auf Kommando und sie riecht es auf 100 km Entfernung wenn man sie zu irgendwas kriegen will. (Zum Glück ist unser Kinderarzt einer, der diesen ganzen Entwicklungskram nicht so abprüft, sonst könnte es bei der bald anstehenden U7 echt frustrierend werden 😆) Ich hätte SO gerne nachgeprüft, ob sie das wirklich verstanden hat mit der Zwei.. aber da spielte sie natürlich nicht mit. Auf die Frage „Wie viele xyz sind das?“ oder Bemerkungen a la „Oh, schau!  ….Pferde!“ antwortete sie natürlich NICHT mit „Zwei!“ sondern nur völlig ungerührt mit „..Ja.“ 

So ist das eben. Sie macht was wann wie und wo sie will. Aber sie ist eben auch für ihr Alter recht eloquent, und so kam ich dann schon recht bald in den Genuss von Aussagen wie: „Zwei Tauben auf Dach! Zweiter Vogel weg fliegt! Oh! BEIDE Vögel weg flogen!!“ …und da denke ich mir dann: okay, wer sowas äußert, der hat wohl begriffen, was „zwei“ bedeutet..

Wahnsinn. Vor einem Jahr fing sie gerade mal an zu sprechen und jetzt.. Es stimmt wirklich: sie werden zu schnell erwachsen. Und bald stehen ZWEI Kerzen auf der Torte…

20+0: Wann ist denn das passiert?

Mein liebes Haselhäschen,

heute ist Bergfest, Halbzeit, wie auch immer du es nennen möchtest.. 20 von 40 Wochen Schwangerschaft sind vorbei. Das bedeutet: in 20 weiteren Wochen +/- ein paar Tage werde ich dich (wenn alles gut geht) in den Armen halten.
Das kann ich mir noch gar nicht so recht vorstellen. Irgendwie ist das alles immer noch nicht so ganz real. Vielleicht ja doch ein Traum? Obwohl ich diese Schwangerschaft eigentlich ganz bewusst erleben und genießen wollte, ist das nicht so einfach. In meiner Traumvorstellung liege ich, umweht von einem sachten Sommerlüftchen, irgendwo im Schatten in einer Hängematte, liege einfach nur ganz entspannt da, streichle mein Bäuchlein und bin ganz bei dir.. (und neben mir liegt friedlich schnorchelnd die Haselmaus). In Wirklichkeit bin ich eigentlich den ganzen Tag nur mit deiner Schwester beschäftigt und wenn ich mal fünf Minuten Pause habe oder sie dann abends schläft, dann ist erstmal der Haushalt dran. Nur abends vor dem Einschlafen finde ich die Zeit, mich mal ganz auf dich zu besinnen – aber da bin ich meist so müde, dass ich nach spätestens fünf Minuten im Traumland bin. Es tut mir wirklich sehr leid. Du kommst einfach total zu kurz, jetzt schon. Und es ist nicht mal so, dass es großartig etwas für deine Ankunft hier vorzubereiten gäbe. Es gibt keine größeren Anschaffungen zu tätigen, es ist ja praktisch alles vorhanden. Ein zweiter Hochstuhl wird hier einziehen, eine Kommode und ein zweites Bett (ein größeres, für deine Schwester, die dann demnächst in ihr Zimmer umziehen müssen wird. Du bekommst dann das 60×120 Beistellbett zugeteilt). Das wars eigentlich schon. Eventuell dann noch ein paar Klamotten in Größe 50 oder 56, je nachdem wie groß/klein und schmal du bist.. deine Schwester trug von Anfang an 56 und war da nach einem knappen Monat schon rausgewachsen, solltest du also kleiner sein und weniger schnell ansetzen, werden wir mit den paar Teilen nicht auskommen. Aber das ist jetzt noch kein Thema. Und sonst haben wir ja eigentlich alles. Geburtsvorbereitungskurs und so mache ich diesmal nicht, ich habe nicht das Gefühl, dass ich da noch was lernen könnte, und es wäre mir auch zu stressig das wieder alles so zu organisieren dass die Haselmaus währenddessen auch betreut ist..
Ja, tut mir leid, so sieht es wohl leider aus.
Und ich muss auch sagen: du machst es mir auch ziemlich leicht dich zu vergessen. Du hast dich zwar wirklich früh bemerkbar gemacht, dafür wirst du aber gefühlt immer ruhiger und noch dazu habe ich wohl auch dieses Mal wieder eine richtig tolle Vorderwandplazenta, die den Großteil deiner Bewegungen abfängt.. Wenn ich Glück habe, spüre ich ein oder zwei Mal täglich einen kleinen Stups und das wars dann. Oft ist tagelang Pause. Gestern warst du tatsächlich mal – für deine Verhältnisse – richtig aktiv und hast mir über den Tag verteilt vielleicht so fünf Minuten Action beschert. Danke dafür, das war schön! Aber wirklich, du darfst dich ruhig etwas mehr austoben.. Auch deine Schwester (oh Gott, immer dieses Vergleichen..) habe ich als eher ruhigen Charakter empfunden und auch bei ihr war da die Vorderwandplazenta, aber trotzdem denke ich oft mit Wehmut daran zurück wie viel von ihr ich zu diesem Zeitpunkt schon gespürt habe. Weißt du, ich freue mich einfach, wenn ich öfter mal daran erinnert werde, dass du da bist. Und WENN du das tust, dann halte ich jedesmal inne und horche zu dir hinein, und das ist dann ein Moment, der nur uns gehört. Davon hätte ich gern mehr. Sonst erinnert mich nämlich nur der ständig knüppelharte und schmerzende Bauch daran, dass ich jetzt eigentlich zwei Kinder habe.
Und das ist auch sowas: ich bin gerade mal im zweiten Trimester und habe doch ständig das Gefühl, überlastet zu sein. In der ersten Schwangerschaft war der Bauch NIE hart. Und Schmerzen hatte ich schon dreimal nicht. Und ich mache mir doch manchmal Gedanken, ob das noch alles okay ist so, aber ganz ehrlich, ich wüsste nicht was ich daran ändern könnte, außer vielleicht den ganzen Tag im Bett zu bleiben – was nun mal einfach nicht geht. So bleibt mir nichts anderes übrig als darauf zu vertrauen, dass es dir bestimmt gut geht da drin. Und dass das jetzt alles einfach noch 20 weitere Wochen irgendwie alles läuft und ich fit bleibe und bis zum Schluss gut für dich UND deine Schwester sorgen kann.
Und auch, wenn alles so unglaublich irreal und so wenig wie in meiner Vorstellung ist – ich freue mich. Ich freue mich wahnsinnig, dass du da bist und wächst. Ich freue mich wie Bolle auf die Geburt (ich meine hey, beim zweiten Mal wird alles anders?) und auf die vielen Wochen Vorfreude bis dahin, und ich freue mich darauf, dich irgendwann in die Arme schließen zu können und auf diesen ersten ganz besonderen Blick in deine Augen. Ich freue mich auf dein Quäken und auf deine winzigen Fingerchen und Füßchen und diese lustigen Geräusche, die du beim Stillen machen wirst, und auf deine erste Begegnung mit deiner Schwester und deiner Oma und den Katzen und überhaupt.. ich freue mich auf die unzähligen Ladungen Schmutzwäsche, die ein Neugeborenes magischerweise produziert und die vollgekackten Klamotten. Ach, ich bin sicher du wirst mich verzaubern in den kommenden Wochen und Monaten und Jahren, genau wie deine Schwester es getan hat und weiterhin jeden Tag tut.

Mein kleines Haselhäschen, du weißt es noch nicht, aber ich weiß es: es wird sich alles verändern, so bald schon. Aber es wird ganz wunderbar werden, du wirst sehen.❤

19+2: Das Reh springt hoch, das Reh springt weit – warum auch nicht, es hat ja Zeit..

Gestern stand wieder Vorsorge an – inklusive Ultraschall. Ihr wisst schon: zweiter großer, also ganz ausführlich.
Meine Mutter kam extra früh morgens zu uns gedüst, sie wollte nämlich gerne mal Enkel Zwo in Aktion sehen. So hatte ich auch jemanden, der für den ersten Teil des Arztbesuchs (das übliche Prozedere: Pipi, Waage, Blutdruck und anschließend – das war neu für mich! – für 10 Minuten Wehenschreiber, nur zur Sicherheit, das machen die dort ab der 20. Woche so) die Haselmaus beaufsichtigte. Ich hörte sie (die Haselmaus, nicht meine Mutter :P) dann auch die ganze Zeit fröhlich aus dem Wartezimmer plappern. Zweimal büchste sie unerwartet aus und rannte auf der Suche nach mir (aber weiterhin gut gelaunt) durch die ganze Praxis.
Nach kurzem Gespräch mit der Ärztin durften dann Oma und Haselmaus uns Gesellschaft leisten und wir schritten zum spannenden Teil des Termins: rauf auf die Liege, Bauch frei machen, Bildschirm an, Bühne frei!

Das Haselhäschen lag da – wie bis jetzt immer – friedlich eingemummelt und tat nichts außer mit ruhiger Gelassenheit zwischendrin am Daumen zu lutschen und im kritischen Moment (Frau Doktor wollte das Nasenbein begutachten) den Kopf wegzudrehen.. Ausmessen ließ es sich dadurch problemlos (21 cm und 300 gr), alle wichtigen Organe sind – soweit erkennbar – vorhanden und arbeiten ordnungsgemäß, es hat zwei Arme, zwei Beine, hinreichend viele Finger und Zehen und ja, auch eine Nase, auch wenn es die nicht wirklich zeigen wollte. Was es AUCH nicht so wirklich zeigen wollte, war der Genitalbereich, was ich ja irgendwie verstehen kann (ich mags auch nicht soo gern wenn man mir zwischen die Beine guckt!), aber doch einigermaßen schade finde in diesem Fall. Denn neugierig war – bzw. bin –  ich ja schon. Die Ärztin gab aufgrund dessen, dass „nichts zu sehen“ war erstmal eine Tendenz Richtung Mädchen ab, allerdings lag die Nabelschnur halt auch noch ganz blöd im Weg herum und hat möglicherweise doch was verdeckt, man weiß es nicht.. Ich bin damit jetzt nicht klüger als vorher, denn bei der letzten VU vor einem Monat hatte ich mal außer der Reihe einen Ultraschall gebucht, bei dem sich auch nicht wirklich was erkennen ließ (und das Haselhäschen GENAUSO ruhig, aber unkooperativ herumlag), sie aber eine ganz vorsichtige Tendenz Richtung „Junge“ gab… Tja.
Was es auch sein mag, vielleicht klärt es sich beim nächsten Mal. Oder auch nicht. Spätestens in 20 Wochen +/- ein paar Tage werden wir es wohl rausfinden – und uns in jedem Fall freuen.❤ Ich freue mich nämlich jetzt schon. Wahnsinnig. Auf alles was noch kommt. Auch wenn ich mir ehrlich gesagt manchmal derbe den Kopf zerbreche wie das hier eigentlich alles funktionieren soll, so ganz allein den ganzen Tag mit zwei Kindern und mitten in der Pampa.. aber wir werden uns da schon irgendwie rein finden auf kurz oder lang.

Den nächsten Termin habe ich übrigens Ende Juli in einer anderen Praxis – obwohl ich ehrlich sagen muss, dass es gestern eigentlich ganz okay war und mein Entschluss zu wechseln doch etwas ins Wanken geriet. Aber ich denke ich ziehe es durch.

Mittagsschlaf braucht doch kein Mensch

– das scheint sich jedenfalls die Haselmaus zu denken.
Gut, zugegeben, Tagschlaf war, seit sie auf der Welt ist, noch nie so wirklich ihr Ding. Schon als Baby nicht. Während andere Kinder friedlich stundenlang im Kinderwagen, im Bettchen, auf der Krabbeldecke oder sonstwo vor sich hin ratzten, nickerte sie in der Regel höchstens mal ne halbe Stunde auf meinem Schoß oder anfangs auch im Tragetuch. Zu Beginn noch mehrmals täglich, dann zunehmend seltener, bis wir irgendwann (mit neun Monaten oder so?) bei ungefähr 30 Minuten täglich waren (oft auch weniger) – die schlief sie dann aber irgendwann auch mal alleine im Bett.
Mit einem guten Jahr kam dann irgendwann der Umbruch. Da ging Mittagsschlaf dann irgendwie alleine und so ein bis zwei Stunden (manchmal sogar drei!). Und boah, war das SCHÖN. Also, für mich jetzt hauptsächlich. Denn plötzlich hatte ich mittags eine Pause. Ich konnte mal ganz in Ruhe etwas im Haushalt tun, kochen.. oder einfach mal ein bisschen die Füße hochlegen und ausruhen. Dinge, die sonst eher nicht so gut funktionierten, weil die Haselmaus nun mal sehr dringend immer meine volle Aufmerksamkeit benötigte und ja auch sonst niemand da war, der sich ersatzweise um sie hätte kümmern können.
Ich muss gestehen, ich habe das sehr genossen. Diese meist ein bis zwei Stunden täglich, über die ich selbst bestimmen konnte.
Aber in den letzten Wochen und Monaten zeichnete sich schon ab, dass das nicht von langer Dauer sein würde. Die Haselmaus sträubte sich zunehmend dagegen, tagsüber schlafen zu wollen. Es bedurfte stundenlanger Vorarbeit, bis sie dann endlich – mit etwas Glück – einschlief. Manchmal war es dann schon arg spät, was natürlich wiederum dann zur Folge hatte, dass sie abends noch später ins Bett ging als eh schon. Und das tägliche stundenlange Hoffen, das Kind möge nun endlich den Mittagsschlaf beginnen, das gut Zureden und Vorsingen und Vorlesen und Im-Arm-Halten und was ich nicht noch alles getan habe, das fraß ganz schön an meinem Nervenkostüm. Wenn sie dann endlich schlief, war ich meist selbst so erschöpft, dass ich mit der hart erkämpften Pause nicht mehr viel anfangen konnte.
Und dann kam es leider auch immer häufiger vor, dass sie trotz aller Mühen nicht einschlief und der Mittagsschlaf dann eben komplett ausfiel. Das war dann, gerade nachdem ich mich so lange bemüht hatte und eh schon ziemlich frustriert war, dreifach anstrengend für mich. In den letzten zwei Wochen oder so war Mittagsschlaf dann wirklich schon eher die Ausnahme. Und was blieb mir anderes übrig, als es letztendlich zu akzeptieren, dass mein Kind – obwohl noch nicht mal zwei Jahre alt – mittags nun mal einfach nicht schlafen möchte. Jetzt biete ich es ihr an, wir gehen für ein Weilchen ins abgedunkelte Schlafzimmer und lesen ins Bett gekuschelt ein wenig, manchmal spielt sie anschließend noch ein wenig alleine dort und schläft dabei ein, meistens stehen wir dann aber nach einer Stunde wieder auf und ich koche dann eben in ihrem Beisein, oft mit ihr auf dem Arm, aber was solls, der Tag geht dann eben ganz normal weiter. Sie hält sich (das muss ich zugeben!) auch wirklich ganz gut, ist meist gut gelaunt und aktiv, nicht knatschig oder quengelig (klar, so Tage gibt es auch, wo ich denke: Kind, du bist hundemüde, du hättest besser mal geschlafen!) und findet – das ist das Unglaubliche daran – trotzdem abends nicht wirklich soo viel früher ins Bett.
Gegen 19 Uhr kommt meistens der Papa nach Hause, dann mache ich Abendbrot, wir essen gemeinsam, anschließend mache ich die Haselmaus bettfertig und dann soll sie theoretisch schlafen. Praktisch dauert es dann aber doch meist bis 21 Uhr oder länger, bis sie endlich aufhört herum zu turnen, zu plappern und ein ums andere Mal „noch ein Buch“ zu verlangen… Sie schläft dann idR so zwischen 20:30 Uhr und 21:30 ein und wacht morgens zwischen 7 Uhr und maximal 8 Uhr auf, nach etwa 10 Stunden Schlaf. Und das reicht ihr offenbar.
Einerseits ist das ja schon ganz nett, nicht mehr ständig bei der Tagesplanung den eventuellen Mittagsschlaf berücksichtigen zu müssen, andererseits tut es mir aber einfach wahnsinnig leid um meine kleine Pause. Speziell an den Tagen, an denen ich sie ins Bett bringe (mein Mann und ich wechseln uns jetzt meist ab – es ist allerdings super, dass sie jetzt bei ihm überhaupt auch mal einschläft, das ist nämlich neu😉 ). Da bin ich dann nämlich von morgens 7 bis Abends 21 meist nonstop hauptsächlich mit ihr beschäftigt, und so lieb ich sie hab: das ist ganz schön anstrengend. Wenn sie dann endlich schläft, bin ich meist so groggy, dass ich nur noch das allerALLERnötigste über den Tag liegen Gebliebene erledige (falls ich mich aufraffen kann) und sonst wirklich nur noch völlig hinüber über dem Sofa hänge.
Tja, und deswegen ist es so still hier. Tut mir wirklich leid. Ich würde gerne bloggen. Schaffe es im Moment aber einfach nicht. Und mir schwant, dass das in den kommenden Zeiten wohl eher noch schwieriger denn einfacher werden wird.. aber wir werden sehen. Danke fürs Zulesen.🙂

 

…ach ja. Ab sofort bin ich in der 20. Schwangerschaftswoche. Also unmittelbar vor Halbzeit. Übermorgen ist der zweite große Ultraschall, ich bin wahnsinnig gespannt. Der Bauch… ist schon ziemlich sichtbar, ich würde ihn gern mal wieder zeichnen, aber siehe oben. Und jetzt muss ich dringend ins Bett, so ein Ohne-Mittagsschlaf-Tag ist nämlich auch mit unausgeschlafener Mutter nicht so besonders schön..😉